Das FC-Transfer-Zeugnis: Vier Top-Neuzugänge, zwei enttäuschen

Kamen im Sommer neu zum 1. FC Köln: Sebastian Sebulonsen, Marius Bülter und Jakub Kaminski. (Foto: Bucco)
Kamen im Sommer neu zum 1. FC Köln: Sebastian Sebulonsen, Marius Bülter und Jakub Kaminski. (Foto: Bucco)

Zwölf neue Spieler hat der 1. FC Köln im vergangenen Sommer bei den Profis präsentiert. Viele davon sind voll eingeschlagen, andere haben die Erwartungen mindestens erfüllt. Zwei fallen jedoch ab. Das Winter-Transfer-Zeugnis des Aufsteigers.

Ragnar Ache 

Der Stürmer wurde als erster Neuzugang im vergangenen Sommer unmittelbar nach dem geschafften Aufstieg vorgestellt. Ache kam damit mit körperlichem Rückstand, nachdem er beim 1. FC Kaiserslautern immer wieder mit Verletzungen zu kämpfen gehabt hatte. Erst im Laufe der Hinrunde wurde der 27-Jährige so richtig fit. Mit ihm hat der FC erstmals wieder einen wirklich torgefährlichen Neuner in seinen Reihen. Zwar kommt Achte erst auf ein Bundesliga- sowie ein Pokal-Tor. Dafür hat Ache schon vier wichtige Treffer vorbereitet und sich als kopfballstarker Wand- und Zielspieler bereits bewiesen.

Transfer-Zeugnis: Guter Transfer 

Isak Johannesson 

Der Wechsel von Isak Johannesson von Fortuna Düsseldorf zum 1. FC Köln sorgte insbesondere in der Landeshauptstadt im Sommer für viel Aufsehen. Beim Aufsteiger konnte sich der Isländer jedoch den Traum von der Bundesliga erfüllen und machte entsprechend von seiner Ausstiegsklausel gebrauch. Der Mittelfeldspieler präsentiert sich zwar noch nicht als so torgefährlich wie noch in der 2. Liga und kommt erst auf einen Treffer (null Assists). In der Mannschaft von Trainer Lukas Kwansiok hat sich Johannesson dennoch festgespielt und stand in der Mehrzahl der Spiele in der Startelf. Gegen Ende der Hinrunde schien dem laufstarken 22-Jährigen jedoch etwas die Luft auszugehen.

Transfer-Zeugnis: Guter Transfer 

Jakub Kaminski 

Beim VfL Wolfsburg stagnierte Jakub Kaminski. Also schnappte sich der 1. FC Köln das einstige polnische Top-Talent, das im Sommer 2022 für zehn Millionen Euro in die Autostadt gewechselt war. Beim Aufsteiger hat er Linksaußen wieder zu seiner Stärke zurückgefunden und ist mit fünf Toren und einer Vorlage voll eingeschlagen. Dass der FC die vereinbarte Kaufoption im Sommer ziehen wird, gilt als gesichert. Bitter für Kaminski und den FC, dass der 23-Jährige gegen Ende der Hinrunde vornehmlich defensiver agieren musste.

Transfer-Zeugnis: Top-Transfer 

Tom Krauß 

Tom Krauß ist zum 1. FC Köln gewechselt, um endlich eine sportliche Heimat zu finden. Zuvor war der Mittelfeldspieler mehrfach verliehen worden – so auch diesmal zum FC, jedoch mit einer Kaufpflicht, die ihn fest zum Kölner machen könnte. Vollends durchgesetzt hat sich der 24-Jährige bislang aber noch nicht. Nur sechsmal stand Krauß in der Hinrunde in der Startelf von Lukas Kwasniok, viermal wurde er überhaupt nicht eingesetzt. Zudem musste die Leihgabe des 1. FSV Mainz 05 schon auf vielen Positionen aushelfen, was seiner Konstanz nicht unbedingt zu Gute kam.

Transfer-Zeugnis: Mit Luft nach oben 

Sebastian Sebulonsen 

Der Norweger war bei seinem Wechsel nach Köln wohl nur Skandinavien-Experten ein Begriff. Der Rechtsverteidiger hat sich jedoch schnell in der Bundesliga akklimatisiert und prompt zum Stammspieler entwickelt. Nur zweimal kam der 25-Jährige von der Bank. Offensiv hat Sebulonsen zwar noch Luft nach oben (null Torbeteiligungen), dafür erledigt der Neuzugang seine Sache defensiv ordentlich. Zeitweise musste Sebulonsen sogar in der Innenverteidigung aushelfen. Wurde für seine guten Leistungen zwischenzeitlich sogar mit dem Debüt für die norwegische Nationalmannschaft belohnt. Als der FC gegen Ende der Hinrunde in einer Form- und Ergebniskrise steckte, fiel jedoch auch Sebulonsen ein wenig ab.

Transfer-Zeugnis: Guter Transfer 

Kristoffer Lund 

Den dänisch-amerikanischen Linksverteidiger im vergangenen Sommer vom FC Palermo loszueisen, war für den 1. FC Köln lange Zeit eine große Herausforderung. Den Sprung von zweiten italienischen Liga in die Bundesliga hat der 23-Jährige jedoch schnell meistern können. Wurde schnell zum Stammspieler, geriet im Laufe der Saison jedoch in ein Formloch und fand sich gegen Ende der Hinrunde zunehmend auf der Bank wieder. Muss in der Rückrunde zu seiner Stabilität vom Saisonbeginn zurückfinden, damit der FC im Sommer die Kaufoption auch tatsächlich zieht und Lund fest verpflichtet.

