Für die U19 des 1. FC Köln kommt es in den kommenden Wochen womöglich knüppelhart: Wenn der DFB seinen Willen durchsetzt, stehen drei Englische Wochen in Folge an. Stefan Ruthenbeck ist bedient.
Eigentlich reitet die U19 des 1. FC Köln gerade eine Erfolgswelle. Seit Ende September sind die Geißböcke ungeschlagen, liegen in der DFB-Nachwuchsliga auf Rang zwei und damit auf Kurs Hauptrunde, stehen im DFB-Pokal-Viertelfinale und haben am Mittwochabend gezeigt, dass auch noch beste Chancen bestehen auf den Einzug in die nächste Runde der UEFA Youth League.
Ein Dreifach-Erfolg, der jedoch auch zu einer Dreifach-Belastung führt – und diese könnte in den nächsten Wochen ins Kontor schlagen. Denn durch die Absage des Ligaspiels bei der SV Elversberg am vergangenen Wochenende drohen den Geißböcken nun drei Englische Wochen in Folge. Und das bringt die Verantwortlichen auf die Palme.
Pokalspiel als Knackpunkt
Am Mittwoch das Hinspiel gegen den FC Midtjylland, am Sonntag das Auswärtsspiel in der Liga bei Alemannia Aachen. Dann muss der FC nun nächste Woche Mittwoch zum Nachholspiel nach Elversberg, ehe es samstags gegen Viktoria Köln weitergeht und der FC wiederum eine Woche später mittwochs in Midtjylland das Rückspiel bestreitet. Was darauf folgt, ist noch offen. Denn: Der DFB will das DFB-Pokal-Viertelfinale samstags nach dem Spiel in Dänemark austragen.
„Ich mag nicht von Wettbewerbsverzerrung reden, aber es fühlt sich so an“, schimpfte Stefan Ruthenbeck nach dem 1:1 gegen Midtjylland. „Der Clou könnte noch sein, dass das DFB-Pokal-Viertelfinale samstags gespielt werden muss. Dann kämen wir in der Nacht von Mittwoch auf Donnerstag aus Dänemark wieder und müssten freitags im Zweifel wieder nach Leipzig fahren, um samstags dort zu spielen.“ Noch steht der Gegner zwar nicht fest, es könnte auch zu Eintracht Frankfurt gehen. In jedem Fall steht aber ein Auswärtsspiel auf dem Programm.
Dann sind wir hier auf der Insel und spielen Premier League. Das muss verhindert werden
Stefan Ruthenbeck
Der DFB besteht offenbar aktuell noch auf dem Samstags-Termin. Für Ruthenbeck ein Unding. „Das hat mit Jugendfußball nichts mehr zu tun. Dann sind wir hier auf der Insel und spielen Premier League. Das muss verhindert werden“, sagte der FC-Trainer. „Entweder wir spielen es sonntags oder wir dürfen es dieses Jahr nicht mehr spielen. Ansonsten verstehe ich die Welt nicht mehr, denn dann wäre vorprogrammiert, dass sich Jungs bei sechs Spielen in zweieinhalb Wochen verletzen.“
Der FC steht mit dem DFB im Austausch, hofft auf ein Entgegenkommen. Denn andernfalls wären die Geißböcke womöglich gezwungen, den DFB-Pokal im Vergleich zur Liga und zur Youth League zu opfern. „Es darf nicht sein, dass ein Pokal-Viertelfinale keinen Wert mehr hat“, sagte Ruthenbeck.
Ein weiteres Problem: die Klausuren
Der FC hat aber noch ein weiteres Problem: die Auswärtsfahrten unter der Woche. „Wir dürfen nicht vergessen: Zwei Drittel unserer Jungs gehen noch in die Schule“, sagte Ruthenbeck weiter. „Da wird unser Nachholspiel in Elversberg auf mittwochs 18 Uhr gelegt. Das heißt, wir müssen die Jungs aus der Schule nehmen, aber die haben dann Klausurtage. Wir werden erst wieder gegen 21.30 Uhr im Bus zurück sitzen und dreieinhalb Stunden zurück nach Köln fahren. Da bin ich mal gespannt, wie die Jungs am nächsten Tag eine Matheklausur schreiben. Das muss auch alles Sinn machen.“







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