„Wir sagen erstmal: Stopp“: FC demonstriert gegen politischen Rückschlag

Knapp 300 Fans versammelten sich neben dem Kölner Rathaus (Foto: GEISSBLOG)
Knapp 300 Fans versammelten sich neben dem Kölner Rathaus (Foto: GEISSBLOG)

Am Donnerstag versammelten sich rund 300 Anhänger des 1. FC Köln neben dem Kölner Rathaus. Der Verein hatte kurzfristig zur Demonstration aufgerufen, um ein deutliches Signal in Richtung Stadtpolitik zu senden. 

Fast 300 Fans des 1. FC Köln haben sich am Donnerstagmittag zu einer Protestaktion neben dem Kölner Rathaus versammelt. Aufgerufen dazu hatte der Verein nur einen Tag zuvor selbst. Hintergrund war die Sorge um den Geißbockheim-Ausbau.

Am Mittwoch hatte das Ratsbündnis (Grüne, CDU, Volt) einen Antrag eingebracht, um die Gleueler Wiesen für drei Jahrzehnte an die Umweltorganisation BUND zu vergeben. Damit wäre für den FC jedigliche Hoffnung auf den Bau mehrerer Fußballplätze im Grüngürtel dahin. Am Donnerstagnachmittag sollte auf der letzten Ratssitzung vor den Neuwahlen im September darüber abgestimmt werden.

Protest vor dem Rathaus

Die Demonstration zog nicht nur zahlreiche Fans und Mitglieder der aktiven Fanszene an. Auch Vertreter des Mitgliederrats wie Fabian Schwab, Kandidaten für das Präsidentenamt wie Sven Adenauer (Team Adenauer) sowie Jörg Alvermann (Team des Mitgliederrats) und Carsten Wettich (Team Wettich) zeigten Flagge. Die Teams von Adenauer und Wettich nutzten dabei die Gelegenheit, eifrig Unterschriften zu sammeln, um die nötigen 4600 Stimmen für ihre Kandidatur zu erreichen.

Sven Adenauer, Fabian Schwab und Jörg Alvermann (v.l.n.r.) waren vor Ort bei der Demonstration (Fotos: GEISSBLOG)
Sven Adenauer, Fabian Schwab und Jörg Alvermann (v.l.n.r.) waren vor Ort bei der Demonstration (Fotos: GEISSBLOG)

Die Stimmung war kämpferisch. Es wurden Fangesänge angestimmt, Banner gezeigt und klare Worte gefunden. Philipp Türoff, Geschäftsführer für Finanzen und Administration beim FC, sagte: „Es war aus unserer Sicht jetzt wirklich mal Zeit für ein klares Signal, dass wir so nicht mit uns umspringen lassen.“ Vor der Sitzung waren Türoff und Vizepräsident Eckhard Sauren im Rathaus, um weitere Gespräche zu führen.

„Schritt in die falsche Richtung“

Türoff sprach offen von einem Vertrauensbruch: „Hier ist ein Antrag eingebracht worden, die Gleueler Wiese auf 30 Jahre wieder einer anderen Verwendung zuzuführen (…), um weitere Hindernisse in die Welt zu setzen.“ Der FC fühle sich übergangen. Der Antrag erscheine wie ein taktisches Manöver, das in keiner Weise mit den vorherigen Vereinbarungen übereinstimme.

Auch Sauren äußerte sich: „Jetzt haben wir zwar die Zusage für den Bau des Leistungszentrums, aber immer noch nicht die Plätze, was so dann auch nicht viel wert ist.“ Seit Jahren versuche man Kompromisse zu finden, aber der politische Wille fehle bisher. Der aktuelle Antrag sei ein „Schritt in die falsche Richtung“.

CDU stellt sich gegen den Antrag

Ein kleiner Hoffnungsschimmer kam jedoch zum Schluss der Veranstaltung: Bernd Petelkau, CDU-Fraktionsvorsitzender im Stadtrat, sprach spontan zu den Fans. „Wir haben erhebliche Bedenken, dass in der Stadtverwaltung das so effizient läuft“, sagte er. Seine Fraktion werde gegen den Antrag stimmen, auch weil „die Satellitenplätze nicht fertig sind“ und weil man „nicht guten Gewissens einem einzigen Begünstigten etwas zuwilligen“ könne.

Diese Aussage sorgte für Erleichterung auf Seiten des FC und es gab großen Applaus für den Politiker. Sollte die CDU tatsächlich gegen den Antrag stimmen, bleibt die Möglichkeit bestehen, dass der Bau der Plätze doch noch realisiert werden kann .

Ein Zeichen, aber noch kein Abschluss

Am Ende der Veranstaltung zeigten sich viele Beteiligte vorsichtig optimistisch. Auch Philipp Türoff betonte: „Nur die Tatsache, dass wir jetzt hier sind, erklärt ja auch noch nicht der ganzen Welt, was jetzt eigentlich so Schlimmes passiert ist. Aber wir sagen erstmal: Stopp.“

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