Transfer-Zeugnis: Mit Luft nach oben 

Rav van den Berg 

Der niederländische U21-Nationalspieler war der Königstransfer des 1. FC Köln im vergangenen Sommer. Knapp zehn Millionen Euro hat sich der Aufsteiger die Dienste des Bruders von Sepp van den Berg kosten lassen. Doch der Innenverteidiger wurde schnell zum Pechvogel: Schon am dritten Spieltag zog sich van den Berg eine schwere Schulterverletzung zu, die ihn über zwei Monate und acht Spiele zum Zugucken zwang. Angesichts der Personalnot in der Innenverteidiger war der 21-Jährige jedoch prompt wieder gefragt und fügte sich nach seiner langen Pause beeindruckend und ohne Anpassungsprobleme wieder in die Startelf ein. Bitter lediglich seine Rote Karte nach Handspiel gegen Union Berlin unmittelbar vor der Weihnachtspause.

Transfer-Zeugnis: Top-Transfer 

Said El Mala 

Der absolute Shootingstar des 1. FC Köln wurde zwar schon im Sommer 2024 verpflichtet. Durch die Transfersperre konnte El Mala aber erst ab dieser Saison auch beim FC eingesetzt werden. Und der 19-Jährige ist eingeschlagen wie eine Bombe. Der Sprung aus der Dritten Liga in die Bundesliga hat dem Linksaußen überhaupt keine Probleme bereitet. Stattdessen ist El Mala beim FC der Topscorer der Hinrunde, wurde für die A-Nationalmannschaft nominiert und ist der wertvollste Spieler im FC-Kader. Die großen Top-Clubs reißen sich bereits um den Dribbelkünstler. Der FC wird es genießen müssen, solange El Mala noch mit dem Geißbock auf der Brust aufläuft. Denn dass der gebürtige Krefelder einmal zum Rekord-Abgang wird, daran hat längst niemand mehr Zweifel.

Transfer-Zeugnis: Top-Transfer 

Cenk Özkacar 

Cenk Özkacar wurde kurz vor Saisonbeginn vom FC Valencia ausgeliehen. Nach einem ordentlichen Auftritt in der ersten Runde des DFB-Pokals und einem guten Joker-Einsatz am ersten Spiel in Mainz, war der Türke jedoch zunächst lange Zeit außen vor. Selbst, als nach dem großen Verletzungspech mit ihm nur noch zwei Innenverteidiger zur Verfügung standen, spielte Özkacar lange Zeit keine Rolle im Team von Trainer Lukas Kwasniok. Nur viermal stand der 25-Jährige in der Startelf. Wohl zu wenig, um Stand jetzt im kommenden Sommer ernsthaft über das Ziehen der Kaufoption nachzudenken.

Transfer-Zeugnis: Bislang enttäuschender Transfer 

Marius Bülter 

Etwas überraschend zauberte Sportdirektor Thomas Kessler im Sommer Marius Bülter von der TSG Hoffenheim aus dem Hut. Doch der Wechsel des 32-Jährigen war durchaus von Verstand: Bülter ist nicht nur Bundesliga-erfahren, sondern kann in der Offensive auch praktisch alle Positionen bekleiden. An den ersten beiden Spieltagen erzielte Bülter auch prompt zwei Tore und zwei Vorlagen. Kam nach seiner Achillessehnenverletzung jedoch leicht aus dem Tritt und suchte anschließend nach seiner Form. Mit insgesamt sechs Scorern jedoch mit einer mehr als ordentlichen Hinrunde.

Transfer-Zeugnis: Guter Transfer 

Alessio Castro-Montes 

Der 28-Jährige wechselte am letztmöglichen Tag des Transferfensters vom belgischen Meister ans Geißbockheim. Bislang ist der Belgier jedoch noch schuldig geblieben, was die Verantwortlichen in ihm gesehen haben. Insgesamt kam Castro-Montes in der Hinrunde nur 90 Minuten zum Einsatz und konnte in der wenigen Spielzeit kaum Eigenwerbung für sich betreiben. Muss in der Rückrunde definitiv eine Schippe drauflegen.

Transfer-Zeugnis: Bislang enttäuschender Transfer 

Ron-Robert Zieler 

Nicht wenige waren überrascht, als Ron-Robert Zieler im Sommer als neue Nummer zwei beim 1. FC Köln vorgestellt wurde. Der Weltmeister von 2014 kehrte dabei schon zum zweiten Mal zu seinem Heimatclub zurück und gab damit seine sichere Position zwischen den Pfosten von Hannover 96 auf. Der Routinier verhält sich dabei, wie man es sich von einer Nummer zwei wünscht. Zieler arbeitet professionell im Torhüter-Gespann, unterstützt Marvin Schwäbe und wurde entsprechend sogar zum Vize-Kapitän ernannt. Im DFB-Pokal durfte Zieler im Tor ran, konnte am frühen Ausscheiden gegen den FC Bayern aber nichts ausrichten. Viel mehr kann man von einer Nummer zwei nicht erwarten.

Transfer-Zeugnis: Top-Transfer 

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