Der 1. FC Köln ist an die Tabellenspitze der 2. Bundesliga zurückgekehrt. Mit einem hochverdienten 3:1 (2:1)-Erfolg gegen Preußen Münster haben die Geißböcke am Ostersonntag ihren Vorsprung auf Platz drei auf fünf Punkte vergrößert.
Aus dem RheinEnergieStadion berichtet Marc L. Merten
Die Konkurrenz hatte mal wieder ganz im Sinne des 1. FC Köln geliefert. Elversberg und Düsseldorf hatten sich im Verfolger-Duell am Samstagnachmittag 1:1 getrennt, der Hamburger SV war am Abend trotz fast 90-minütiger Überzahl nicht über ein 2:2 beim FC Schalke 04 hinausgekommen. So konnten die Geißböcke am Ostersonntag nicht nur ihren Vorsprung auf den Relegationsrang vergrößern, sondern auch Platz eins zurückerobern. Und diesmal nutzte die Mannschaft von Gerhard Struber die Ergebnisse der Kontrahenten aus, marschierte in Richtung Bundesliga.
Highlights & Tore
3. Minute: Der FC wollte dieses Heimspiel mit weitaus mehr Offensivpower als zuletzt angehen, das zeigte schon Gerhard Strubers Aufstellung. Viererkette, nur ein Sechser, zwei klare Spitzen – es sollte schnell klar werden, wer Herr im Haus ist. Und nach nur zweieinhalb Minuten hätte Damion Downs tatsächlich für einen Traumstart sorgen können. Nach einem punktgenauen Pass von Leart Pacarada hinter die Münsteraner Abwehrreihe scheiterte der Stürmer allerdings an Torhüter Johannes Schenk.
11. Minute: So war es Downs‘ Sturmpartner Tim Lemperle, der das Trömmelche erstmals an diesem Nachmittag erklingen ließ. Nach eigener Balleroberung schickte Eric Martel rechts Jan Thielmann auf den Flügel. Dessen flache Hereingabe erreichte am Fünfmeterraum Lemperle, der zum 1:0 einschob. Sein neunter Saisontreffer, der erste seit Dezember.
18. Minute: Mit phasenweise an die 80 Prozent Ballbesitz drängte der FC aufs Zweite, die Chancenverwertung allerdings passte nicht. Nach einer Hereingabe von Dejan Ljubicic durfte erneut Lemperle aus kurzer Distanz abschließen, diesmal blieb Keeper Schenk der Sieger.
39. Minute: Mit zunehmender Spieldauer ließ die Intensität der Kölner etwas nach, die Schlampigkeiten im Passspiel nahmen zu. Obwohl Münster nicht wirklich Druck machte, stand es plötzlich 1:1: Joshua Mees entwischte in Timo Hübers‘ Rücken, der FC-Kapitän stellte den Münsteraner zwar, fälschte dessen Hereingabe aber unhaltbar für Schwäbe zum Ausgleich ab – Eigentor!
45+1. Minute: Der FC schüttelte sich kurz und fand seinen Faden wieder. Als Martel dann von der Grundlinie zurücklegen wollte und die Hand von Simon Scherder im Weg war, forderten Mannschaft, Trainerteam und Fans kollektiv einen Elfmeter. Zu Recht! Schiedsrichter Tom Bauer schaute sich die Szene selbst noch einmal an, sah Scherders abgespreizten Arm und zeigte auf den Punkt. Waldschmidt nahm sich der Sache an und verwandelte auch seinen dritten Elfmeter in dieser Saison ganz cool – zum 2:1.
56. Minute: Der FC wollte zu Beginn der zweiten Hälfte schnell nachlegen und tat das auch, nach Lemperle und Downs zündete der noch übrige Akteur in Strubers Offensiv-Dreieck. Waldschmidt chippte den Ball an den Elfmeterpunkt, wo Downs die Kugel herunternahm, mit Fuß und Brust überragend verarbeitete und zum 3:1 einschoss.
61. Minute: Der dritte Kölner Treffer war für die Preußen ein spürbarer Tiefschlag, zog den ohnehin unterlegenen Gästen noch zusätzlich den Stecker. Downs hätte umgehend das 4:1 nachlegen können, beförderte den Ball aber beide Male aus kürzester Distanz über die Latte. Von Münster kam nun kaum noch etwas, sodass der FC problemlos in den Verwaltungsmodus schalten konnte und auch ohne viertes Tor souverän siegte.
Personal
So spielte der FC: Schwäbe – Thielmann (90+4. Sponsel), Hübers, Heintz (88. Pauli), Pacarada – Martel – Ljubicic (74. Olesen), Waldschmidt (74. Uth), Kainz (88. Huseinbasic) – Downs, Lemperle
Zur Aufstellung: Gleich vier Änderungen nahm Struber im Vergleich zum enttäuschenden 1:1 in Fürth vor. Timo Hübers (nach Krankheit) und Dominique Heintz (nach Rückenproblemen) kehrten für Joel Schmied und Julian Pauli in die Startelf zurück. Dejan Ljubicic durfte erstmals seit Anfang März beginnen, verdrängte Denis Huseinbasic. Zudem stürmten Tim Lemperle und Damion Downs erstmals seit einem halben Jahr wieder gemeinsam, für Downs musste Imad Rondic auf die Bank. Auch an der Grundordnung bastelte der FC-Trainer, setzte zum zweiten Mal in dieser Rückrunde auf eine klare Viererkette und bot davor eine Mittelfeld-Raute auf.
Fazit
Der 1. FC Köln steht vor der Rückkehr in die Bundesliga. Fünf Punkte Vorsprung auf den Relegationsplatz, bei nur noch zwölf zu vergebenen Zählern – diesen Vorsprung müssen die Geißböcke fraglos über die Ziellinie bringen. Gegen Münster trat der FC endlich mal wieder wie eine Spitzenmannschaft auf, ließ – von einer kurzen Schwächephase rund um das 1:1 abgesehen – keinerlei Zweifel an seiner Überlegenheit aufkommen und spielte seine Qualität aus. So ist der Aufstieg zum Greifen nah. Gegen Hannover, Regensburg, Nürnberg und Kaiserslautern braucht der Tabellenführer höchstens noch acht Punkte. Angesichts der fehlenden Konstanz der Verfolger könnten auch zwei weitere Siege reichen, um einen direkten Aufstiegsplatz zu behaupten.








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