Drei Hürden für die Rückkehr – oder hilft dem FC nun Özcans Pech?

Salih Özcan trug bis 2022 das Trikot des 1. FC Köln. (Foto: Bucco)
Salih Özcan trug bis 2022 das Trikot des 1. FC Köln. (Foto: Bucco)

Salih Özcan zählt zu den prominentesten Namen in der Gerüchteküche rund um den 1. FC Köln. Nun hat sich der Mittelfeldspieler von Borussia Dortmund bei der Nationalmannschaft verletzt. Könnte das die Chancen des FC erhöhen?

Im fernen East Hartford im US-Bundesstaat Connecticut hätten am Samstag zwei Eigengewächse des 1. FC Köln aufeinandertreffen können – Damions Downs mit der Nationalmannschaft der USA, Salih Özcan mit der türkischen Auswahl. Doch letztlich standen beim 2:1-Sieg der Türkei beide nicht auf Rasen. Downs, weil Nationaltrainer Mauricio Pochettino ihn auf der Bank beließ, Özcan aufgrund von Knieproblemen.

Zur Schwere der Verletzung, die er sich vorab im Training zugezogen hatte, machte der türkische Verband keinerlei Angaben. Fakt ist aber, dass Özcan das nächste Testspiel gegen Mexiko (11. Juni) ebenfalls verpassen wird. Und so dürfte der Mittelfeldspieler von Borussia Dortmund auch für die Klub-WM (15. Juni bis 13. Juli) wackeln.

Was Özcans FC-Rückkehr im Wege steht

Für Özcan und den BVB kommt die Verletzung zur Unzeit. Schließlich gilt der 27-Jährige in diesem Sommer als Kandidat für einen Wechsel. Sky berichtete nach dem Saisonende darüber, dass der 1. FC Köln um eine Rückkehr des Ehrenfelders kämpfe. Der GEISSBLOG kann bestätigen, dass intern über die Personalie diskutiert wird – doch es gibt bei diesem Vorhaben so einige Hürden.

Da ist allem voran das finanzielle Paket, das die Geißböcke schnüren müssten. Zwar dürfte sich die Ablöse ein Jahr vor Vertragsende in Grenzen halten, Dortmund soll einen Verkauf des Kölners anstreben. Aber Özcan kassiert bei der Borussia dem Vernehmen nach pro Saison vier bis fünf Millionen Euro Gehalt, was für den FC nicht zu stemmen ist.

Bekanntlich will der Aufsteiger bis an die Schmerzgrenze gehen, um Eric Martel von einem Verbleib zu überzeugen. Ein Top-Angebot für Özcan wäre wohl nur dann realistisch, wenn Martel nicht verlängern und stattdessen für eine adäquate Ablöse wechseln würde. Zumal Özcan auf der Sechs ein hochkarätiger Ersatz wäre. Die Schwierigkeit: Martel will seine Entscheidung erst nach der U21-EM treffen. Neben den finanziellen Fragezeichen haben die Kölner also auch ein Zeitproblem.

Besiktas und Galatasaray mit Interesse an Özcan

Hürde Nummer drei: die Konkurrenz. Insbesondere die beiden türkischen Clubs Besiktas und Galatasaray sollen um Özcan buhlen, könnten ihm wohl ganz andere Summen als der FC bieten. Da maximal 14 ausländische Profis in einem Süper-Lig-Kader stehen dürfen, ist das Interesse an türkischen Nationalspielern generell groß.

Und so dürften die Kölner Chancen auf eine Verpflichtung Özcans eher gering sein – oder hilft den Geißböcken nun das Pech des Mittelfeldspielers? Je nach Grad seiner Verletzung könnten die Kniebeschwerden einem Wechsel zunächst mal einen Riegel vorschieben und Interessenten abschrecken – womöglich so lange, bis der FC Klarheit hat, wie es mit Martel weitergeht.

Sportdirektor Thomas Kessler hatte Özcan zuletzt als „interessanten Spieler“ bezeichnet, wollte dies aber „in keinster Weise“ als „Bewerbung des 1. FC Köln an Salih Özcan“ verstanden wissen. Doch der FC wird die Situation seines Eigengewächses in den kommenden Wochen genau beobachten. Als Alternative für das Mittelfeldzentrum gilt auch der Mainzer Tom Krauß (zuletzt verliehen an den VfL Bochum), zu dem Kessler bereits Kontakt aufgenommen haben soll (der GEISSBLOG berichtete).

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