„Nicht um heißen Brei reden“: So erklärt Kwasniok die Kader-Entscheidung

Die erste Trainingseinheit in Bad Waltersdorf am Samstag. (Foto: GEISSBLOG)
Die erste Trainingseinheit in Bad Waltersdorf am Samstag. (Foto: GEISSBLOG)

Den Profis des 1. FC Köln steht eine intensive Trainingswoche in Bad Waltersdorf bevor. Nach der ersten Einheit am Samstag sprach Trainer Lukas Kwasniok über…

Aus dem Trainingslager in Bad Waltersdorf berichten Sonja Gauer und Marc L. Merten

…das Trainingslager: „Es ist immer viel Inhalt, es ist anstrengend. Es ist aber immer ein Ball dabei. Du sitzt aufeinander, hast keine Kinder, die nachts schreien oder eine Frau, die vielleicht Bauchweh hat. Jeder kämpft um seinen Platz und hat die Chance, einen zu ergattern. Jeder kann zeigen, was er draufhat. Ich habe noch nie ein schlechtes Trainingslager gehabt, alle sind gut gelaunt und am Ende ein bisschen kaputt.“ 

…die Einsteiger Eric Martel, Jan Thielmann und Said El Mala: „Wir sind happy. Es war so geplant, dass die drei Jungs jetzt dazustoßen. Es ist auch toll, dass die Verpflichtung von Sebastian Sebulonsen geklappt hat. Dann kristallisiert sich automatisch eine Hierarchie heraus, sie wird sich auch im Vergleich zur vergangenen Saison verändern. Die einen kämpfen um ihren Platz, die anderen wollen ihn behalten. Es ist aber auch nach dem Trainingslager nichts in Stein gemeißelt.“ 

So plant Kwasniok das Trainingslager

…den Ablauf: „Am Montag und Dienstag werden wir zweimal trainieren, zudem haben wir immer längere Video-Einheiten am Abend. Es geht nicht darum, die Jungs in den Keller zu trainieren. Mittwoch bietet sich für ein Event an, dann können die Jungs auch mal durchschnaufen. Am Freitagvormittag trainieren wir nochmal und haben dann am Nachmittag das Spiel gegen Leicester. Das Trainingslager ist nicht so lange. Auf drei Monate hätte ich auch keine Lust. Aber sieben Tage weg von zuhause mit den Jungs hier: herrlich.“ 

…die Entscheidung, Spieler zuhause zu lassen: „So hat man mich kennengelernt bisher. Ich bin relativ direkt in meiner Aussage, ohne persönlich zu werden. Wenn es aus meiner Sicht bei dem ein oder anderen nicht reicht, dann muss ich nicht um den heißen Brei herumreden. Entscheidungen zu treffen ist für mich das normalste der Welt. Da geht es nicht um persönliche Befindlichkeiten, sondern um Leistung. Mit Jacob Christensen und Luca Kilian haben wir zwei Jungs, die nicht ganz bei hundert Prozent sind. 22 bis 23 Feldspieler stellt eine ideale Größe dar. Deswegen habe ich mich aus Überzeugung für diesen Kader entschieden.“  

Neuzugänge noch im Trainingslager?

…mögliche Neuzugänge im Trainingslager: „Wenn etwas passiert, passiert etwas. Ich habe nicht das Gefühl, dass morgen oder übermorgen jemand dazu stößt. Wer weiß, vielleicht kann Kess mich überraschen. Das wäre schön, aber ich dränge nicht händeringend danach.“ 

…seine Wünsche auf dem Transfermarkt: „Am Ende geht es immer um Qualität. Ich bin auf keine Systematik festgefahren. Laufintensität und Bereitschaft sind wichtige Themen. Deswegen bin ich so happy, dass Jan, Eric und Said da sind. Sie bringen Dynamik und eine Lauffähigkeit mit. Das führt dazu, dass die anderen gar nicht anders können, als das gleiche an den Tag zu legen. Sie ziehen die Mannschaft automatisch mit. Das ist das Credo für die Neuzugänge: sie müssen Bock haben auf den FC, auf die Arbeit und die Intensität.“  

Kwasniok: „Das ist die Eintrittskarte“

…seine Erwartungen an die Mannschaft: „Energie. Hunger. Das ist die Eintrittskarte. Ich hoffe, dass das bei dem ein oder anderen noch klarer wird. Du kannst der beste Schwimmer der Welt sein, wenn du deine Eintrittskarte nicht hast, kannst du nicht zeigen, was du draufhast. Der Hunger ist unverzichtbar und unverhandelbar und meine Eintrittskarte für die Spieler. In den Testspielen haben wir es zum Teil aus der Hand gegeben. Da haben wir noch Luft nach oben. Das ist normal, wir arbeiten erst wenige Tage miteinander. Der Wille ist aber da.“

…Einzelgespräche während des Trainingslagers: „Es ist eher Smalltalk. Ich mag diese Frontalgespräche in einem Sitzungssaal nicht. Ich mag Sitzungen eh nicht, das ist, um sich selbst zu schützen und sie im Kalender zeigen zu können. Ich bin dieser Smalltalk-Typ, auf dem Weg zum Training beim Radeln oder vor dem Abendessen. Da ist eine gewisse Lockerheit, Frische und Ehrlichkeit dabei. Der Austausch ist offener. Das ist meine Herangehensweise. Da ist manchmal auch ein Schulterklopfer gefragt. Die offiziellen Termine sind aber natürlich auch ein Teil, selbst wenn ich es immer steril finde.“  

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