Einzelkritik: Vier Vieren – eine Eins für Kölns entscheidendes Köpfchen

Ragnar Ache legte zweimal per Kopf auf. (Foto: IMAGO / Beautiful Sports)
Ragnar Ache legte zweimal per Kopf auf. (Foto: IMAGO / Beautiful Sports)

Durch die späten Treffer von Eric Martel und Isak Johannesson ist der 1. FC Köln trotz einer lange Zeit enttäuschenden Leistung in die zweite Runde des DFB-Pokals eingezogen. Der entscheidende Mann beim 2:1-Sieg in Regensburg kam von der Bank. Die Noten zum dramatischen Saisonauftakt.

Tor & Abwehr

Ron-Robert Zieler

In seinem zweiten Pflichtspiel für den 1. FC Köln trug der neue Vize-Kapitän wie angekündigt die Binde. Bei einem langen Ball auf Kühlwetter direkt aufmerksam (2.). Bügelte mit einer Parade gegen Hermes einen Patzer von Hübers aus (37.). Beim Gegentor durch Bauer war Zieler dann machtlos (66.) und darüber hinaus kaum gefordert. Der späte Doppelschlag verhinderte, dass sein Job als Pokal-Torhüter bereits nach einem Spiel erledigt war.
GEISSBLOG-Note: 3,0

Joel Schmied

Schmied musste nach einem Foul am Sprunggelenk behandelt werden (43.) und räumte kurz darauf Nebenmann Hübers ab – eine Szene, die stellvertretend für die erste Halbzeit stand, in der den Geißböcken wenig gelingen wollte. In seiner Kernaufgabe, dem Verteidigen, agierte der Schweizer fehlerarm, war gerade bei hohen Bällen stets der Sieger. Zudem spielte Schmied kaum einen Fehlpass.
GEISSBLOG-Note: 3,0

Timo Hübers

Der Ex-Kapitän klärte beim ersten Regensburger Eckball vor Strauss und Hermes, das hätte ansonsten gefährlich werden können (26.). Tatsächlich gefährlich wurde es, als sich Hübers vor dem eigenen Strafraum von Hermes den Ball abluchsen ließ – er konnte sich beim parierenden Zieler bedanken (37.). Kurz vor der Pause bot sich dem Innenverteidiger am anderen Ende des Spielfelds die Chance auf das 1:0, nach einem Freistoß landete sein Kopfball knapp neben dem linken Pfosten (45+2.).
GEISSBLOG-Note: 4,5

Cenk Özkacar

Nach nur vier Trainingseinheiten stand Özkacar in der Startelf. Der neunfache türkische Nationalspieler lieferte ein solides Debüt ohne größere Schnitzer ab, blieb weitestgehend unauffällig. Mit 67 Prozent gewonnenen Duellen hatte Özkacar prompt die beste Zweikampfquote der drei Innenverteidiger.
GEISSBLOG-Note: 3,0

Kristoffer Lund (ab 68. Minute)

Lund ersetzte nach dem 0:1 Özkacar, mit seiner Hereinnahme stellte der FC auf Viererkette um. Mit seinem Offensivdrang sollte der Linksverteidiger helfen, das Spiel zu drehen – und das tat er auch. Der US-Nationalspieler mit dänischen Wurzeln flankte den Ball vor dem entscheidenden 2:1 in den Regensburger Strafraum.
GEISSBLOG-Note: 3,0

Mittelfeld

Sebastian Sebulonsen

Der Norweger war es, der die erste echte Chance im Spiel hatte und einen Kopfball aus elf Metern knapp über das Tor setzte (29.). Als rechter Schienenspieler tauchte Sebulonsen überall auf dem Feld auf – eben auch im gegnerischen Strafraum. Mit seiner Physis war er sämtlichen Gegenspielern überlegen, verlor kaum einen Zweikampf. Ein paar mehr entscheidende Aktionen im Vorwärtsgang hätten es aber doch sein dürfen.
GEISSBLOG-Note: 3,0

Isak Johannesson

Johannesson soll und will im FC-Mittelfeld die Fäden ziehen, das hatte sich schon während der Vorbereitung gezeigt. Gegen die tief stehenden Regensburger war das keine leichte Aufgabe – dem Isländer boten sich kaum Gelegenheiten, Pässe in die Schnittstelle zu spielen. Aber am Ende war Johannesson doch einer der entscheidenden Akteure. Zunächst mal leitete der Ex-Düsseldorfer das 1:1 mit seinem Chipball auf Ache ein. Dann sprintete er in der achten Minute der Nachspielzeit in den Regensburger Strafraum, um völlig alleingelassen zum 2:1 einzuschieben. Was für ein Ende seines FC-Debüts.
GEISSBLOG-Note: 2,0

