„Nacktkontrollen“ in Leverkusen? FC-Fanszene nicht im Stadion

Die aktive Fanszene der Geißböcke verlässt am Samstagabend das Stadionareal in Leverkusen. (Foto: X/Twitter)
Die aktive Fanszene der Geißböcke verlässt am Samstagabend das Stadionareal in Leverkusen. (Foto: X/Twitter)

Aufregung vor dem Derby des 1. FC Köln bei Bayer 04 Leverkusen: Über 500 FC-Fans sind aus Protest gegen mutmaßlich übergriffige Einlasskontrollen noch vor dem Anpfiff wieder abgereist.

Das Spiel zwischen Bayer 04 Leverkusen und dem 1. FC Köln hatte noch nicht begonnen, da war der erste Aufreger des Derbys schon passiert: Die aktive Fanszene der Geißböcke verließ noch vor dem Einlass in die BayArena das Stadionareal und reiste aus Protest wieder zurück in die Domstadt.

Der Grund: Am Eingang soll es zu teils übergriffigen Kontrollen durch die Sicherheitsinstanzen der BayArena gekommen sein. Der FC teilte auf Nachfrage mit, dass die „Kontrollen dieses Mal sehr intensiv und aus Sicht der Fans nicht angemessen“ ausgefallen sein sollen. Daraufhin seien schätzungsweise 500 bis 600 Mitglieder der aktiven Fanszene wieder abgereist.

Reul wird von FC-Fans angesprochen

Bei X (vormals Twitter) kursierten nicht nur Videos, wie die Fans abzogen, sondern auch der Vorwurf, es hätten „Nacktkontrollen“ stattgefunden, um die Kölner Anhänger auf mitgebrachte Gegenstände zu untersuchen. Daraufhin sei es zu dem Eklat gekommen und der Rückreise nach Köln. Auch seien Fans mit Schlauchschals – bei Temperaturen von rund 7 Grad – dazu gezwungen worden, ihre Schals abzugeben wegen vermeintlicher Vermummungsgefahr.

Nach GEISSBLOG-Informationen stand NRW-Innenminister Herbert Reul vor dem Spiel mit einigen FC-Fans im Umlauf des Stadions zusammen und erklärte, er habe von diesen intensiven Kontrollen nichts gewusst, werde aber mit der Polizei in Kontakt treten. Reul ist bekennender Fan von Bayer 04 Leverkusen.

FC verlangt Antworten

Der FC teilte auf Nachfrage bezüglich potenzieller Nacktkontrollen mit, dass der Club diese „bislang weder bestätigen noch dementieren“ könne. Die Geißböcke traten umgehend mit den Behörden und Bayer 04 Leverkusen in Kontakt, um Aufklärung zu betreiben und Antworten zu verlangen.

Keine Aufklärung lieferte zunächst Bayer-Boss Fernando Carro. Dieser sagte bei Sky lediglich: „Das ist eine polizeiliche Maßnahme. Ich finde, man sollte in unserem Land schon der Polizei vertrauen.“ Damit wollte Carro zunächst einmal die Verantwortung von Bayer 04 für den Vorgang abgeben.

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