„Dann werden wir nachdenken“: Kessler nennt Bedingung für El-Mala-Verkauf

FC-Sportdirektor Thomas Kessler im Doppelpass. (Foto: Sport1)
FC-Sportdirektor Thomas Kessler im Doppelpass. (Foto: Sport1)

Wie lange kann der 1. FC Köln sein großes Juwel halten? Thomas Kessler hat am Sonntag im Sport1-Doppelpass erklärt, wann er Said El Mala ziehen lassen würde. Zudem verriet der Sportdirektor ein Detail aus dem Vertrag des 19-Jährigen.

Wenn Thomas Kessler im Doppelpass zu Gast ist, darf ein Diskussionsthema natürlich nicht fehlen: die Zukunft von Said El Mala. Am Sonntagvormittag sorgte der Shootingstar des 1. FC Köln in der Talkrunde, der neben dem FC-Sportdirektor unter anderem auch die Ex-Nationalspieler Stefan Effenberg und Mario Basler sowie GEISSBLOG-Chefredakteur Marc L. Merten angehörten, für reichlich Gesprächsstoff.

Während sich Basler darüber ausließ, dass Talente in Deutschland zu schnell hochgejubelt würden, kam Kessler in der alles entscheidenden Frage schnell zum Punkt. Gibt es beim 1. FC Köln eine Schmerzgrenze für den Verkauf des Offensiv-Juwels? „Da kann ich mich kurzhalten“, antwortete der Sportchef: „Nein.“

Kessler: „Stand heute gibt es dafür keinen Grund“

Dass es irgendwann zu einem Transfer kommen wird und El Mala zum teuersten Abgang der Vereinsgeschichte aufsteigen wird, sollte seine steile Entwicklung auch nur ansatzweise so weitergehen, weiß Kessler natürlich auch. Die Bedingung für einen Verkauf: „Wenn doch ein Club vorbeikommt und wir als 1. FC Köln uns die Gedanken machen müssen, lohnt sich das jetzt, dieses Geld zu nehmen und es zu reinvestieren, um den Kader insgesamt in der Spitze besser zu machen, dann werden wir irgendwann nachdenken.“

Ein Transfer von El Mala muss also derart viel Geld in die Kölner Kasse spülen, dass die Qualität der Mannschaft grundsätzlich angehoben werden kann. Die Vermutung von GEISSBLOG-Reporter Marc L. Merten: „Ich glaube nicht, dass Thomas Kessler bei 30 bis 40 Millionen Euro überhaupt ans Telefon geht.“

Die Doppelpass-Runde mit Thomas Kessler (2.v.r.) und GEISSBLOG-Reporter Marc L. Merten (2.v.l.). (Foto: Sport1)
Die Doppelpass-Runde mit Thomas Kessler (2.v.r.) und GEISSBLOG-Reporter Marc L. Merten (2.v.l.). (Foto: Sport1)

Kessler bekräftigte, dass er sich derzeit noch nicht mit konkreten Summen beschäftige: „Stand heute gibt es dafür keinen Grund.“ Schließlich ist es dem Ex-Torhüter vor Saisonstart gelungen, El Malas Vertrag um ein weiteres Jahr bis 2030 zu verlängern – ohne Ausstiegsklausel, trotz Interesse aus der Premier League.

„Wir hatten im Sommer die Situation, dass Clubs auf uns zugekommen sind und uns Angebote gemacht haben, als Said noch gar nicht gespielt hat“, erinnerte Kessler im Doppelpass und erklärte sein Vorgehen: „Wir haben das klare Zeichen gesetzt und gesagt: Entwicklung wollen wir belohnen. Er hat einen neuen Vertrag bekommen, wir haben das Gehalt angehoben.“

Kessler über El Malas Vertrag

Der FC-Sportdirektor verriet sogar ein Detail aus dem Arbeitspapier: „Innerhalb dieses Vertrages hat Said die Möglichkeit, durch Leistung – wenn der 1. FC Köln erfolgreich ist und wir unsere Saisonziele erreichen oder wenn wir sogar noch über unsere Saisonziele drüber gehen – entlohnt zu werden.“

Kessler hat also nicht nur El Malas Grundgehalt deutlich verbessert, sondern auch noch stark leistungsbezogene Optionen eingebaut. „Da haben wir ein Konstrukt geschaffen, das einmal den Spieler sehr, sehr fair behandelt, auch in der Art und Weise seiner Entwicklung. Und auf der anderen Seite hat er einen langen Vertrag, in dem es keine Ausstiegsklausel gibt.“ Genau deswegen gebe es aktuell keinen Grund, sich über eine Schmerzgrenze zu unterhalten.

Effenberg rät zum Verbleib beim 1. FC Köln

Effenberg („Für seine Entwicklung wäre es besser, noch ein oder eineinhalb Jahre in Köln zu bleiben“) und Basler („Der Junge hat noch so viel Zeit, der ist ein Riesen-Fußballer – dem läuft nichts weg“) plädierten gleichermaßen dafür, El Mala nicht zu früh ziehen zu lassen. Basler sieht den FC in einer „super Position“ und ergänzte: „Die wären blöd, wenn sie ihn für 30 Millionen abgeben würden.“ Nach weiteren Entwicklungsschritten könne Kessler in einen möglichen Verkaufsvertrag selbst „die Zahl reinschreiben“.

Zweifel, dass El Mala noch besser wird, hat der FC-Sportdirektor indes nicht: „Er steht auf dem Gaspedal und will weiterkommen.“ Zudem zeigte sich Kessler am Sonntag überzeugt, dass der U21-Nationalspieler seine Qualitäten auch im letzten Spiel des Jahres gegen Union Berlin demonstrieren kann – obwohl er in Leverkusen angeschlagen rausmusste. „Ich glaube, dass es harmlos ist, dass er einen Krampf hatte oder muskuläre Probleme.“ Mit einem Ausfall gegen Union rechnet der Manager also genauso wenig wie Trainer Lukas Kwasniok (der GEISSBLOG berichtete).

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