Eric Martel hat sich mit emotionalen Worten und beinahe als Rekordspieler von der U21-Nationalmannschaft verabschiedet. Nun muss der Sechser des 1. FC Köln entscheiden, ob in diesem Sommer noch ein weiterer Abschied folgen wird.
Die Enttäuschung steht Eric Martel auf sämtlichen Fotos, die am Samstagabend nach dem Finale der U21-Europameisterschaft geschossen wurden, ins Gesicht geschrieben. Nach 20 Partien ohne Niederlage verloren die deutschen Talente ausgerechnet im EM-Endspiel gegen England erstmals seit zwei Jahren. Und so mussten Martel und Jan Thielmann nach der Zweitliga-Meisterschaft mit dem 1. FC Köln diesmal dem Gegner beim Feiern zuschauen.
Mit der Europameisterschaft endete für die beiden 23-Jährigen auch die Zeit im DFB-Nachwuchs. Thielmann durchlief ab der U15 sämtliche Jugendteams, Martel ab der U19. Bei der U21 wäre der Sechser beinahe als Rekordspieler in die Geschichte eingegangen. 30-mal lief Martel für die DFB-Auswahl auf – nur der Ex-Bremer und -Schalker Fabian Ernst absolvierte noch eine Partie mehr für die U21.
Nach der Final-Niederlage gegen England (2:3 nach Verlängerung) zog Martel mit emotionalen Worten einen Schlussstrich unter diese Etappe seiner noch jungen Karriere. „Leider haben wir den Pokal nicht mit nach Hause gebracht, aber ich bin so stolz, Kapitän dieser fantastischen Mannschaft gewesen zu sein“, schreibt der gebürtige Straubinger auf Instagram.
Martel: „Wird uns stärker machen für unsere Zukunft“
Und weiter: „Es war eine unglaubliche Reise über zwei Jahre, und wir haben es geschafft, bis ins Endspiel ungeschlagen zu bleiben. Diese Niederlage wird uns alle nur stärker machen und uns für unsere weitere Zukunft motivieren! Jetzt heißt es, wieder Kräfte zu sammeln und die Akkus für die nächste Saison aufzuladen.“
Martel und Thielmann erhalten nach der EM wie üblich Sonderurlaub, werden wohl erst im Trainingslager im österreichischen Bad Waltersdorf in die Vorbereitung des 1. FC Köln einsteigen. Bis dahin gilt es für die beiden, nicht nur die Akkus aufzuladen, sondern auch über die eigene Zukunft nachzudenken.
Der FC will die 2026 auslaufenden Verträge der Vize-Europameister bekanntlich vorzeitig verlängern. Doch insbesondere hinter Martels Plan steht ein dickes, fettes Fragezeichen. Bei entsprechenden Nachfragen hatte der Mittelfeldspieler bislang stets betont, sich zunächst auf die EM konzentrieren zu wollen. Nun aber hat Martel im Urlaub ausreichend Zeit, sich Gedanken zu machen, ob er beim FC verlängern oder bereits in diesem Sommer wechseln möchte – ein anderes Szenario schließt zumindest der Club aus.
Ausstiegsklausel nun definitiv abgelaufen
Martel selbst soll dem Vernehmen nach allerdings keine Eile verspüren. Wie zu hören ist, kann er sich einen Verbleib in Köln gut vorstellen – jedoch nicht im Verbund mit einer Vertragsverlängerung. Nach seiner Rückkehr ans Geißbockheim dürfte Klärungsbedarf herrschen.
Irritationen gab es zuletzt bezüglich einer in seinem bisherigen Kontrakt verankerten Ausstiegsklausel in Höhe von zehn Millionen Euro. Spekuliert wurde, dass diese bereits Mitte Juni abgelaufen ist – aber auch, dass sie bis 30. Juni Bestand hatte. Inzwischen ist so oder so klar, das potenzielle Interessenten mit dem 1. FC Köln verhandeln müssen. Und dann wird sich zeigen, ob Martel in diesem Sommer noch eine weitere Abschiedsbotschaft verfassen muss.








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