Verdiente Derby-Pleite: „Geist und Beine waren nicht gut genug“

Robert Andrich trifft per Kopf zum 0:2. (Foto: Bucco)
Robert Andrich trifft per Kopf zum 0:2. (Foto: Bucco)

Der 1. FC Köln verliert verdient bei Bayer 04 Leverkusen. Spieler und Verantwortliche machen deutlich, dass die Geißböcke am Samstag nicht gut genug waren, um dem Rivalen Paroli zu bieten. Die Stimmen zum Spiel.

Aus Leverkusen berichten Sonja Gauer, Marc L. Merten und Martin Zenge

Thomas Kessler

„Wir haben das Spiel verdient verloren. Eine Nummer zu groß? Wir spielen als Aufsteiger gegen eine Champions-League-Mannschaft. Trotzdem hatte man das Gefühl, wenn wir nicht so fahrig mit dem Ball gewesen und konsequenter agiert hätten, wäre deutlich mehr drin gewesen. Wir haben defensiv wie offensiv den Kürzeren gezogen, haben es nicht geschafft, die Bälle in die Schnittstellen zu spielen, sodass mal einer hätte abschließen können. Leverkusen hat in der ersten Halbzeit auch keine gute Leistung gezeigt, da hätten wir mehr Ballbesitz haben können, waren aber zu ungenau, sodass Marvin am Ende der letzte Abnehmer für die Pässe war. Daher war es richtig, das Spiel in der Halbzeit umzustellen. Trotzdem haben wir dann unsere Möglichkeiten nicht gut durchgespielt und Leverkusen hat es auf der anderen Seite besser gemacht. Das 0:1 war dann ein Zeichen der Qualität der Leverkusener. Deswegen sind wir völlig verdient der verdiente Verlierer der Partie.“

Jan Thielmann

„Wir waren in vielen Bereichen heute einfach unterlegen und haben in der ersten Halbzeit ein schlechtes Spiel gemacht. Defensiv kann man vielleicht noch die Rosinen rauspicken und sagen, wir haben ordentlich verteidigt. In der zweiten Halbzeit haben wir dann zwei Gegentore gefressen. Wir hatten auch unsere zwei Hochkaräter, und wenn wir das Tor machen, ändert sich der Spielverlauf. Aber so stehen wir mit einer 0:2-Niederlage da, die nicht unverdient ist. Leverkusen spielt Champions League, sie haben Spieler, die pressen uns hoch an und wir haben keine Lösungen gefunden. Es ist noch alles im grünen Bereich, wir haben 16 Punkte. Wenn wir jetzt das letzte Spiel gut bestreiten und drei Punkte einfahren, dann gehen wir mit 19 Punkten als Aufsteiger in die Winterpause. Wir müssen uns jetzt gut auf Union vorbereiten und Leverkusen schnell hinter uns lassen.“

Marvin Schwäbe

„Leverkusen hat uns extrem vor Herausforderungen gestellt, gerade in der ersten Hälfte. Wir haben mit Ball keine Lösungen gefunden. Dementsprechend haben wir in der Halbzeit mit Raggy als Zielspieler und mit Lintons Geschwindigkeit umgestellt. Das hat uns gut getan. Wenn wir mit ein bisschen Glück in Führung gehen, geht das Spiel in andere Richtung. Grundsätzlich glaube ich, dass wir über 90 Minuten gut verteidigt haben. Wenn man das erste Gegentor sieht, kann man einfach nur den Hut ziehen. Den macht er nicht jede Woche und das kann man einfach nicht verteidigen. Wir wissen, dass wir Aufsteiger sind und dass wir heute auch wieder gegen eine Champions-League-Mannschaft gespielt haben. Wir wissen, dass wir hart arbeiten müssen und dass wir alle bei hundert Prozent sein müssen. Nächste Woche probieren wir es zu Hause wieder. Die fünf Spiele ohne Sieg beunruhigen mich nicht.“

Lukas Kwasniok

„Das Spiel war zu klar von der ersten bis zur letzten Minuten. Leverkusen war wie ein Champions-League-Aspirant unterwegs. Wir waren der klassische Aufsteiger und waren heute das gesamte Spiel unterlegen. Es gab nur einzelne Momente, in denen wir das Spiel hätten drehen können. Wir wollten eigentlich hoch anlaufen, aber Geist und Beine waren nicht gut genug. Daher habe ich mich in der Halbzeit entschieden Körperlichkeit und Geschwindigkeit zu bringen, weil wir keine guten Phasen im Ballbesitz hatten. Das 0:2 gilt es zu akzeptieren und weiterzumachen.“

Kasper Hjulmand

„Wir haben viel Respekt für Köln und für die Art und Weise der offensiven Spielweise und des Mindsets. Wir hatten anfangs viele Probleme, und Chancen herauszuspielen. Wir brauchten heute aber eine super Leistung, um die drei Punkte zu holen. Die Punkte sind sehr wichtig für uns im Derby und in der Tabelle. Nach dem Spiel gegen Augsburg war es wichtig heute, und da hat uns der Magic Moment von Terrier geholfen.“

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