Der 1. FC Köln hat den sicher geglaubten Sieg gegen den FC St. Pauli in letzter Sekunde aus der Hand gegeben. Nach einem wunderschönen Tor von Said El Mala patzte Marvin Schwäbe beim 1:1 (0:0).
Aus dem RheinEnergieStadion berichten Sonja Gauer und Marc L. Merten
Die aktiven Fanszenen sind zurück – und das bereits ab der ersten Minute! Nach zwei Spieltagen mit zwölfminütigem Schweigen zu Beginn der Partien war die Stimmung in Müngersdorf mit den Anpfiff herausragend. Da es zu den meisten strittigen Vorschlägen auf der Innenministerkonferenz keine Beschlüsse gab, verzichteten die Ultras am 13. Spieltag auf weitere Proteste.
Tore und Highlights
Erster Durchgang: Der FC begann mit viel Spielkontrolle und verteidigte zunächst Mann-gegen-Mann. So kam St. Pauli kaum über die Mittellinie, doch den Kölnern selbst viel offensiv wenig ein. Nach neun Minuten wurde Said El Mala von Denis Huseinbasic auf die Reise geschickt, doch der Youngster legte sich den Ball zu weit vor, sodass Nikola Vasilj im Hamburger Tor schneller an der Kugel war. In der 22. Minute gab es dann die große Chance auf die FC-Führung, doch zunächst scheiterte El Mala nach Hereingabe von Marius Bülter aus kurzer Distanz an Vasilj, dann setzte Luca Waldschmidt den noch abgefälschten Abpraller an den Pfosten. Weitere Torchancen gab es in der ersten Halbzeit nicht.
51. Minute: Die zweite Halbzeit startete mit einer längeren Ballbesitzphase des FC St. Pauli. Einen Freistoß von der rechten Seite konnte Thielmann dann im Strafraum klären und Waldschmidt verlängerte den Ball mit einem weiten Befreiungsschlag genau in den Lauf von El Mala. Der 19-Jährige zog 60 Meter vor dem gegnerischen Tor den Sprint an, lief seinen beiden Gegenspielern mit Ball davon und blieb vor Vasilj cool. Mit einem trockenen Abschluss erzielte El Mala das 1:0 und damit seinen sechsten Saisontreffer. Ein Super-Solo!
79. Minute: Bis zur nächsten guten Torchance dauerte es fast eine halbe Stunde! Dann jedoch eroberte Waldschmidt den Ball, zog von rechts in die Mitte und schloss zentral aus 16 Metern mit seinem starken linken Fuß ab. Der Schuss war jedoch zu unplatziert, um Vasijl wirklich in Gefahr zu bringen.
90.+1 Minute: Die erste wirkliche gefährliche Aktion hatte St. Pauli in der Nachspielzeit. Linton Maina ging nicht energisch genug auf seinen Gegenspieler, sodass eine Flanke von der rechten Seite beinahe den eingewechselten Ceesay erreichte. Der Stürmer machte es jedoch zu kompliziert und verpasste den Ausgleich.
90.+2 Minute: Dann verpassten Ache und Kainz die Entscheidung! Erst scheiterte der Stürmer mit einem Schuss ein Vasijl, dann war Kainz am zweiten Pfosten völlig blank, zögerte jedoch einen Moment zu lange. Der Österreicher hätte dennoch auf den völlig freistehenden Johannesson ablegen können, entschied sich jedoch für den Abschluss und scheiterte.
90.+4 Minute: Die Strafe folgte in allerletzter Sekunde. Pauli warf noch einmal alles nach vorne. Eine Flanke von der rechten Kölner Abwehrseite landete bei Ricky-Jade Jones. Dieser köpfte in Richtung Tor, doch eigentlich wäre der Ball sichere Beute für Marvin Schwäbe gewesen. Der FC-Keeper rutschte aber weg und kam so nicht mehr ins Eck – der harmlose Versuch schlug zum 1:1 ein. Sekunden später war das Spiel vorbei.
Personal
So spielte der FC: Schwäbe – Sebulonsen, Martel, van den Berg – Thielmann, Huseinbasic (74. Johannesson), Krauß (82. Kainz), Kaminski – Waldschmidt (88. Lund) – El Mala (82. Maina), Bülter (74. Ache)
Zur Aufstellung: Im Vergleich zum 1:1-Unentschieden beim SV Werder Bremen nahm Trainer Lukas Kwasniok vier Änderungen in der Startelf vor. Alessio Castro-Montes, Cenk Özkacar und Isak Johannesson nahmen zunächst auf der Bank Platz. Zudem fehlte Dominique Heintz verletzt. Dafür starteten am Samstag Luca Waldschmidt, Rav van den Berg, Denis Huseinbasic und Tom Krauß.
Fazit
Ohne fußballerisch zu glänzen, hätte sich der 1. FC Köln gegen den FC St. Pauli den dritten Heimsieg erarbeiten können, wäre man bis zuletzt konzentriert geblieben. In einem chancenarmen Spiel sorgte Said El Mala einmal mehr für den Höhepunkt des Tages. Lange hatte die angesichts der Personalsituation durchgewürfelte Kölner Abwehr dicht gehalten und keine einzige echte Chance des Gegners zugelassen. Doch dann schockte Jones den FC. Entsprechend bitter ging die Partie zu Ende – ein Unentschieden, das sich wie eine Niederlage anfühlte.







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