Offiziell: Funkel übernimmt, Kessler wird Sportdirektor

Friedhelm Funkel übernimmt erneut den 1. FC Köln. (Foto: IMAGO / Sven Simon)
Friedhelm Funkel übernimmt erneut den 1. FC Köln. (Foto: IMAGO / Sven Simon)

Der 1. FC Köln hat am Montag die Trennung von Trainer Gerhard Struber und Sport-Geschäftsführer Christian Keller bestätigt. So geht es beim Zweitligisten nun weiter.

Christian Keller ist nicht länger Sport-Geschäftsführer des 1. FC Köln. Zudem hat sich der Club von Cheftrainer Gerhard Struber und dessen Assistenten Bernd Eibler getrennt. Das gab der Zweitligist am Montagvormittag bekannt. „Der Vorstand des 1. FC Köln hat mit Zustimmung des Gemeinsamen Ausschusses entschieden, Geschäftsführer Sport Christian Keller und Cheftrainer Gerhard Struber mit sofortiger Wirkung von ihren Aufgaben zu entbinden“, heißt es in der Pressemitteilung.

Thomas Kessler wird als Sportdirektor nun die sportliche Leitung übernehmen. Friedhelm Funkel wird wie erwartet neuer Cheftrainer und erhält einen Vertag bis Saisonende. „Unsere Entscheidung ist das Ergebnis einer eingehenden Analyse der sportlichen Entwicklung in den letzten Wochen. Angesichts der noch immer großen Chance auf den direkten Wiederaufstieg müssen wir alles daransetzen, diese Chance auch zu nutzen“, erklärt Präsident Werner Wolf den Schritt.

FC will sich nicht mehr auf Konkurrenz verlassen

Im Endspurt wolle sich der FC nun nicht mehr auf die Ergebnisse der Konkurrenz verlassen, der Vorsprung beträgt aktuell drei Punkte. „Das Team muss sich für die letzten beiden Spiele auf die eigene Stärke besinnen. Es braucht dafür jetzt neue Impulse. Die haben wir nicht mehr gesehen. Deswegen haben wir uns nach sorgfältiger Abwägung mit dem Kompetenzteam Sport als Vorstand zu diesem Schritt entschieden“, sagt Wolf weiter.

Nach drei Jahren und einem Monat endet damit die Zeit von Christian Keller als Geschäftsführer Sport am Geißbockheim. Der 46-Jährige sagt zu der Entscheidung des Vorstands: „Ich wünsche dem gesamten FC, allen voran unserer Mannschaft und allen unseren Mitarbeitenden nur das Allerbeste und bin überzeugt, dass der Aufstieg in die Bundesliga gelingen wird. Mit dem Rückenwind des Aufstiegs wird ersichtlich werden, dass der Grundstein für eine nachhaltigere FC-Zukunft auf zahlreichen Ebenen gelegt wurde.“

Keller selbst habe eine kurzfristige Änderung auf der Trainerposition nicht mittragen wollen, „da diese nicht meinen Überzeugungen und Werten entsprochen hätte. Sehr wichtig ist mir noch, mich bei den zahlreichen FC-Fans zu bedanken, die mich während meiner FC-Zeit trotz teils unruhiger Phasen stets unterstützt und mich das FC-Gefühl haben spüren lassen.“

Struber: „Entscheidung tut besonders weh“

Gerhard Struber sagt zu seiner Entlassung: „Ich habe im Laufe der Saison oft von einem Marathon gesprochen, den wir gemeinsam zu gehen haben. Wie hart dieses Rennen für alle Mannschaften ist, zeigt die Tabellensituation. Jetzt, da die Ziellinie vor Augen ist und wir noch dazu aussichtsreich dabei sind, tut die Entscheidung besonders weh. Ich wünsche dem Team und dem gesamten Club für die verbleibenden Spiele maximalen Erfolg.“

Werner Wolf, der in der Vergangenheit trotz zahlreicher sportlicher und vereinspolitischer Krisen immer hinter Keller gestanden hatte, bedankt sich bei dem Duo für seinen Einsatz: „Christian Keller hat den Verein in den vergangenen drei Jahren durch herausfordernde Zeiten geführt und maßgeblich an der strukturellen und finanziellen Gesundung des FC mitgewirkt. Gerhard Struber hat seit seinem Amtsantritt im Juli 2024 mit großem Engagement versucht, die Mannschaft auf Kurs zu bringen und dafür gesorgt, dass wir zum jetzigen Zeitpunkt noch im Aufstiegsrennen dabei sind. Dafür gebührt beiden unsere Wertschätzung.“

Das sagt Wolf zu Kessler und Funkel

Mit der Installation von Funkel sowie der Beförderung von Kessler übergebe der FC die sportliche Leitung nun „an zwei absolute FC-Kenner. Thomas ist nicht nur mit ganzem Herzen ein Kölner, er war auch in sämtliche Abläufe der Kaderplanung eingebunden und kann dementsprechend alle Gespräche nahtlos fortführen. In Friedhelm gewinnen wir einen äußerst erfahrenen Trainer, der den FC und solche Drucksituationen bestens kennt. Er hat bereits in der Vergangenheit bewiesen, dass er Mannschaften in entscheidenden Phasen stabilisieren und zum Erfolg führen kann, beispielsweise bei seiner erfolgreichen FC-Rettung 2021. Wir sind überzeugt, dass er der richtige Mann ist, um das Team mit seiner Ruhe und Expertise in den letzten beiden Spielen zum Aufstieg zu führen.“

Friedhelm Funkel übernimmt erneut den 1. FC Köln. (Foto: Bucco)
Friedhelm Funkel übernimmt erneut den 1. FC Köln. (Foto: Bucco)

Kessler selbst, der die sportliche Leitung nun gemeinsam mit dem aktuell einzig verbliebenen Geschäftsführer Philipp Türoff übernimmt, sagt: „Ich danke Christian Keller für die vertrauensvolle Zusammenarbeit über die letzten Jahre. Auch Gerhard Struber und Bernd Eibler gilt mein Dank für ihren engagierten Einsatz in dieser Saison. Für meine neue verantwortungsvolle Aufgabe verspüre ich sowohl ein hohes Verantwortungsgefühl als auch eine große Motivation, gemeinsam mit allen Beteiligten rund um unsere Mannschaft alles dem gemeinsamen Ziel unterzuordnen.“ Funkel sei für den 39-Jährigen die Wunschlösung gewesen. „Ab dem ersten Augenblick unserer Gespräche war für mich spürbar, dass er für die bevorstehende Aufgabe brennt.“ 

Matthias Lust wird Co-Trainer

Co-Trainer von Funkel wird Matthias Lust, mit der er bereits 2024 in Kaiserslautern zusammengearbeitet hatte. Über eine Freistellung von Co-Trainer Thomas Hickersberger wurde zunächst nichts bekannt. Ob auch er noch zum Trainerteam zählen wird, ist damit vorerst offen. Funkel sagt zu seiner Rückkehr: „Der FC ist und bleibt eine Herzensangelegenheit für mich. Es geht ab jetzt darum, in den verbleibenden zwei Spielen alles zu mobilisieren, den Glauben an die eigene Stärke wiederzufinden und den Aufstieg gemeinsam zu schaffen. Ich freue mich auf die Aufgabe und bin überzeugt davon, dass wir unser Ziel erreichen.“

Um 15 Uhr findet eine Pressekonferenz mit Präsident Werner Wolf, Sportdirektor Thomas Kessler sowie Friedhelm Funkel statt. Der GEISSBLOG wird live berichten.

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