Nach Bremen-Gerüchten um Erfolgstrainer: Kessler schrieb um 6.30 Uhr

Stefan Ruthenbeck am Mittwoch in Müngersdorf. (Foto: Bucco)
Stefan Ruthenbeck am Mittwoch in Müngersdorf. (Foto: Bucco)

Am Abend vor dem Youth-League-Spiel gegen Inter Mailand taucht plötzlich ein Gerücht auf: Werder Bremen überlege, Stefan Ruthenbeck zum Cheftrainer zu machen. Doch der U19-Erfolgstrainer des 1. FC Köln gibt stattdessen eine Liebeserklärung an seinen Heimatverein ab.

Es war der größte Tag in der Geschichte der FC-Akademie. Am Mittwochabend empfing der 1. FC Köln im Sechzehntelfinale der Youth League Inter Mailand. Doch am Abend vor der Partie tauchte plötzlich ein Gerücht auf. Sky berichtete, dass Stefan Ruthenbeck beim SV Werder Bremen weit oben auf der Kandidatenliste stünde, um Nachfolger des entlassenen Horst Steffen zu werden.

Der GEISSBLOG fragte nach, doch Ruthenbeck wollte sich vor dem für den Verein, für seine U19 und für ihn persönlich so wichtigen Spiel gegen Inter nicht äußern. Immerhin: Das Gerücht erledigte sich schnell. Noch am Mittag vor dem Anpfiff in Müngersdorf präsentierte Werder mit Daniel Thioune den Steffen-Nachfolger. Das Thema hatte sich also erledigt.

Ruthenbeck: „Es war meine Entscheidung“

Dennoch nutzte Ruthenbeck die Möglichkeit, nach der Niederlage gegen Inter schließlich über seine Situation zu sprechen. Der gebürtige Kölner ist bekanntlich seit 2017 beim FC, besitzt inzwischen einen unbefristeten Vertrag, ist neben seiner U19-Tätigkeit auch noch Leiter des Leistungsbereich in der FC-Akademie und in dieser Doppelfunktion die zentrale Schlüsselfigur im Nachwuchs der Geißböcke.

„Es war meine Entscheidung, U19-Trainer sein zu dürfen“, sagte Ruthenbeck am Mittwochabend in den Katakomben des RheinEnergieStadions. „In der Vergangenheit gab es natürlich immer wieder Anfragen aus der 2. und 3. Liga. Aber ich genieße es hier. Ich mache das hier sehr gerne. Der FC ist mein Heimatverein und dafür bin ich sehr dankbar.“

Ruthenbeck fühlt sich beim 1. FC Köln zuhause

Ruthenbeck betonte auch die Wertschätzung, die ihm von der sportlichen Leitung entgegen gebracht wird. So erzählte der 53-Jährige: „Thomas Kessler hat mir heute morgen um 6.30 Uhr eine Sprachnachricht geschickt – das ist doch alles nicht normal. Ich gebe viel zurück, mein Ego ist nicht so groß, dass ich mich ständig präsentieren muss. