Christian Keller ist beim 1. FC Köln seit dem 5. Mai 2025 Geschichte. Was zunächst überraschend kam, hätte jedoch auch nach der Saison passieren können. Das wird nun deutlich.
Der 1. FC Köln stellt sich sportlich in diesen Tagen neu auf. Thomas Kessler wurde zum Sportdirektor ernannt, und obwohl der 39-Jährige nicht Teil der Geschäftsführung ist, darf er den sportlichen Bereich nun verantworten. Dafür hat der ehemalige Torhüter auch Prokura erhalten, also die rechtliche Vollmacht, Verträge selbst abschließen zu dürfen.
Dies durfte bislang nur die Geschäftsführung, im sportlichen Bereich als Ex-Sportchef Christian Keller. Doch der wurde nach dem Regensburg-Remis am 32. Spieltag zusammen mit Cheftrainer Gerhard Struber abgesägt. Eine Entscheidung, die laut Präsident Werner Wolf nur erfolgte, weil Keller sich der Entlassung Strubers widersetzte.
Türoff-Aussage lässt tief blicken
Es ist allerdings längst bekannt, dass sich der Vorstand zwar noch lange vor Keller stellte, darüber hinaus aber insbesondere Lionel Souque (Aufsichtsrat) und Klaus Behrenbeck (Beirat) gegen Keller ausgesprochen hatten. Nun gibt es einen weiteren Hinweis darauf, dass Keller womöglich auch nach der Saison entlassen worden wäre – unabhängig vom Ausgang der 2. Bundesliga.
Zumindest lassen jüngste Aussagen von Geschäftsführer Philipp Türoff diesen Schluss zu. „Die Verantwortlichen haben die Personalien in einer größeren Dimension bewertet und sind dann zu ihren Entscheidungen gekommen“, sagte Türoff dem Kölner Stadt-Anzeiger. „Irgendwann ist der Zeitpunkt erreicht, an dem man alles gewichten und kleinteiligere Themen hinter sich lassen muss.“
Vorstand hielt bis zum Schluss zu Keller
Eine Personalie im großen Ganzen zu betrachten und keine nebensächlichen Themen mehr vorzuschieben, warum alles so weitergehen könne – es scheint, als ob Türoff die Strömungen im Club erkannt und realisiert hat, dass Keller nach der Saison so oder so hätte gehen müssen. „Das ist hypothetisch“, sagte Türoff zwar ebenso. Dennoch hätte es so kommen können, insbesondere beim Nicht-Aufstieg.
Der Vorstand hatte immer zu Keller gehalten, weil dieser zusammen mit Türoff den Club finanziell saniert und infrastrukturell neu aufgestellt hatte. Dass der FC dabei sportlich abgestürzt war, wollte das Präsidium nicht zum Anlass nehmen, Keller stärker zu kontrollieren oder in dessen Macht einzuschränken. Bis zum Schluss hielt man an Keller fest, und hätte dieser Struber geopfert, wäre der 46-Jährige im Amt verblieben. Aber offenbar nicht mehr allzu lange.
Kessler soll sich im Umbruch bewähren
Nun hat Kessler das Ruder übernommen. Der Vorstand ist im Herbst Geschichte. Der FC befindet sich im Umbruch. Türoff hat mit Philipp Liesenfeld einen neuen Marketing-Geschäftsführer an seiner Seite. Der dritte Posten soll zunächst nicht vergeben werden. Erst soll sich der FC auf Vorstandsebene neu aufstellen, Kessler soll sich als Sportchef bewähren. Dann wird entschieden, wie es mit einer möglichen Keller-Nachfolge weitergeht.








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