„Das Ziel ist…“ FC plant Blitz-Transfers – sind das die Kandidaten?

Sportdirektor Thomas Kessler hält nach Neuzugängen Ausschau. (Foto: Bucco)
Sportdirektor Thomas Kessler hält nach Neuzugängen Ausschau. (Foto: Bucco)

Der 1. FC Köln will in der Winterpause seine Abwehr verstärken – am liebsten noch vor dem 2. Januar, wenn die Mannschaft von Lukas Kwasniok ins Trainingslager nach Spanien reist. Welche Spieler infrage kommen könnten.

Am Geißbockheim kehrt dieser Tage weihnachtliche Ruhe ein. Bei den Verantwortlichen des 1. FC Köln allerdings dürften nicht nur die Kerzen am Baum leuchten, sondern auch die Telefonleitungen glühen. Denn bei der Suche nach Verstärkungen für die zweite Saisonhälfte zählt nun jeder Tag.

„Die Winterpause ist besonders, weil sie so kurz ist“, sagte Vize-Präsident Jörg Alvermann am Montag beim Podcast Dreierkette Köln und schob nach: „Das Ziel ist natürlich, wenn möglich, Spieler zu verpflichten, die mit ins Trainingslager können. Deswegen muss man relativ zeitnah daran arbeiten. Es ist kein Muss, aber es ist wünschenswert.“ Der FC plant also Blitz-Transfers, unmittelbar nach Öffnung des Wechselfensters. Bereits am 2. Januar reist die Mannschaft ins spanische La Nucia.

Abwehr-Not zum Jahresstart

Sportdirektor Thomas Kessler hatte schon unmittelbar nach dem 0:1 gegen Union Berlin angekündigt: „Wir sehen uns ein paar Tage nicht, aber wir können im Hintergrund weiter daran arbeiten, Themen nach vorne zu treiben.“ Sein wohl wichtigstes Thema des Winters: zusätzliches Personal für die Defensive.

Vor allem die Not in der Innenverteidigung zog sich wie ein roter Faden durch die bisherige Hinrunde. Erst das erneute Kreuzband-Drama um Luca Kilian, dann brach Rav van den Berg weg und Abwehrchef Timo Hübers fällt mit seiner schweren Knieverletzung bekanntlich bis Saisonende aus.

Joel Schmied wiederum verpasste die letzten vier Spiele des Jahres aufgrund einer Oberschenkel-Verletzung. Zum Jahresstart in Heidenheim (10. Januar) könnte der Schweizer wieder bereitstehen – aber sicher ist das nicht. Fakt ist hingegen, dass van den Berg sowohl in Heidenheim als auch anschließend gegen die Bayern rot-gesperrt fehlen wird. Insbesondere zum Auftakt muss Lukas Kwasniok also mit einem akuten Engpass auskommen.

Brackelmann kennt Kwasniok, Bornauw den 1. FC Köln

Ein Neuzugang soll helfen. Paderborns Calvin Brackelmann gilt als Kandidat und ist aufgrund seines auslaufenden Vertrags erschwinglicher als noch im Sommer, als sich der FC schon einmal mit dem schnellen Linksfuß beschäftigt haben soll. „Ich liebe ihn“, schwärmte Kwasniok zu gemeinsamen Paderborner Zeiten über Brackelmann, der zudem von 2017 bis 2020 für die Kölner U19 sowie die U21 auflief.

Die Bild bringt noch einen weiteren alten Bekannten ins Spiel: Sebastiaan Bornauw. Der Belgier wechselte erst im vergangenen Sommer für sechs Millionen Euro vom VfL Wolfsburg zu Leeds United, kommt in der Premier League aber überhaupt nicht zum Zug. Leeds‘ Trainer Daniel Farke wechselte ihn lediglich zweimal ein – beide Male nach der 90. Minute, um Zeit zu gewinnen.

Realistisch wäre nur eine Leihe, und wohl auch nur, wenn sich Leeds am Gehalt beteiligen würde. Durch sein Premier-League-Salär wäre Bornauw schwerlich mit dem FC-Gefüge kompatibel. Der 26-Jährige und auch Brackelmann würden allerdings insofern ins Schema passen, dass sie wenig Eingewöhnungszeit bräuchten. Brackelmann kennt Kwasniok, Bornauw kennt den FC und die Bundesliga.

