Sieben Profis haben den 1. FC Köln zum Saisonende verlassen. Einem Eigengewächs trauert Thomas Kessler in besonderem Maße nach: Marvin Obuz. Der FC-Sportdirektor hat entschuldigende Worte an den 23-Jährigen gerichtet.
Vor der zurückliegenden Zweitliga-Saison war Marvin Obuz einer der Spieler, auf den sich die Fans des 1. FC Köln am meisten gefreut hatten. Bei Drittligist Rot-Weiss Essen hatte der Flügelflitzer mit sieben Toren und 14 Vorlagen überragt, nach seinem Leihende traute man Obuz auch bei seinem Heimatverein den Durchbruch zu. Es kam bekanntlich anders.
Auf dem Weg zum Aufstieg durfte er lediglich fünfmal als Joker ran, spielte nicht mal 100 Minuten. Gerhard Struber setzte den gebürtigen Kölner letztmals beim Rückrunden-Auftakt in Hamburg ein – auf weitere Chancen wartete das Eigengewächs vergeblich, obwohl seine Teamkollegen über weite Strecken harmlos agierten.
Obuz-Abschied tut Kessler „extrem leid“
„Die Personalie Marvin Obuz tut mir persönlich extrem leid“, sagte Thomas Kessler nun beim Mitgliederstammtisch und führte aus: „Weil ich Marvin für einen sehr guten Fußballer halte, der – das muss man ehrlich sagen und das passiert leider im Laufe einer Saison, wenn du unter Druck stehst und aufsteigen willst – hintenübergekippt ist.“ Obuz fiel dieser letztlich erfolgreichen, aber insgesamt doch komplizierten FC-Saison zum Opfer.
Kessler, das war am Dienstagabend im RheinEnergieStadion nicht zu überhören, hätte sich einen anderen Umgang mit dem 23-Jährigen gewünscht und erlaubte sich eine Spitze gegen Ex-Trainer Struber: „Wenn Marvin die Chance bekommen hat, hat er sie in einer Formation bekommen, wo er nicht zu Hause war. Dann sollte er in Testspielen glänzen, wo die Hälfte der Mannschaft auf Länderspielreise und die andere Hälfte gedanklich im Feierabend war.“
Das war für ihn einfach unfair. Das sage ich ganz offen, das habe ich Marvin auch zur Verabschiedung gesagt.
Thomas Kessler
Die deutlichen Worte des Sportdirektors glichen einer öffentlichen Entschuldigung, zumal Kessler noch nachschob: „Das war für ihn einfach unfair. Das sage ich ganz offen, das habe ich Marvin auch zur Verabschiedung gesagt.“
An der Entscheidung, dass Obuz den FC verlässt, änderte aber auch Kesslers Beförderung zwei Wochen vor Saisonende nichts. Wobei der 39-Jährige dem Offensivspieler die Bundesliga grundsätzlich zutraut. Während der Kölner Abstiegssaison, als Obuz in Essen brilliert hatte, habe Kessler sich gedacht: „Jetzt hätte ich Marvin mit der Formkurve ganz gerne bei uns in der Mannschaft.“
Kessler: „Es funktioniert eben nicht immer“
Nun aber bleibt dem Manager nur noch, dem U17-Meister von 2019 die Daumen für die Vereinssuche zu drücken: „Ich schätze ihn sehr. Es ist sehr schade, dass es nicht funktioniert hat.“
Gleichzeitig dient Obuz Kessler als warnendes Beispiel: „Es funktioniert eben auch nicht immer. Wir dürfen uns nicht die Illusion machen, dass jeder Spieler, der nach einer Leihe zurückkommt, sofort durchschießt.“ Wenngleich die Chance bei Obuz womöglich dagewesen wäre – mit mehr Vertrauen, noch dazu auf der richtigen Position.








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