„Hatten sicher andere Ziele“: FC nimmt „direkten Konkurrenten“ ins Visier

Maximilian Arnold im Hinspiel gegen Bülter, Kainz und Martel. (Foto: IMAGO / Christian Schroedter)
Maximilian Arnold im Hinspiel gegen Bülter, Kainz und Martel. (Foto: IMAGO / Christian Schroedter)

Wenn der VfL Wolfsburg zum 1. FC Köln reist, erwartet man normalerweise zweierlei: wenige Fans und große Ambitionen. Die Zahl der Anhänger dürfte sich in Grenzen halten, doch der Blick geht für den Deutschen Meister von 2009 auch in dieser Saison wieder nach unten. Nach dem 1:3 bei Schlusslicht Mainz ist Abstiegskampf angesagt.

Was dem 1. FC Köln eine Woche zuvor gelungen war, das verfehlte der VfL Wolfsburg am vergangenen Wochenende: mit einem Sieg gegen Mainz 05 für Aufbruchstimmung zu sorgen. Das Gegenteil trat ein: Schlusslicht Mainz zerlegte den VfL in alle Einzelteile, der neue Sportdirektor Pirmin Schwegler läutete „Abstiegsalarm“ ein.

So erwartet den FC ein Gegner unter Zugzwang, der trotz der immer noch üppigen Konzernmillionen von Mutter Volkswagen erneut nur ein Ziel kennt: den Klassenerhalt. Mit 19 Punkten sammelten die Wölfe vor der Partie am Freitagabend im RheinEnergieStadion (ab 20.30 Uhr im GEISSBLOG-Liveticker) bislang einen Zähler weniger als die Geißböcke, die im Heimspiel die Gelegenheit haben, die Gäste ein Stück zu distanzieren.

1. FC Köln: Knifflige Situation im Abstiegskampf

„Wir dürfen den nächsten Spieltag beginnen“, sagt Sport-Geschäftsführer Thomas Kessler und macht keinen Hehl daraus, was der sich eigentlich in anderen Sphären bewegende Club aus der Autostadt gerade ist. „Da haben wir die Chance, zuhause gegen einen direkten Konkurrenten, der vor der Saison sicherlich andere Saisonziele hatte, aber Stand jetzt einfach ein direkter Konkurrent von uns ist, am Freitag die drei Punkte in Köln zu behalten.“

Allerdings ist die Tabelle auch tückisch. Mit 20 Punkten steht der FC auf Platz zehn, könnte aber noch vom Hamburger SV (18 Zähler) überholt werden, sollte der HSV sein Nachholspiel gewinnen. Werder Bremen (18) verpasste die Chance gegen Hoffenheim, dem FC St. Pauli (14) gelang gegen RB Leipzig immerhin ein respektabler Punkt.

Trotzdem: Diese Konstellation macht die Flutlicht-Partie des FC gegen Wolfsburg zum Vorspiel im Abstiegskampf. Geht man nach den letzten Eindrücken, sind die Hausherren leichter Favorit. Nach dem Remis in Heidenheim folgte der engagierte Auftritt gegen Bayern München (1:3), der hart erkämpfte Erfolg gegen Mainz und die unglückliche Niederlage beim SC Freiburg, aus der Torwart Marvin Schwäbe durchaus Positives mitnahm. „“Wir haben gut gegen den Ball gearbeitet, uns die Chancen trotzdem kreiert und herausgespielt. Ein bisschen mehr Zielstrebigkeit, ein bisschen mehr Glück in der einen oder anderen Situation, dann gehen wir mit einem 2:2 vom Platz“, sagte der 30-Jährige.

VfL Wolfsburg: Schlechteste Bilanz der Klubgeschichte

Die Analyse der Niederlage in Mainz fiel bei den VfL-Verantwortlichen komplett anders aus. 19 Punkte aus 19 Spielen gab es zuletzt 2016/17, als sich Wolfsburg erst in der Relegation gegen Braunschweig rettete. Und der Schwung nach dem Trainerwechsel von Paul Simonis zu Daniel Bauer scheint seit der kurzen Winterpause dahin.

Dem 1:8 gegen Bayern München folgte der mehr als glückliche Sieg gegen den FC St. Pauli, das schmeichelhafte 1:1 gegen Heidenheim und nun der unterirdische Auftritt in Mainz „Der Gegner war in allen Belangen besser“, sagte Schwegler. „Wir bringen nicht alles auf den Platz.“ Die Fans des 1. FC Köln hätten sicher nichts dagegen, wenn das auch am Freitagabend so bleibt.

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