Der Kaderwert der Profis des 1. FC Köln hat seit dem Wiederaufstieg eine positive Entwicklung genommen. Ausschlaggebend ist dafür der gute Saisonstart – sowie die eingeschlagenen Transfers von Sportchef Thomas Kessler.
Der im September ausgeschiedene Vorstand des 1. FC Köln rund um Ex-Präsident Werner Wolf hatte sich für seine Amtszeit einige Ziele gesetzt. Eines davon, Punkt zehn im eingeführten FC-Matchplan, war die Kaderwertsteigerung bei den Profis. In einer eigenen Marktanalyse hatte das damals verantwortliche Trio ermittelt, dass jene Mannschaften, die sich in den Top Ten der Bundesliga etablieren, in der Regel auf einen Marktwert von 185 Millionen Euro kommen.
Zu diesem Zeitpunkt lag der Kaderwert des 1. FC Köln bei rund 100 Mio. Euro. Statt einer kontinuierlichen Steigerung erlebten die Geißböcke in den folgenden Jahren jedoch ein stetiges Auf und Ab. Während der Amtszeit von Werner Wolf, Carsten Wettich und Eckhard Sauren hatte die FC-Profimannschaft seinen höchsten Marktwert laut transfermarkt.de mit 118,2 Millionen Euro in der Saison 2020/21, die letztlich in der Relegation endete.
Wert nach Aufstieg kaum gestiegen
Die Mannschaft, die unter Steffen Baumgart ein Jahr später die Conference League erreichte, kam mit Spielern wie Salih Özcan und Ellyes Skhiri (beide damals 13 Mio. Euro) auf insgesamt 99,28 Mio. Euro. In den beiden Folge-Jahren in der Bundesliga, freilich auch bedingt durch die Transfersperre, lagen die Werte erst bei 115,65 und dann 81,45 Mio. Euro. In der vergangenen Zweitliga-Saison betrug der Wert 77,38 Mio. Euro.
Diesen konnte der FC mit Thomas Kessler als Nachfolger von Christian Keller als Kaderplaner nach dem Aufstieg dabei zunächst nicht steigern. Zwar holte der neue Sportchef inklusive Rückkehrer Said El Mala zwölf neue Spieler für die Profis, die den Kaderwert deutlich angehoben hatten. Mit Damion Downs, Max Finkgräfe, Dejan Ljubicic und Tim Lemperle verließen aber auch vier der wertvollsten Spieler im vergangenen Sommer den Club. Letztlich ging der FC mit einem Marktwert von 77,45 Mio. Euro in die laufende Bundesliga-Saison.
Neuzugänge legen mächtig zu
Wie sehr sich die Arbeit von Kessler im Sommer aber bereits ausgezahlt hat, zeigt die neuste Anpassung der Marktwerte. Dank des erfolgreichen Saisonstarts konnten gleich neun Spieler ihren Wert zum Teil erheblich steigern. So ist der FC-Kader nun 106,28 Mio. Euro wert – und hat damit eine Steigerung von knapp 30 Mio. Euro hingelegt. El Mala mit einem Plus von 15 Mio. Euro ragt dabei freilich deutlich in dieser Bewertung hervor, doch auch die Neuzugänge Rav van den Berg, Isak Johannesson, Jakub Kaminski und Sebastian Sebulonsen legten zu.
In Summe hat sich der Kölner Marktwert im Vergleich zur letzten Anpassung Mitte Juni damit um 37,2 Prozent gesteigert. Keine andere Bundesliga-Mannschaft hat damit prozentual eine derartige Wertsteigerung hingelegt wie der FC. Dahinter folgt der FC St. Pauli mit 23,8 Prozent, wo insbesondere Louis Oppie mit einer Steigerung von 400 Prozent herausragt. Dann folgt Eintracht Frankfurt mit 18,2 Prozent und Borussia Dortmund mit 14,2 Prozent.
Drei Mannschaften haben derweil auch einen negativen Trend hingelegt. So ist Werder Bremen mit minus neun Prozent der Marktwert-Verlierer, gefolgt vom VfL Wolfsburg (minus 5,3) und dem Hamburger SV (minus 1,6). Zumindest Bremen (177 Mio.) und Wolfsburg (252 Mio.) liegen aber nach wie vor mit ihren Kaderwerten deutlich vor dem 1. FC Köln.
Top-5 mindestens mit dreifachem Kaderwert
Ohnehin liegt der FC trotz der großen Aufwertung weiterhin auf dem drittletzten Platz. Nur St. Pauli und Heidenheim haben einen geringeren Kaderwert als der Bundesliga-Aufsteiger. In der sportlichen Bundesliga-Tabelle schlagen sich die Kölner daher mehr als wacker, was auch zeigt, dass Geld alleine nicht immer die meisten Tore schießt. Immerhin haben die fünf Mannschaften, die aktuell vor dem FC platziert sind, allesamt einen mindestens dreifach so hohen Marktwert.
Mit den einst vom ehemaligen Vorstand anvisierten 185 Mio. Euro würde der FC aktuell knapp vor Bremen auf Rang acht liegen – und damit nach wie zu den Top Ten in Deutschland zählen. Bis dahin ist es für die Kölner und Sportchef Thomas Kessler jedoch noch ein recht weiter Weg. Bleibt der FC sportlich jedoch weiterhin so erfolgreich und die Entwicklung der Spieler positiv, dürften die Anpassungen aus Kölner Sicht weiterhin positiv verlaufen.








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