Wegen El Mala: Keller kritisiert Jakobs! „Verstehe nicht, was ihn geritten hat“

Jörg Jakobs und Christian Keller. (Foto: Bucco)
Jörg Jakobs und Christian Keller. (Foto: Bucco)

Jörg Jakobs und Christian Keller werden keine Freunde mehr. Die beiden ehemaligen Sportchefs des 1. FC Köln halten mit ihrer Abneigung nicht zurück. Nun hat Keller gegen Jakobs öffentlich nachgelegt.

Es war eines der vielbeachteten Interviews im Vorfeld der Mitgliederversammlung des 1. FC Köln im vergangenen September. Jörg Jakobs meldete sich im Kölner Stadt-Anzeiger zu Wort und blickte kritisch auf die Zeit des alten Vorstands in Zusammenarbeit mit Ex-Sportchef Christian Keller zurück. Dabei erhob Jakobs auch deutliche Vorwürfe.

Jakobs, zunächst noch Berater des Vorstands, sei von Keller „wiederholt systematisch beim Vorstand diskreditiert“ worden. Keller habe zudem bei der Transfersperre handwerkliche Fehler gemacht. „Und sich kürzlich Said El Mala ans Revers zu heften: Im besten Fall wurde der Transfer nicht verhindert. Said geht auf andere FC-Mitarbeiter zurück.“

Keller über Jakobs: „Fernab jeder Realität!“

Deutliche Worte von Jakobs, die Keller zunächst nicht erwiderte, wenngleich er in Sachen El Mala zuletzt immer wieder betonte, dass er persönlich einen Tipp erhalten und den Spieler daraufhin ins Visier genommen hätte, während das FC-Scouting das Talent zunächst nicht auf dem Schirm gehabt hätte. Dies wird intern beim FC bestritten.

Nun hat sich Keller in einem Interview mit dem kicker aber erstmals zu Jakobs‘ Vorwürfen geäußert. „Ich habe das Interview nicht gelesen, aber mir wurden einige Inhalte zugetragen“, sagte Keller. „Ich kann nicht verstehen, was Jörg Jakobs geritten hat, solche Aussagen zu treffen, weil sie fernab jeder Realität sind.“

El Mala bessert schlechte Transferbilanz auf

Zur El-Mala-Verpflichtung erklärte der ehemalige Sport-Geschäftsführer der Geißböcke: „Jörg war nicht dabei. Unabhängig davon gilt: Jeder Transfer ist ein Gemeinschaftswerk. Immer“, sagte Keller. „Klar ist: Wenn der Transfer gut ist, ist es ein Gemeinschaftserfolg, deshalb ist auch Said El Mala ein Gemeinschaftserfolg. Wenn ein Transfer nicht funktioniert, ist immer der Sport-Geschäftsführer verantwortlich. Und das ist auch okay so, weil es seine Aufgabe ist, die Mitarbeiter zu schützen.“

Kellers Transferbilanz beim FC war bekanntlich dürftig: In seiner Zeit kamen 22 Spieler zum FC, 14 davon sind schon nicht mehr da. 13 dieser 14 Spieler wurden mit Verlust wieder abgegeben oder verliehen, um sie von der Payroll zu bekommen. Einzig Davie Selke hätte der FC behalten können. Zudem wurde Adamyan in die U21 abgeschoben. Nur sieben von 22 Keller-Spielern stehen überhaupt noch im aktuellen FC-Kader (El Mala, Heintz, Huseinbasic, Maina, Martel, Schmied, Waldschmidt).

Keller wollte an Struber festhalten

Keller betonte im Interview zudem noch einmal, dass er sich im Sinne der „Nachhaltigkeit und Solidität“ des FC gewünscht hätte, Sportchef zu bleiben – mit Trainer Gerhard Struber. Am Tag der Trennung habe er vor den Gremien noch einmal gefragt: „‚Würdet ihr mich auch dazu auffordern, wenn wir gestern ein Tor mehr geschossen hätten?‘ Dann war die Antwort: ‚Nein.‘ Aufgrund eines nicht geschossenen Tors kann ich keinen Trainer entlassen.“

Keller gab zu, dass der Trainerwechsel den erhofft gewünschten „kurzfristigen Effekt“ gehabt hätte. „Dennoch möchte ich so nicht Personal führen. Ein Remis gegen den Tabellenletzten ist kein Grund für eine Freistellung, wenn man den Trainer vorher stets gestärkt hat. Auch wenn man zugeben muss, dass wir uns mehr Richtung Ziel gequält haben. Ich bin überzeugt, dass wir den Aufstieg auch mit Gerhard Struber erreicht hätten.“ Diesen Eindruck hatten Vorstand und Gremien allerdings nicht mehr gehabt.

Was Keller aktuell macht

Was Keller nun unternehmen wird, ist noch offen. „Ich beschäftige mich derzeit mit Optionen der Selbstständigkeit, mitverantworte zwei Bauprojekte und habe Geschäftsführer-Angebote aus der klassischen Wirtschaft ohne Sportbezug“, sagte der 47-Jährige. „Natürlich reizt mich aber auch eine Rückkehr, denn ich weiß, was es für ein Privileg ist, im Profifußball arbeiten zu dürfen. Bis dato war aber noch keine passende Anfrage dabei.“

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