Geheimtraining und keine klaren Aussagen: Friedhelm Funkel hat vor dem Spiel in Nürnberg komplett offengelassen, auf welches Personal und welches System er beim 1. FC Köln setzen will. In taktischer Hinsicht werde ohnehin oft „total übertrieben“.
Friedhelm Funkel beantwortete in den vergangenen Tagen gerne sämtliche Fragen zu seiner Rückkehr, sorgte dabei für nicht wenige Lacher. Nur bei einem Thema mauerte der Mal-wieder-Trainer des 1. FC Köln: Wie er seine Mannschaft am Freitagabend in Nürnberg taktisch und personell ins Rennen schicken will, das wollte Funkel auf gar keinen Fall preisgeben.
„Wenn ich das jetzt sage, tue ich dem Miro natürlich einen großen Gefallen“, lenkte er das Gespräch direkt auf seinen 25 Jahre jüngeren Trainerkollegen um und sprach lieber über Klose und dessen Nürnberger Team: „Ich muss ihm ein großes Kompliment machen. Er hat aus dieser jungen Mannschaft sehr viel herausgeholt. Seine erste Station in Deutschland ist wirklich sehr gut verlaufen.“ Doch: „Wie wir dort spielen“, ergänzte er quasi an Klose gewandt, „kann ich dir nicht verraten“.
Funkel: „Fußball ist keine Mathematik“
Wobei Funkel den Eindruck erweckte, als sei das alles auch gar nicht so relevant. „Die Taktik wird in meinen Augen oftmals total übertrieben. Fußball ist nach wie vor einfach, Fußball ist keine Mathematik“, bemühte sich der 71-Jährige, Lockerheit reinzubringen.
Er versuche, „Einfachheit und Klarheit in die Abläufe zu bekommen“, die Anordnung spiele da eine nebengeordnete Rolle. Funkel schulterzuckend: „In welchem System wir spielen, weiß ich noch nicht.“ Ob dies stimmt oder nicht, sei mal dahingestellt. Fakt ist: Man glaubt es ihm.
Die Spieler haben immer gute Ideen. Die müssen nur zum Trainer passen.
Friedhelm Funkel
„Ich habe mit vielen Spielern gesprochen. Sie können zwei, drei Systeme spielen. Das ist überhaupt kein Thema“, geht Funkel die schon die ganze Saison andauernde Diskussion über Dreier- oder Viererkette mit maximaler Gelassenheit an. Seine Meinung: „Wenn ein Spieler in der Dreierkette spielen kann, kann er auch in der Vierer- oder Fünferkette spielen. Du musst den Spielern das nur wirklich überzeugend rüberbringen, dann sagen sie sicherlich nicht nein.“
Die Wünsche seiner Profis erfuhr er im Rahmen seines Gesprächsmarathons in den vergangenen Tagen. „Die Spieler haben immer gute Ideen“, gab Funkel lachend zu Protokoll und stellte zugleich klar, wer das Sagen hat: „Die müssen nur zum Trainer passen. Ich habe grundsätzlich schon eine Idee, wie ich in Nürnberg spielen lassen will. Ich versuche, die Spieler davon überzeugen, dass wir das umsetzen.“ Wobei er „sehr flexibel“ sei und „den einen oder anderen Spieler“ natürlich in seine Überlegungen einbeziehe. „Ich wäre ja dumm, wenn ich das nicht machen würde.“
Funkel: „Wir wollen nach vorne spielen“
Probleme hatte der FC, der nach Absteiger Regensburg die schwächste Rückrunden-Offensive stellt, zuletzt vor allem im Vorwärtsgang – das blieb natürlich auch Funkel nicht verborgen. „Wir haben viel mit Ball gemacht und versucht, der Mannschaft ein paar Abläufe mit auf den Weg zu geben. Die Mannschaft hat in den vergangenen Wochen vornehmlich versucht, gegen den Ball gut auszusehen“, so der Trainer-Routinier, der sich mehr Mut wünscht: „Wir wollen nach vorne spielen, Tore schießen und das Spiel gewinnen. Da muss man mit Ball einige gute Ideen haben.“
Dass sich Tim Lemperle rechtzeitig zum Abschlusstraining fit gemeldet hat, dürfte dieses Unterfangen erleichtern. Ob der Stürmer in Nürnberg wie zuletzt über den Flügel oder aber in vorderster Front zum Einsatz kommen soll, gehört zu den Fragen, die durch Funkels taktische Geheimniskrämerei offenbleiben.
Funkels mögliche Startelf
Bei seinen letzten Stationen – sowohl in Kaiserslautern als auch zuvor beim FC und bei Fortuna Düsseldorf – setzte der gebürtige Neusser meist auf ein 4-2-3-1-System, also auf nur eine klare Spitze. Das könnte Damion Downs sein, aber auch Lemperle. Auf der linken Außenbahn drängt derweil Linton Maina zurück in die Startelf, im Mittelfeldzentrum dürfte Denis Huseinbasic für den gestrichenen Dejan Ljubicic in die Anfangsformation rücken.
Klarheit herrscht auf der Linksverteidiger-Position, wo Leart Pacarada nach Gelb-Rot-Sperre wieder spielberechtigt ist und Max Finkgräfe krankheitsbedingt fehlt. Auf der rechten Seite ist wohl Jan Thielmann ein weiteres Mal gefragt. Jusuf Gazibegovic steht nach seinem Syndesmoseriss zwar wieder im Kader, dürfte aber noch nicht bereit für 90 Minuten sein. Die ganz großen Überraschungen sind nicht zu erwarten.
So könnte der 1. FC Köln in Nürnberg beginnen: Schwäbe – Thielmann, Hübers, Heintz, Pacarada – Martel, Huseinbasic – Lemperle, Waldschmidt, Maina – Downs








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