Setzt Lukas Kwasniok seine Spieler zu häufig auf fremden Positionen ein? Was unter Fans mehr und mehr für Diskussionen sorgt, ist für den Trainer des 1. FC Köln gar kein Thema. Kwasniok sieht die Flexibilität eher als Vorteil und blickt dabei auch nach Leverkusen.
Rechtsverteidiger Sebastian Sebulonsen als rechter Innenverteidiger, die Außenstürmer Jakub Kaminski und Jan Thielmann als Schienenspieler – die Profis des 1. FC Köln werden immer wieder auf Positionen eingesetzt, die nicht ihrer Lieblingsrolle entsprechen. Nach zuletzt vier Spielen ohne Sieg kommt trotz der insgesamt ordentlichen Bundesliga-Bilanz immer mehr die Frage auf: Sind das zu viele Experimente beim FC?
„Ich finde nicht, dass das der Wahrheit entspricht“, sagt Lukas Kwasniok vor dem Nachbarschaftsduell in Leverkusen und stellt seine Sicht der Dinge klar: „Das sind keine Experimente, wenn Kuba und Jan auf der Schiene spielen oder Seb in der Halbspur. Das sind alles nahe Positionen, das sind Positionsgruppen. Es ist ja nicht so, dass wir Eric Martel auf der Neun aufbieten und Marvin Schwäbe in der Innenverteidigung.“
Kwasniok: „Das ist Gang und Gäbe“
Jeder rechte Offensivspieler könne auch auf der rechten Schiene spielen. „Ansonsten wäre Bayer Leverkusen kein Deutscher Meister geworden“, erinnert Kwasniok, denn: „Frimpong hat das als Rechtsaußen ganz ordentlich gemacht. Das war vermeintlich nicht seine allerbeste Position.“
Generell werde ihm bei Umstellungen „sehr viel reininterpretiert“, Kwasniok sieht eher die Vorteile: „Ich finde, positionsnahe Gruppen stellen den Gegner vor Herausforderungen. So gehen wir das an. Ob Bülti mal halbrechts oder halblinks vorne spielt oder ein Said zentral – das sind Nuancen, damit kannst du spielen. Das ist im heutigen Fußball eher Gang und Gäbe, als dass es als Experiment betitelt werden müsste.“
Grimaldo als Beispiel
Ein gutes Beispiel für die Vorteile von polyvalenten Spielern sieht der FC-Trainer beim nächsten Gegner Leverkusen. Das sei das Interessante: „Wenn in Leverkusen ein vermeintlicher Linksverteidiger auf der linken Acht oder rechten Zehn, als falscher Neuner oder zweiter Sechser unterwegs ist, nimmt man das als Stärke oder Qualität wahr.“ Beim Blick auf die Geißböcke heiße es eher: „Die haben keine feste Position.“
Es hilft schon mal, wenn du keinen Freistoß in der Nähe des Sechzehners produzierst. Das wird das erste Ziel sein.
Lukas Kwasniok über Grimaldo
Auf Grimaldo hat Kwasniok am Samstagabend einen besonderen Blick. Der Kölner Coach warnt: „Er hat ein sehr feines Gespür für den Raum, kann rechts wie links abschließen, hat den Kopf trotzdem ganz selten unten, sondern sieht den besser positionierten Spieler und hat einen guten Chipball auf den zweiten Pfosten. Deswegen ist er begehrt.“
Wie man Leverkusens Kunstschützen bändigen kann? Kwasniok schmunzelnd: „Es hilft schon mal, wenn du keinen Freistoß in der Nähe des Sechzehners produzierst. Das wird das erste Ziel sein.“ Darüber hinaus gelte es, zur Stelle zu sein, wenn die flexible Positionierung der Leverkusener doch mal in die Hose geht: „Wenn Spieler Positionen verlassen, muss im Falle eines Ballverlusts ein anderer Spieler diese Position auffangen. Da gibt es sicherlich Momente, die wir nutzen können, um ihnen wehzutun.“ Während Kwasniok hofft, dass seine eigene Mannschaft keine Räume bietet, die wehtun.








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