Es ist vollbracht: Der 1. FC Köln kehrt in die Bundesliga zurück! Mit einem 4:0 (2:0)-Sieg gegen den 1. FC Kaiserslautern haben die Geißböcke den direkten Aufstieg perfekt gemacht und sich zudem zum Zweitliga-Meister gekrönt.
Aus dem RheinEnergieStadion berichten Sonja Gauer, Marc Merten, Martin Zenge und Juline Mittag
Als Schiedsrichter Sören Storks um 17.22 Uhr zum letzten Mal am Sonntagnachmittag in seine Pfeife blies, gab es im RheinEnergieStadion kein Halten mehr. Exakt ein Jahr nach dem siebten Abstieg feiert der 1. FC Köln den direkten Wiederaufstieg. Am 18. Mai 2024 flossen in Heidenheim die Tränen – der 18. Mai 2025 geht als Tag der siebten Bundesliga-Rückkehr in die Vereinsgeschichte ein. Im Saisonfinale gegen den 1. FC Kaiserslautern stellte der FC die Weichen schnell auf Euphorie, gewann auch sein zweites Spiel mit Rekord-Trainer Friedhelm Funkel hochverdient.
Tore und Highlights
Vor Anpfiff: Der Countdown auf der Stadionleinwand zeigte noch 17 Minuten bis zum Spielbeginn, das Aufwärmprogramm war gerade beendet, als die Mannschaft des 1. FC Köln geschlossen vor die Südkurve trat. Capo Stephan Schell redete gut zwei Minuten emotional auf die Spieler ein, die Message: Das ganze Stadion steht hinter euch! Am Zaun prangte die Botschaft: „Ihr habt es in der Hand! Heute alles geben!“ Und der FC gab alles.
14. Minute: Doppelchancen von Kaiserslauterns Torjäger Ragnar Ache (7.) und FC-Spielmacher Luca Waldschmidt (11./13.) hatten die Partie eröffnet. Doch es war ein Defensivakteur, der das Trömmelche erstmals erklingen ließ! Nach einem Einwurf flankte Leart Pacarada an den Fünfer, wo sich Eric Martel gegen Heuer und Elvedi behauptete und zum 1:0 einköpfte. Das RheinEnergieStadion erlebte seine erste Jubel-Explosion des Nachmittags.
29. Minute: Nummer zwei folgte eine Viertelstunde später, weil der FC die Lauterer mit wenigen Pässen filetierte und Waldschmidt seine dritte Möglichkeit nutzte. Denis Huseinbasic setzte sich im Mittelfeld durch, trieb den Ball nach vorne und fand auf der rechten Seite Damion Downs. Dessen Hereingabe drückte Waldschmidt aus kurzer Distanz zum 2:0 über die Linie. Spätestens jetzt war der FC ganz klar auf Bundesliga-Kurs!
40. Minute: Auf dem Rasen hatte der FC das Geschehen im Griff, auf den Rängen sangen die Fans plötzlich: „Deutscher Meister wird nur der FC Köln.“ Keine kühne Vorhersage, sondern absolute Realität. Denn die Kölner U19, die sich am Mittag mit einem dramatischen 5:4-Sieg in Leverkusen den Titel gesichert hatte (der GEISSBLOG berichtete), war kurz zuvor im Stadion angekommen und präsentierte auf der Südkurve nun stolz ihre Schale.

59. Minute: Auf dem Silbertablett bot sich Waldschmidt die Chance auf den Doppelpack. Nachdem er von Kaiserslauterns Kaloc im Strafraum gehalten worden war, trat der Gefoulte selbst zum Elfmeter an, wollte Torhüter Julian Krahl ausgucken und in die Mitte verwandeln – der Ex-FC-Keeper parierte. Doch so oder so kontrollierten die Kölner das Geschehen, von Kaiserslautern kam gar nichts. Obwohl die Roten Teufel bei einem eigenen Sieg und gleichzeitigen Patzern von Elversberg, Paderborn und Düsseldorf noch die Chance auf den Relegationsplatz gehabt hätten.
76. Minute: Während Paderborn 0:3 in Karlsruhe unterlag, gewann Elversberg mit 2:1 auf Schalke, hätte bei einer Kölner Niederlage also vorbeiziehen und den FC in die Relegation schicken können. Aber es brannte rein gar nichts mehr an. Nachdem Florian Kainz den Ball im Nachsetzen zum 3:0 über die Linie gegrätscht hatte, verkündete Stadionsprecher Michael Trippel „das Aufstiegstor“ – und er behielt natürlich Recht!
87. Minute: Zumal das Saisonfinale einen emotionalen Höhepunkt erreichte. Ausgerechnet Mark Uth erzielte im letzten Spiel seiner Karriere nach Vorarbeit von Linton Maina den 4:0-Endstand. Natürlich wurde der Publikumsliebling mit Sprechchören gefeiert. Nach Treffer Nummer vier kletterten die ersten Fans schon über die Zäune, um sich für den Platzsturm bereit zu machen.
Personal
So spielte der FC: Schwäbe – Gazibegovic (46. Maina), Hübers, Heintz (34. Schmied), Pacarada – Martel, Huseinbasic (82. Uth) – Thielmann, Waldschmidt (82. Uth), Kainz – Downs (71. Lemperle)
Zur Aufstellung: Friedhelm Funkel vertraute wie schon in Nürnberg auf sein Lieblingssystem 4-2-3-1. In der Startelf nahm Damion Downs den Platz von Tim Lemperle ein, der nach seinem Party-Skandal als Maskenmann von der Bank kam und mit Pfiffen begrüßt wurde. Dominique Heintz, der frühzeitig einen Schlag abbekommen hatte, musste noch in der ersten Halbzeit verletzt raus.
Fazit
Diese Saison war kompliziert, sie war nicht immer schön. Doch am Ende erfolgreich. Der 1. FC Köln ist nach genau 365 Tagen in die Bundesliga zurückgekehrt – das ist, was zählt. Der letzte Schritt zum Aufstieg gegen den 1. FC Kaiserslautern war fraglos einer der souveränsten in dieser wechselhaften Spielzeit. Hätten die Geißböcke alle Partien so bestritten wie die beiden unter Friedhelm Funkel, hätte die Bundesliga-Rückkehr wohl schon vor Wochen festgestanden. Funkels siebter Aufstieg (eigener Rekord ausgebaut) wurde durch Hamburgs Niederlage in Fürth sogar noch mit der Zweitliga-Meisterschaft gekrönt. Gepaart mit dem U19-Titel hat der FC den erhofften Super-Sonntag erlebt, einen der schönsten Tage der jüngeren Vereinsgeschichte. Nun darf für eine erstklassige Zukunft geplant werden.








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