„Nicht so leicht zu überblicken“: Wechsel-Wirrwarr schuld an FC-Pleite?

Die Einwechslungen von Said El Mala und Florian Kainz zogen sich länger hin als geplant. (Foto: Bucco)
Die Einwechslungen von Said El Mala und Florian Kainz zogen sich länger hin als geplant. (Foto: Bucco)

Die Eintracht eiskalt: Beim letztlich entscheidenden Tor zum 1:4 war Frankfurt aufgrund der Verletzung von Joel Schmied in Überzahl. Lukas Kwasniok erklärt, warum er nicht sofort gewechselt hat, obwohl zwei Profis des 1. FC Köln schon bereitstanden.

Der 1. FC Köln hat in dieser Saison zwar noch keinen Platzverweis kassiert – aber bereits zwei Gegentreffer in Unterzahl. In Dortmund mussten die Geißböcke das Last-Minute-0:1 mit zehn Mann hinnehmen, da das Wechselkontingent zum Zeitpunkt von Timo Hübers‘ schlimmer Verletzung bereits ausgeschöpft war. Und beim 3:4 gegen Eintracht Frankfurt war es nun das Aus von Joel Schmied, das kurzzeitig für ein Wechsel-Wirrwarr sorgte.

Gerade als Said El Mala und Florian Kainz an der Seitenlinie bereitstanden, um ins Spiel zu kommen, erzielte Jonathan Burkardt das 1:3. Schmied verletzte sich in der Aktion, musste behandelt werden und schließlich raus. Die Kölner spielten zunächst mit zehn Mann weiter – und kassierten sofort das 1:4, ebenfalls durch Burkardt.

Schwäbe: „Sind da nicht clever genug“

Für Marvin Schwäbe war der Doppelschlag der Eintracht ursächlich für die 3:4-Niederlage. „Das zweite Tor kriegen wir zu schnell. Wir sind da wahrscheinlich nicht clever genug“, ärgerte sich der Kölner Kapitän, denn: „Die zwei Jungs stehen schon draußen zur Einwechslung. Da müssen wir einfach den Ball ins Aus schlagen, damit wir sie früher aufs Feld kriegen.“

Wobei solch eine Aktion gar nicht nötig gewesen wäre. Durch das 1:3 war das Spiel unterbrochen, die Wechsel hätten vollzogen werden können. Kwasniok entschied sich bewusst dazu, zunächst abzuwarten, wie er im Nachgang erklärte: „In der Kürze der Zeit ist alles nicht so leicht zu überblicken. Fakt ist, dass wir diesen Doppelwechsel geplant hatten – aber nicht für Joel Schmied, sondern für Denis Huseinbasic und Jan Thielmann.“

Es ist ja nicht so, dass du im Fußball im Elf-gegen-zehn in einer Minute zwangsläufig ein Gegentor kassieren musst.

Lukas Kwasniok

Dann kamen das Gegentor und die Behandlung von Schmied, die es für das Trainerteam abzuwarten galt. „Wir mussten umswitchen. Es ist ja nicht so, dass das ein Eins-zu-eins-Wechsel war“, so Kwasniok, der nach dem 1:3 zudem „nicht aus der Emotion heraus handeln“ wollte. Letztlich wechselte er El Mala und Kainz für Thielmann und Schmied ein.

Nach dem dritten Gegentor habe er sich zunächst Gedanken machen müssen. „Du musst ein bisschen in dich gehen und dich fragen, wie wir das Spiel noch beeinflussen können.“ Und außerdem sei es „ja nicht so, dass du im Fußball im Elf-gegen-zehn in einer Minute zwangsläufig ein Gegentor kassieren musst“.

Unterzahl für Kwasniok „nicht ausschlaggebend“

Beim FC war dies der Fall, auch weil sich Kristoffer Lund im Duell mit Burkardt auf den Hosenboden setzte. „Das war ein bisschen unglücklich. Wir waren zwar in Unterzahl, aber im entscheidenden Bereich waren wir immer noch in Überzahl. Wir können die innere Linie sicherlich ein bisschen besser schließen, rutschen dann auch noch aus“, so Kwasnioks Blick auf die bittere Szene.

Der Trainer hielt fest: „Es hat nicht geholfen, in dem Moment mit einem Mann weniger auf dem Feld zu sein, aber ich glaube, dass es auch nicht ausschlaggebend war.“ Mal wieder ein Standardgegentor, individuelle Aussetzer, Verletzungspech und Unterzahl – für den FC kam am Samstagabend vieles zusammen. 

DAS KÖNNTE DICH AUCH INTERESSIEREN

DISKUTIER MIT!

Willkommen im Kommentarbereich des GEISSBLOG!
Hier kannst du über den 1. FC Köln diskutieren und dich mit anderen Usern austauschen. Bitte beachte dabei die Spielregeln in unserer Netiquette! Du findest sie hier und kannst sie jederzeit nachlesen. Viel Spaß!
Abonnieren
Benachrichtige mich bei
39 Kommentare
Neueste
Älteste Meistbewertete