Eric Martel

Als Abräumer vor der Dreierkette führte Martel die meisten Zweikämpfe, antreiben konnte er das FC-Spiel allerdings nicht wirklich. Dann aber stand der ehemalige Regensburger Nachwuchsspieler im Strafraum goldrichtig, um den Ball zum 1:1 einzuschweißen (90+6.). Ohne ihn wäre der FC ausgeschieden.
GEISSBLOG-Note: 2,5

Linton Maina

Maina begann als linker Schienenspieler, diese Rolle hatte er schon während der Vorbereitung immer wieder ausgefüllt. In Regensburg kam er jedoch nicht wirklich zur Geltung, wirkte eher fehl am Platz. Nach einer halben Stunde sah Maina Gelb, obwohl er gegen Oliveira den Ball gespielt hatte. Seine beste Szene war die Freistoßflanke auf Hübers, die der Innenverteidiger per Kopf neben das Tor setzte.
GEISSBLOG-Note: 4,5

Jan Thielmann (ab 68. Minute)

Thielmann, der überraschend nicht in der Startelf stand, löste Maina ab. Als Joker kam er zu zwei Abschlüssen, konnte aber keine wirkliche Gefahr entfachen. Eher als emotionaler Leader gefragt.
GEISSBLOG-Note: 3,5

Florian Kainz (ab 75. Minute)

Kainz kam für Kaminski und sollte dem FC mit seiner Ruhe helfen, hintenraus die Schlagzahl zu erhöhen. Die Kölner Schlussoffensive lief bis zum Doppelschlag allerdings auf einem äußerst überschaubaren Niveau ab, daran konnte auch der Österreicher wenig ändern. Immerhin legte er zwei Abschlüsse auf.
GEISSBLOG-Note: 3,5

Angriff

Marius Bülter

Bülter startete gemeinsam mit Kaminski hinter Sturmspitze Waldschmidt und holte den ersten von zahlreichen Eckbällen heraus (7.). Der Ex-Hoffenheimer war durchaus engagiert, nur wollte ihm nichts Entscheidendes gelingen. Hat noch Luft nach oben.
GEISSBLOG-Note: 4,0

Jakub Kaminski

Kaminski, einer von sechs Neuzugängen in der Startelf, fehlte im Vergleich zu seiner bärenstarken Vorbereitung die Durchschlagskraft. Der Pole brachte zwar viele Bälle an den Mann, aber wenige davon ließen den FC einem Torerfolg näher kommen. Gut war seine Flanke auf Sebulonsen, die zur ersten Kölner Chance des Nachmittags führte.
GEISSBLOG-Note: 3,5

Luca Waldschmidt

Waldschmidt fiel das erste Mal auf, als er kurz nach der Pause in den Regensburger Strafraum dribbelte, aber das Tor verfehlte (49.). Kwasnioks Idee, auf einen Mittelstürmer mit „Finesse“ zu setzen, ging nicht auf – Waldschmidt blieb harmlos. Vor dem 0:1 wiederum dirigierte er am eigenen Sechzehner nur, statt Torschütze Bauer zu attackieren..
GEISSBLOG-Note: 4,5

Said El Mala (ab 75. Minute)

El Mala löste auf der offensiven Außenbahn Bülter ab und war als Dribbelkünstler definitiv ein belebendes Element. Mit zwei Abschlüssen (77./81.) sorgte er schon in den ersten Minuten nach seiner Einwechslung für mehr Gefahr im Regensburger Strafraum als sämtliche Teamkollegen vorher.
GEISSBLOG-Note: 2,5

Ragnar Ache (ab 75. Minute)

Mit Ache rückte ein klassischer Zielspieler ins Sturmzentrum, wo Waldschmidt Feierabend hatte. Es war vor allem die Einwechslung des Angreifers, die den FC noch in die zweite Pokal-Runde einziehen ließ. Aches Hereinnahme veränderte das Spiel, mit seiner Präsenz im Strafraum war er für den Drittligisten nicht zu bändigen. Der in der Luft nicht zu bezwingende Torjäger legte erst Martel das 1:1 und dann Johannesson das 2:1 auf – jeweils per Kopf. So avancierte Ache auch ohne eigenen Treffer zum eigentlichen Matchwinner.
GEISSBLOG-Note: 1,0

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