„Weiß, was ich geleistet habe“: Struber spricht über „schmerzhaftes“ FC-Aus

Gerhard Struber nach seinem letzten Spiel als Trainer des 1. FC Köln, am 3. Mai gegen Jahn Regensburg. (Foto: Bucco)
Gerhard Struber nach seinem letzten Spiel als Trainer des 1. FC Köln, am 3. Mai gegen Jahn Regensburg. (Foto: Bucco)

Bei seiner Vorstellung in Bristol hat sich Gerhard Struber erstmals auch zu seiner Entlassung beim 1. FC Köln geäußert. Der Österreicher sprach von einer Entscheidung, die alle „extrem überrascht“ habe.

Gerhard Struber wollte den Blick eigentlich nur nach vorne richten. Eine kurze Retrospektive musste dann aber doch sein, als der Ex-Trainer des 1. FC Köln am Donnerstag bei seinem neuen Club Bristol City vorgestellt wurde. Bei seiner Antritts-Pressekonferenz wurde der 48-Jährige auch zu seinem Aus am Geißbockheim befragt, das gerade mal sechs Wochen zurückliegt.

„In dem Moment war es natürlich schmerzhaft, das zu realisieren“, erinnerte sich Struber auf dem Podium in Bristol an den 4. Mai, als die FC-Gremien seine Entlassung beschlossen hatten. Nach einem 1:1 gegen den bereits feststehenden Absteiger Jahn Regensburg war bei den FC-Bossen die Stimmung endgültig gekippt.

Struber: „Freue mich für mein Team in Köln“

Struber musste gemeinsam mit Sportboss Christian Keller gehen, der sich gegen diesen Schritt gewehrt hatte. Schon damals war zu hören gewesen, was für ein harter Schlag der Rauswurf für den Österreicher war. Bei seiner Präsentation in Bristol bestätigte Struber nun: „Gerade dieser Moment hat mich und die ganze Mannschaft extrem überrascht.“ Schließlich befand sich der FC auf einem direkten Aufstiegsplatz, hatte noch drei Punkte Vorsprung auf den Relegationsrang.

Doch: „In der Trainerwelt passiert so etwas. Das muss man akzeptieren“, will Struber das bittere Aus hinter sich lassen. Am Donnerstag betonte er versöhnlich: „Ich freue mich riesig für meinen Staff und mein Team in Köln, dass sie am Ende aufgestiegen sind. Das war das Ziel.“ Seinen eigenen Anteil daran wollte er nicht unter den Tisch fallen lassen: „Ich weiß, welchen Job mein Staff und ich über die ganze Saison geleistet haben – mit all den Herausforderungen wie der Transfersperre.“

Ich fühle mich sehr, sehr gut und lasse alles von meinem letzten Verein hinter mir.

Gerhard Struber

Jetzt freue er sich riesig auf „eine ganz neue Aufgabe“ in Bristol, wo er einen langfristigen Vertrag bis 2028 unterschrieben hat: „Ich kann zeigen, was ich kann.“ Der englische Zweitligist (Platz sechs in der Vorsaison) durchkreuzte seine eigentlichen Pläne, wie Struber verriet: „Ich wollte nach Köln eine Pause einlegen, das war mein Gefühl – aber wenn England ruft, wenn Bristol City an die Tür klopft, denkt man natürlich nach.“

Struber: „Natürlich habe ich Energie“

Die Gespräche mit den Verantwortlichen, die Überschneidungen zwischen seiner eigenen Spielidee und dem beim Club gewünschten Stil hätten ihn komplett überzeugt. Struber, direkt aus dem Ibiza-Urlaub in den Südwesten Englands gejettet, versicherte zum Start: „Natürlich habe ich Energie. Ich fühle mich sehr, sehr gut und lasse alles von meinem letzten Verein hinter mir – mit guten Learnings. Jetzt bin ich hier und habe die große Chance, mit einem sehr interessanten Team den nächsten Schritt zu machen.“ Den Aufstieg, den er mit dem FC nicht feiern durfte, will er nun mit Bristol erreichen.

Die Geißböcke können Struber ihrerseits im Übrigen ebenfalls hinter sich lassen. Sein eigentlich noch bis 2026 laufender Köln-Vertrag wurde vor dem Wechsel auf die Insel aufgelöst. Der FC zahlte seinem Ex-Trainer eine Abfindung, die weitaus geringer ausfiel als die Summe, die Struber in den kommenden Monaten noch kassiert hätte.

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