Die A-Junioren des 1. FC Köln haben auf sensationelle Art und Weise die Deutsche Meisterschaft gewonnen. Kapitän Nick „Zimbo“ Zimmermann spricht im GEISSBLOG-Interview über die emotionalen Momente bei den Feierlichkeiten, die Stärken der Mannschaft und seine persönlichen Ziele.
Das Interview führte Lars Tetzlaff
GEISSBLOG: Nick, mit ein paar Tagen Abstand: hast Du schon realisiert, was beim Endspiel in Leverkusen passiert ist?
NICK ZIMMERMANN: „Ganz ehrlich: Am Anfang nicht wirklich. Nach dem Finale war ich einfach emotional überwältigt. Erst an den darauffolgenden Tagen habe ich langsam realisiert, dass wir Deutscher Meister geworden sind.“
Was war es für ein Gefühl, als ihr im entscheidenden Spiel der Profis gegen Kaiserlautern plötzlich vom ganzen Stadion gefeiert wurdet?
„Unbeschreiblich! Schon am Vormittag waren ja viele FC-Fans beim Finale dabei und haben uns unterstützt. Wir hatten dann im Stadion das Gefühl, dass der ganze Verein und die ganze Stadt hinter uns stehen. Überragend! Und die gemeinsame Feier mit den Profis am Abend war dann für uns auch ein besonderes Erlebnis.“
Blicken wir kurz zurück! Hättest Du im Saisonverlauf geglaubt, dass ihr mit der U19 Deutscher Meister werden könnt?
„Tatsächlich hatten wir von Beginn an das Ziel, dass wir so lange wie möglich um die Deutsche Meisterschaft mitspielen wollen. Zugegeben: es gab im Saisonverlauf einige Höhen und Tiefen. Aber wir wussten immer: wenn wir als Team auftreten, dann geht da etwas. Und damit sollten wir ja Recht behalten.“
Zimmermann: „Das waren Schlüsselmomente“
Gab es denn einen speziellen Moment, bei dem ihr dachtet: „Hier geht etwas?“
„Es gab viele einzelne Momente in verschiedenen Spielen. Das erste Mal, als wir uns im letzten Spiel der Vorrunde in Aachen für die Hauptrunde qualifiziert haben. Dann natürlich das Spiel bei Bayern München, in dem wir einen 0:2-Rückstand gedreht haben, oder das verrückte Spiel in Stuttgart, wo wir nach einem 0:3 noch einmal zurückgekommen sind. Das waren sicherlich Schlüsselmomente.“
Was hat euch als Mannschaft ausgezeichnet? Ist es nur die die starke Moral?
„Wir hatten schon auch die individuelle Qualität in der Mannschaft, mit der man letztlich Spiele entscheiden kann. Aber die Grundlage war wohl wirklich unser starker Wille, immer wieder aufzustehen und als Team füreinander da zu sein. Ich denke, da hatten wir allen anderen Mannschaften etwas voraus.“
Welche Rolle spielte dabei das Trainer- und Betreuerteam? Auch da scheint die Chemie ja gestimmt zu haben.
„Auf jeden Fall! Das war ein lockeres, fast schon freundschaftliches Verhältnis. Aber selbstverständlich wurde es in den entscheidenden Momenten auch ernsthaft. Das war einfach eine perfekte Mischung. In jedem Fall ging es bei uns, soweit ich das beurteilen kann, familiärer als in anderen Vereinen zu. Und das prägt dann natürlich auch das Miteinander in der Mannschaft.“
Auf dieser Position sieht sich Zimmermann am stärksten
Zu Dir persönlich: Du hast die Mannschaft als Kapitän auf das Feld geführt. Welche Erfahrungen hast Du dabei gemacht?
„Das war selbstverständlich eine spezielle Verantwortung. Ich wollte als Vorbild vorangehen, immer 100 Prozent geben und auch für gute Stimmung sorgen. Ich musste aber auch lernen, dass ich auf dem Feld noch lauter werden kann. Aber da wir noch ein paar andere Anführer auf dem Platz hatten, die mich dabei unterstützt haben, bin ich mehr und mehr in die Rolle hineingewachsen. Auf jeden Fall werde ich aus dieser Saison ein paar Dinge mitnehmen, die mich auch als Mensch vorangebracht haben.“
Du hast in der Meistersaison auf verschiedenen Positionen gespielt. Ist die Flexibilität auf dem Feld Deine Stärke?
„Ich denke schon. Aber egal, wo der Trainer mich aufstellt: Ich will mein Bestes geben – ob auf der Rechtsverteidiger-Position, im defensiven Zentrum oder im Mittelfeld. Am liebsten spiele ich aber auf der Sechs oder etwas offensiver, um meine „Box-to-Box-Qualitäten“ auf den Platz zu bringen.“
Der Traum von Müngersdorf
Wie geht es jetzt für Dich weiter? Du hast Dein letztes Jahr im Nachwuchsbereich absolviert und wechselst jetzt in die U21 des FC, richtig?
„Ja, das stimmt. Das ist ein großer Schritt, den ich mir aber zutraue. Ich habe in der abgelaufenen Saison schon das ein oder andere Mal bei der U21 mittrainiert und dort auch einige Spielminuten sammeln können. Ich will hart arbeiten und mich dort anbieten.“
Ist es da eine besondere Motivation, dass einige Spieler den Sprung aus dem Nachwuchsbereich zu den Profis in jüngster Vergangenheit recht schnell geschafft haben?
„Das spornt mich natürlich an. Ich habe mit Julian Pauli und Neo Telle zwei Jahre zusammengespielt und weiß, was für eine Qualität die Jungs haben. Aber ich werde alles dafür geben, das auch zu schaffen. Einmal im ausverkauften Rhein-Energie-Stadion aufzulaufen: Das ist mein Traum.“







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