Der beste Stürmer der 2. Liga? Ache überragt, hat aber eine Schwäche

Der 1. FC Köln hat Ragnar Ache vom 1. FC Kaiserslautern verpflichtet (Foto: Bucco)
Der 1. FC Köln hat Ragnar Ache vom 1. FC Kaiserslautern verpflichtet (Foto: Bucco)

Ragnar Ache wechselt zum 1. FC Köln. Damit schließen die Geißböcke ihre erste Lücke im Kader und verstärken den Angriff. Der 26-Jährige soll Tim Lemperle ersetzen, ist aber ein anderer Stürmertyp.

Tim Lemperle verlässt den 1. FC Köln, der vier Jahre ältere Ragnar Ache ersetzt ihn. Die Geißböcke haben mit dem Mittelstürmer vom 1. FC Kaiserslautern eines der größten Probleme im Kader zwar nicht behoben, aber doch erkannt und bearbeitet. Ache erzielte in der abgelaufenen Saison 18 Tore in 30 Spielen, Lemperle war auf zehn Treffer in 25 Partien bekommen.

Diese Quote hätte Ache durchaus steigern können, wäre er nicht vier Spiele ausgefallen und hätte er überdies sechs Mal nur als Joker auflaufen können. Weder zum Saisonstart noch zum Rückrundenbeginn hatte Ache vollständig gesund mitwirken können, sodass seine Bilanz umso beeindruckender wirkt.

In diesen Werten überragt Ache

Ache war nicht nur drittbester Torschütze der 2. Liga hinter Davie Selke (22 Tore) und Martijn Kaars (19). Er war vor allem der angriffslustigste Stürmer der Liga. Mit 106 Versuchen gab Ache die meisten Torschüsse aller Spieler ab, hatte mit fünf Aluminiumtreffern hinter Marvin Wanitzek (7) das größte Pech im Abschluss. Und hätten Selke (vier Elfmeter-Tore) und Kaars (zwei) nicht vom Punkt getroffen, wäre Ache sogar Torschützenkönig geworden, denn der 26-Jährige hatte beim 1. FC Kaiserslautern nicht zu den Elfmeter-Schützen gehört.

Der 1. FC Köln hat einen abschlussfreudigen Stürmer verpflichtet, der mit fast 34 km/h ähnlich schnell ist wie Lemperle, sich jedoch deutlich zentraler bewegt als der auch auf die Flügel ausweichende Noch-Kölner. Mit was Ache jedoch in dieser Saison am meisten überraschte, war eine andere Qualität: Mit 131 erfolgreichen Luftduellen gewann der Angreifer die drittmeisten Kopfbälle der 2. Liga hinter Darmstadts Zwei-Meter-Hüne Vukotic und Timo Hübers. Bemerkenswert dabei: Ache ist mit 1,83 Metern kein Riese, setzte sich im Luftkampf aber immer wieder auch gegen deutlich größere Gegenspieler durch.

In diesen Werten hat Ache Probleme

Offen ist dagegen, inwiefern Ache zum laufintensiven Spiel der Geißböcke passen wird. Die Laufwerte des gebürtigen Frankfurters waren in der abgelaufenen Saison nur Liga-Durchschnitt. Lemperle legte deutlich mehr Sprints und intensive Läufe hin als Ache, obwohl der Kölner fünf Spiele weniger absolvierte. Ein anderer Vergleich: Magdeburgs Kaars war mit seinen 19 Toren nicht nur der zweitbeste Torjäger, sondern auch der laufstärkste Spieler der gesamten 2. Liga und legte mehr als doppelt so viele Sprints und intensive Läufe hin wie Ache.

Der 1. FC Köln darf sich also auf einen schnellen, torgefährlichen Angreifer mit einer außergewöhnlichen Kopfballstärke freuen, der sich aber umstellen und an das laufintensive Spiel der Kölner wird anpassen müssen. Denn es ist zu erwarten, dass Sportdirektor Thomas Kessler bei der Auswahl des nächsten FC-Trainers auch auf diese Eigenschaft im Kölner Spiel wieder achten wird. Sollte Ache seine Qualitäten aus Kaiserslautern auf den FC übertragen können, dürfen sich die Geißböcke auf ein wichtiges Puzzleteil im Kader freuen.

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