Friedhelm Funkel ist mit einem klaren Auftrag ans Geißbockheim zurückgekehrt. Der Trainer soll den 1. FC Köln zum Aufstieg führen. Doch Funkel selbst will mehr: Der 71-Jährige möchte die Zweitliga-Schale in die Höhe strecken.
Bereits bei seinem Engagement im Abstiegskampf der Saison 2020/21 spiegelte die Bezeichnung Cheftrainer nur bedingt Friedhelm Funkels Aufgabenbereich beim 1. FC Köln wider. Funkel war weniger als Taktiker, vielmehr als Chefpsychologe gefragt. Und genauso ist er in den vergangenen Tagen auch seine jetzige Aufstiegsmission beim FC angegangen.
Gut 15 Gespräche habe er schon geführt, berichtet der 71-Jährige vor dem Auswärtsspiel in Nürnberg. Mit dem einen habe er „ein bisschen länger“ geredet, „mit dem anderen ein bisschen kürzer“. Auch den Mannschaftsrat – bestehend aus Kapitän Timo Hübers, Mark Uth, Florian Kainz, Jan Thielmann und Eric Martel – habe er sich natürlich geschnappt. Generell gelte: „Das war sehr informativ für mich.“ Und: „Die Spieler haben einiges von mir mit auf den Weg bekommen.“
Funkel: „Gutes Vertrauensverhältnis gewachsen“
Wie üblich scheint Funkel im Eiltempo in der Kabine angekommen zu sein. So auch sein Eindruck: „Ich glaube, dass in der Kürze der Zeit ein gutes Vertrauensverhältnis gewachsen ist.“ Wenngleich der bislang sechsmalige Aufstiegscoach zu bedenken gibt: „Das hilft alles nicht, wenn wir am Freitag auf dem Platz nicht das umsetzen, was wir wollen.“
Funkel will und muss beim FC den Schalter umlegen. Erst in den Köpfen der Spieler, dann auf dem Rasen. Zuletzt wirkte es von Woche zu Woche mehr, als regiere hier die Angst vor dem Scheitern – und nicht die riesige Chance auf die Bundesliga-Rückkehr.
Alle sprechen von Platz drei oder vier. Wir können aber auch noch Erster werden.
Friedhelm Funkel
„Alle sprechen von Platz drei oder vier“, weiß Funkel um das mögliche Abrutschen hinter Elversberg und Paderborn, lenkt den Fokus aber sogleich um: „Wir können auch noch Erster werden. Das wollen wir versuchen und anstreben. Ob wir das umsetzen können, wird die Mannschaft am Freitag zeigen.“
Platz zwei und damit der direkte Aufstieg sei lediglich „unser Minimalziel“, so Funkel, der mehr möchte: „Wir wollen beide Spiele gewinnen. Dann können wir vielleicht auch noch mal Druck auf den HSV machen. Es ist nicht auszuschließen, dass wir Erster werden.“ So könnte er mit 71 Jahren noch mal die Zweitliga-Schale in die Höhe recken.
Mit Verdrängung zum Aufstieg?
Dass der Trainer-Routinier nur nach oben und nicht nach unten schaut, könnte ein erster psychologischer Trick sein, um der Mannschaft die Angst zu nehmen – sie wieder in eine Jäger-Rolle zu versetzen. Wobei Funkel meint: „Druck ist kein Thema. Die Mannschaft ist trotz allem sehr selbstbewusst, aber auch sehr selbstkritisch. Sie wissen, dass sie am letzten Wochenende nicht gut gespielt haben.“
Doch der Blick nach hinten sei bei seinem Gesprächsmarathon ohnehin „nur ein sehr kurzes Thema“ gewesen. „Die Vergangenheit interessiert mich nicht. Ich habe den Spielern gesagt, dass sie das verdrängen sollen“, gibt Funkel Einblicke und konzentriert sich auf Nürnberg: „Auf uns wartet eine wichtige und schwere Aufgabe, darauf sind die Gespräche hinausgelaufen. Das haben die Jungs gut aufgenommen.“ Im Max-Morlock-Stadion gilt es, den Beweis zu erbringen.








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