Verkehrte Welt vor Stuttgart: „Klingt ein bisschen doof, wenn man verloren hat“

Lukas Kwasniok hat gegen Leipzig viele positive Aspekte gesehen. (Foto: Bucco)
Lukas Kwasniok hat gegen Leipzig viele positive Aspekte gesehen. (Foto: Bucco)

Trotz der ersten Saisonniederlage geht der 1. FC Köln mit Selbstvertrauen in die Woche vor dem Heimspiel gegen den VfB Stuttgart. Während die ersten Spiele trotz Punktgewinnen oftmals auch kritisch eingeordnet wurden, überwiegt nach dem 1:3 bei RB erstaunlich viel Positives.

Lukas Kwasniok sprach nach der 1:3-Pleite bei RB Leipzig davon, dass der FC „fußballinhaltlich eigentlich den stabilsten Eindruck mit dem Ball gemacht“ habe. Und der Trainer schob hinterher: „Es klingt ein bisschen doof, wenn man verloren hat, aber wir haben den Gegner gut bespielt.“ Eine Aussage, die insofern bemerkenswert ist, als dass sie auf die erste Niederlage der Saison folgte.

Tatsächlich aber präsentierte sich der Bundesliga-Aufsteiger gegen den Champions-League-Anwärter über weite Strecken mutig, strukturiert und mit klarer Spielidee. Nur fünf Minuten Tiefschlaf vor der Pause sowie eine vergebende Großchance von Ragnar Ache im zweiten Durchgang verhinderten am Ende wohl ein besseres Ergebnis.

Fortschritte mit Ballbesitz

Schon in den ersten Wochen war erkennbar, dass Kwasniok den FC im Ballbesitzspiel entwickeln will. In Leipzig gelang es erstmals über längere Phasen, den Gegner nicht nur zu beschäftigen, sondern auch selbst Akzente zu setzen. „Die Leistung war mehr als couragiert“, lobte der Trainer, der zuletzt nach Punktgewinnen immer auch zum Teil kritische Töne angeschlagen hatte. Auch Sportdirektor Thomas Kessler sah das Vorhaben aufgehen: „Da war ein klarer Plan dahinter, den haben die Jungs über viele Strecken umgesetzt.“

Es waren am Ende Nuancen, die den Unterschied machten. Nach dem 1:1-Ausgleich durch Jan Thielmann wirkte der FC stabil – und verlor dann doch kurz vor dem Seitenwechsel den Faden. Leipzig bestrafte das eiskalt. „Kleinigkeiten haben darüber entschieden, dass wir uns für eine sehr ordentliche Leistung nicht belohnt haben“, resümierte Kessler.

Realismus vor Stuttgart

Für die Stimmung innerhalb der Mannschaft vor dem Heimspiel gegen den VfB Stuttgart war das Ergebnis trotzdem kein Rückschlag. Thielmann betonte: „Wir haben nicht gegen irgendwen gespielt, sondern gegen Leipzig. Deswegen muss man da Realist bleiben.“ Dass die Niederlage im Tabellenbild bislang keine großen Auswirkungen hat, verstärkte den Gesamteindruck.

So geht der FC in dieser Woche trotz des Ergebnis-Rückschlags mit einer Portion Rückenwind in die Vorbereitung auf Duell mit dem Team von Trainer Sebastian Hoeneß. Die Partie wird dabei auch zeigen, ob die Kölner ihre Ballbesitz-Ansätze aus Leipzig nun auch gegen den amtierenden Pokalsieger und einen weiteren ambitionierten Europapokal-Kandidaten bestätigen können.

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