Versöhnung oder Konfrontation? Wolf und Sauren müssen sich entscheiden

Eckhard Sauren und Werner Wolf. (Foto: Bucco)
Eckhard Sauren und Werner Wolf. (Foto: Bucco)

Werner Wolf und Eckhard Sauren treten am Samstag als Vorstände des 1. FC Köln ab. Es dürfte ein ungemütliches Ende ihrer zweiten Amtszeit werden. Dabei wäre das gar nicht nötig gewesen.

Ein Kommentar von Marc L. Merten

Werner Wolf und Eckhard Sauren hatten einen großen Wunsch. Der Präsident und der Vizepräsident des 1. FC Köln wollten erhobenen Hauptes und vor allem versöhnlich aus dem Amt scheiden. „Das Geißbockheim durch die Vordertür verlassen“, hatte Wolf es mal genannt. Ob dem Duo dieser Abschied gelingt?

Vieles wird davon abhängen, wie sich Wolf und Sauren auf der Mitgliederversammlung am Samstag präsentieren werden. Vor sechs Jahren hatten Toni Schumacher und Markus Ritterbach eine letzte Konfrontation gewählt und hatten es mit Pfiffen und Buh-Rufen bezahlt. Kein schönes Ende für das Duo. Wolf und Sauren hatten es als damalige Wahlsieger live vor Ort miterlebt. Ob sie sich nun noch einmal daran erinnern?

Zwischen großer Chance und persönlicher Abrechnung

Eines dürfte klar sein: Sollte sich das Duo so uneinsichtig und nachtragend präsentieren, wie man zuletzt mit dem Beirat, mit Mitgliederrat und der aktiven Fanszene umgesprungen war, dürfte es am Samstag ungemütlich werden. Die FC-Mitglieder haben in der Regel ein gutes Gespür dafür, wenn jemand auf der Bühne noch einmal eine persönliche Rechnung begleichen möchte.

Wolf und Sauren haben aber auch eine große Chance. Sollten sie vermittelnde Töne finden, um die Fans der Geißböcke noch einmal zusammenzubringen für eine gute Zukunft des Clubs – egal, wie die Vorstandswahl schließlich enden sollte –, könnte das Duo mit einem positiven Effekt abtreten. Dann hätten sie dem FC einen wichtigen Dienst erwiesen.

Wolf und Sauren wirken wie Getriebene

Einzig offen ist, ob Wolf und Sauren das auch erkennen. Das Duo könnte eigentlich entspannt verfolgen, wie die drei Vorstandsteams um ihre Nachfolge kämpfen. Ein letztes Mal müssen sie zwar noch das vergangene Geschäftsjahr abhandeln und in einer Aussprache verteidigen, doch erstens sieht es sportlich und finanziell gut aus. Und zweitens könnten sie den Ton setzen für einen friedlichen Abschluss ihrer Amtszeit.

Das Problem: Nach der Nicht-Entlastung aus dem Vorjahr sind Wolf und Sauren bis heute gekränkt, hinzu kam die Kränkung durch die Nicht-Nominierung für eine weitere Amtszeit. Überwunden haben sie beides nicht. Entsprechend verhielt sich das Duo zuletzt und versuchte alles, um ihrem Vorstandskollegen Carsten Wettich im Wahlkampf zu unterstützen. Auch deshalb wirkten Wolf und Sauren wie Getriebene.

Sechs Jahre für den FC geopfert

Es ist zu erwarten, dass alle Äußerungen der beiden Noch-Vorstände am Samstag, die nach Wahlkampf klingen sollten, nicht gut ankommen werden. Zumindest bei Teilen der Mitgliederversammlung. Und so wird es für Wolf und Sauren darum gehen, sich diplomatisch und neutral zu verhalten. Gelingt es ihnen, dürfte ihnen ein versöhnlicher Abschied mit Blümchen und Applaus sicher sein. Es wäre ihnen zu wünschen, denn bei aller Kritik haben sie sechs Jahre ihres Lebens für den FC geopfert. Und dafür gebührt ihnen am Ende nur eines: der Dank aller Mitglieder.

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