Uduokhai wurde dem 1. FC Köln bereits angeboten

Eine weitere Option könnte sich der Türkei auftun. Denn dort will Felix Uduokhai, ausgestattet mit der Erfahrung von 150 Bundesliga-Spielen für Augsburg und Wolfsburg, Besiktas Istanbul verlassen. Der 28-jährige Linksfuß war zu Saisonbeginn Stammkraft, darf inzwischen aber nur noch zuschauen. Uduokhai wurde in der Süper Lig letztmals am 4. Oktober eingesetzt.

Spannend: Nach GEISSBLOG-Informationen wurde der 1,93-Meter-Hüne dem FC bereits im vergangenen Sommer angeboten. Aktuell wird Uduokhai auch beim FSV Mainz 05 und Union Berlin gehandelt. Sein Vertrag in Istanbul läuft bis 2027, insofern wäre auch eine Leihe möglich.

Neuer Anlauf bei Kinkoué?

Eher eine Investition in die Zukunft als die gesuchte sichere Soforthilfe wäre wohl Étienne Youté Kinkoué. Mit dem 23-jährigen Franzosen soll sich der FC im Sommer schon intensiver beschäftigt und sogar ein Angebot abgegeben haben. Kinkoué blieb bei Ligue-1-Club Le Havre, kam im bisherigen Saisonverlauf aber nur sehr sporadisch zum Einsatz. Der Vertrag des 1,96 Meter großen Rechtsfußes läuft zum Saisonende aus.

Weitere Innenverteidiger, die vor der Saison mit dem FC in Verbindung gebracht wurden, haben sich anderweitig orientiert. Ahmetcan Kaplan wurde von Ajax Amsterdam an den NEC Nijmegen verliehen und ist beim Überraschungsteam der Eredivisie (Platz vier) Stammkraft. Terry Yegbe wechselte vom schwedischen Erstligisten IF Elfsborg zum FC Metz.

Ein Allrounder oder zwei Schienenspieler

Bedarf herrscht jedoch nicht nur im Abwehrzentrum, sondern auch auf den Außen. Im Idealfall soll ein Neuer kommen, der sowohl die linke als auch die rechte Schiene beackern kann. Die Alternativen zu Sebastian Sebulonsen und Kristoffer Lund sind rar gesät, letzterer steckt zudem im Formloch. Alessio Castro-Montes, der im Sommer als Last-Minute-Zugang geholt wurde, findet bislang überhaupt nicht in die Spur.

Ein Allrounder für beide Seiten wäre Paderborns Raphael Obermair, um den der FC im Sommer vergeblich buhlte. Allerdings soll sich Obermairs Vertrag bei den Ostwestfalen bei einer bestimmten Anzahl an Spielen automatisch bis 2027 verlängern. Und bisher hat der Leistungsträger erst zwei Partien verletzungsbedingt verpasst.

Neumann oder neuer Mann für die rechte Seite?

Ob das Transferbudget, das zwar vorhanden, aber nicht üppig ist, auch für zwei neue Schienenspieler reichen könnte, bleibt abzuwarten. Zumal Kwasniok angekündigt hat, auf der rechten Seite, wo Jusuf Gazibegovics Kaderplatz durch die Leihe zu Sturm Graz frei wird, Youngster Cenny Neumann testen zu wollen.

„Cenny macht einen echt guten Eindruck“, lobte der Trainer zuletzt. Womöglich wartet der FC auf dieser Position zunächst ab, ob der 18-Jährige im Trainingslager überzeugen kann. Kwasniok jedenfalls zog schon einen großen Vergleich: „Wenn man sich die Geschichten von jungen Spielern anschaut, dann funktionieren sie nur dann, wenn man ihnen Raum und Zeit zur Entwicklung gibt. Es wäre auch für Lennart Karl schwierig geworden, wenn der Woltemade-Deal geklappt hätte.“

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