Immer dieselbe Platte? Der FC kann die Musik trotz Kratzern selbst vorgeben

Linton Maina bejubelt sein Tor gegen den FC Bayern. (Foto: Bucco)
Linton Maina bejubelt sein Tor gegen den FC Bayern. (Foto: Bucco)

Es war ein Auftritt, der Mut macht und Zuversicht gibt. Trotz der Niederlage geht der 1. FC Köln mit Rückenwind aus dem Spiel gegen Rekordmeister FC Bayern München.

Ein Kommentar von Alexander Haubrichs

Die Fans schwören sich mit dem „Veedel“-Lied ein, der Trainer beschwört den inneren Zusammenhalt und versucht nach acht Spielen ohne Sieg jene Wagenburg-Mentalität aufzubauen, die im Abstiegskampf so dringend nötig ist. Und trotzdem kommt diese Saison des 1. FC Köln bislang ein wenig daher wie eine altbekannte Platte, die man schon so oft gehört hat, die mittendrin ein paar Kratzer und Sprünge hat.

Es ist so eine typische Aufsteiger-Saison, zu deren Beginn den Underdog Euphorie und auch ein wenig Spielglück tragen. Dann folgen ein paar Dämpfer, wie etwa die späte Niederlage gegen Borussia Dortmund inklusive der Verletzung von Timo Hübers, der so unglückliche wie unnötige Last-Minute-Ausgleich gegen den FC St. Pauli und die frustrierende Pleite gegen Union Berlin. Mutige Auftritte bei Niederlagen gegen Top-Teams können da schon mal den Blick verstellen.

Es muss nicht so kommen

Zur Playlist gehören auch noch die üblichen Nebengeräusche: Verletzungspech, interne Spannungen, Rumoren bei den Fans und Kritik von außen. Man braucht nicht groß nachzudenken, um vergleichbare Spielzeiten der Geißböcke in der Vergangenheit zu finden. Fragt bei nach bei Uwe Rapolder, Zvonimir Soldo und Stale Solbakken nach – um nur mal drei zu nennen, die das Saisonende nicht erleben durften.

Eine Niederlage des 1. FC Köln am Wochenende, und es könnten Mechanismen in Gang kommen, die manchmal unaufhaltsam sind. Schließlich ist und bleibt Fußball ein Ergebnissport – so banal das auch klingt. Also schon wieder die unvermeidlich gleiche Leier mit dem bitteren Schlussakkord in Moll für Lukas Kwasniok und sein Team? Nein, das muss nicht so kommen.

Ein Sieg gegen Mainz würde vieles richten

Das Spiel gegen den 1. FSV Mainz 05 könnte diese Saison auch wieder in eine ganz andere Richtung drehen: Mit einem Sieg und acht Punkten Vorsprung würde gleich viel Druck von Team und Trainer abfallen und für neuen Töne am Geißbockheim sorgen.

Es ist wenig wahrscheinlich, dass nach 17 Punkten aus 17 Spielen diese Spielzeit für den 1. FC Köln zum Superhit wird. Aber Kwasnioks Debüt-Saison in der Bundesliga könnte dann doch eine ganz solide LP werden, trotz der Sprünge und Kratzer mittendrin. Dafür muss der FC aber gegen Mainz zeigen, wer in Müngersdorf den Takt vorgibt. Es müssen Ergebnisse her.

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