Kessler kontra Keller: „Die Aussage hat mir nicht gefallen“

Thomas Kessler und Christian Keller arbeiteten beim 1. FC Köln bis Mai zusammen. (Foto: Bucco)
Thomas Kessler und Christian Keller arbeiteten beim 1. FC Köln bis Mai zusammen. (Foto: Bucco)

Der 1. FC Köln muss in der ersten Pokal-Runde zum SSV Jahn Regensburg – dem langjährigen Verein seines Ex-Geschäftsführers Christian Keller. Vorab hat Kellers womöglich bester FC-Transfer für eine Meinungsverschiedenheit gesorgt.

Wem Christian Keller die Daumen drückt, wenn am Sonntagnachmittag seine beiden Ex-Vereine aufeinandertreffen, ist nicht überliefert. Doch auch in der Zuschauerrolle dürfte das Duell des SSV Jahn Regensburg mit dem 1. FC Köln ein besonderes Spiel für den derzeit beschäftigungslosen Funktionär werden.

In Regensburg führte er mehr als acht Jahre als alleiniger Geschäftsführer die Geschicke, wurde später zum Ehrenvorsitzenden ernannt. Beim FC war für ihn erst Anfang Mai, nach einem 1:1 gegen den Jahn, Schluss als Sportboss. Nach mehr als drei Jahren, in denen Keller den Club saniert hat, aber immer wieder Kritik für seine Transferpolitik einstecken musste.

Kellers Vorschusslorbeeren, Kesslers Antwort

Zumindest auf zwei seiner Verpflichtungen können sich wohl alle FC-Fans einigen: Eric Martel, der zu aktuell zu den wichtigsten Stützen in der Mannschaft zählt, und Said El Mala, der eines der Gesichter der Zukunft werden soll. Doch El Mala ist es auch, der für einen Dissens zwischen Keller und dessen Nachfolger Thomas Kessler sorgt.

Er lege sich fest, dass El Mala „der teuerste Abgang der FC-Historie werden wird“, hatte Keller während der Sommerpause in einem Interview gesagt und erklärt: „Er ist ein Ausnahmespieler, den wir verpflichtet haben, als ihn kaum jemand gesehen hat.“ Dass sich der Ex-FC-Boss ähnlich geäußert hätte, wenn er noch im Amt gewesen wäre, darf bezweifelt werden.

Die Aussage hat mir persönlich nicht gefallen. Gerade in Köln ist es wichtig, Erwartungen realistisch einzuordnen.

Thomas Kessler

Am Geißbockheim kamen diese gewaltigen Vorschusslorbeeren für einen 18-Jährigen, der bislang lediglich in der 3. Liga gespielt hat, wenig überraschend gar nicht gut an. Thomas Kessler erklärt gegenüber der Kölnischen Rundschau nun: „Die Aussage hat mir persönlich nicht gefallen. Gerade in Köln ist es wichtig, Erwartungen realistisch einzuordnen.“

Der Sportdirektor meint: „Said hat unbestritten ein hohes Potenzial, aber auch noch Schritte zu gehen, um in der Bundesliga richtig anzukommen. Er spielt beim FC, wir wollen ihn entwickeln und gemeinsam erfolgreich sein. Dass im Profi-Fußball über große Transfersummen diskutiert wird, gehört dazu – es hilft ihm aber nicht, diese Diskussion zu befeuern.“

Verkauf war für Kessler kein Thema

Kessler hätte El Mala bereits in diesem Sommer zum zweitteuersten Abgang der Vereinshistorie machen können. Premier-League-Club Brighton & Hove Albion war bereit, rund 15 Millionen Euro zu zahlen. Diese Summe hatte der FC auch für Lukas Podolski (2013 zu Arsenal) und Jhon Cordoba (2021 zu Hertha) kassiert, nur Anthony Modeste war bei seinem China-Transfer noch teurer.

Doch: „Wir haben keine Sekunde darüber nachgedacht habe, Said abzugeben. Es geht doch jetzt erst los für ihn“, stellte Kessler noch einmal klar, dass ein Verkauf für ihn kein Thema war. Der Sportchef verlängerte stattdessen vorzeitig mit Said und dessen Bruder Malek El Mala – verbunden mit einer Gehaltsanpassung.

„Wer Leistung bringt, kann gutes Geld verdienen“

„Wer beim 1. FC Köln Leistung bringt, kann auch gutes Geld verdienen“, so Kessler: „Die beiden Jungs haben ihre Verträge unterschrieben, als sie unbekannter waren und ihre Qualität noch nicht wie in der letzten Saison unter Beweis gestellt haben. Wir wollten zu Saisonbeginn ein Zeichen setzen, dass wir mit ihrer Entwicklung zufrieden sind und weiter mit ihnen nach vorne gehen möchten.“ Solch ein Schritt wäre wohl wiederum Keller nicht derart früh in den Sinn gekommen.

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