Der 1. FC Köln steuert auf das Derby gegen Bayer 04 Leverkusen zu. Joel Schmied spricht am Mittwoch über die schwankende Stimmung in Köln, über die Tabellensituation und die große Stärke der Geißböcke.
Joel Schmied hat sich beim 1. FC Köln wieder einen Stammplatz erkämpft. Der Schweizer hat die Innenverteidigung der Geißböcke stabilisiert. Am Mittwoch sprach der 28-Jährige über die Entwicklung des FC und die eigenen Erwartungen an die Leistungen. Das sagte Schmied über…
…die Tabellensituation: „Es ist alles sehr dicht beieinander. Gewinnt man mal ein Spiel, ist man fast in Reichweite der europäischen Plätze. Verliert man mal ein Spiel, ist man fast auf einem Abstiegsplatz. Es ist extrem eng, auch weil jeder jeden schlagen kann. Das sieht man an Elversberg, die auch mal gegen einen Großen gewinnen. Das ist auch unser Anspruch. Es ist klar, dass wir sehr ambitioniert sind, aber auch klar nach dem Umbruch im Sommer, dass wir nicht durchmarschieren werden. Nichts desto trotz finde ich, dass wir auf einem guten Wege sind. Wir haben uns stabilisiert, wir werden variabler mit einer hybriden Vier oder Fünf. Das macht es den Gegner schwerer, sich auf uns einzustellen. Wir sind auf einem guten Weg und ich hoffe, dass wir auch gegen die guten Gegner, die jetzt kommen, performen können.“
„Auch Leverkusen weiß, dass die Hütte brennen wird“
…die Derby-Motivation: „Derbys sind immer sehr besonders. Die wollen wir immer gewinnen, auch wenn wir der Underdog sind. Wir werden einen guten Matchplan haben und dann hoffentlich auch bestehen. Wenn jeder Spieler die Statistiken der letzten Spiele im Kopf hätte, wäre das nicht gut. Das ist bei uns nicht so präsent. Ich kann mich sehr gut an mein erstes Spiel gegen Leverkusen erinnern, das war im Pokal, als wir 2:0 geführt haben und dann noch knapp verloren haben. Da haben wir ein sensationelles Spiel abgeliefert und gezeigt, dass wir die Großen immer ärgern können. Ich rechne mir da wieder gute Chancen aus.“
…die Heimstärke: „Es ist eine unglaubliche Hilfe zu wissen, dass wir zuhause eine Festung haben. Das gibt auf dem Platz enorm viel Kraft zu wissen, dass man das Stadion auch schon mit kleinen Aktionen anzünden kann. Es muss ja nicht immer gleich ein Tor sein, sondern es reicht eine Grätsche. Das weiß auch Leverkusen, dass die Hütte brennen wird. Gerade, wenn man etwas müder wird, kann man sich noch mal aufrappeln. Ich hoffe, dass sich unsere Heimstärke durch die ganze Saison ziehen wird.“
…die Taktik gegen Leverkusen: „Wir haben sehr schnelle Offensivspieler, die es mögen, wenn viel Raum vor ihnen ist. Da kann es uns entgegen kommen, wenn wir gegen Mannschaften spielen, die sicher den Anspruch haben, das Spiel zu dominieren. Nicht wie Union, die sich auf das Verteidigen konzentriert haben – was aber auch völlig normal ist, wenn man unter der Woche fünf Stück kriegt. René ist der Taktikfuchs, der sich einen guten Matchplan ausdenken muss, den wir dann befolgen werden. Ich glaube, unsere Stärke liegt auch in der Offensive. Wir wollen offensiv dominant auftreten und haben auch die Spieler dazu. Ich glaube, wir können viele Räume vorfinden. Wir müssen eine gute Balance hinbekommen und mit Nadelstichen zum Erfolg kommen.“
Warum der Trainer „Gratis-Läufe“ einfordert
…das Freilaufen im Aufbauspiel: „Beweglichkeit ist einfacher, wenn man einen Gegner hat, der mitspielen will. Beweglichkeit ist extrem schwierig, wenn alle Gegner im eigenen Sechzehner stehen. Es ist aber sicher ein Thema. Wir haben uns vorgenommen, mit Ball viel beweglicher zu sein, damit jeder aktiv in der Situation ist, auch wenn er auf der anderen Seite des Platzes steht, um zu sehen, wo er hinlaufen kann. Das fordert der Trainer auch ein, die sogenannten Gratis-Läufe, um im Zweifel auch einen Raum für einen Mitspieler zu öffnen.“
…die Stimmung in Köln: „Definitiv hätte ich es lieber gehabt, wenn wir dreimal euphorisch gewesen wären mit Siegen, aber das war unserer Leistung geschuldet, das muss man ganz klar sagen und ist das erste Feedback, das wir von den Fans bekommen. Wir können unsere Leistungen gut selbst einschätzen, sind sehr selbstkritisch. Nach einem 5:0 ist natürlich die Erwartungshaltung nur fünf Tage später gegen den selben Gegner sehr hoch und man sagt: einfach noch mal dasselbe, bitte. Fakt ist aber auch, dass Union sich einen anderen Matchplan ausgedacht hat, um es uns extrem schwierig zu machen. Wir müssen über die Saison einen guten Durchschnitt hinbekommen, dass die Schwankungen nach oben und unten so bleiben, dass es solide ist und es Spaß macht für die Fans, ins Stadion zu gehen.“







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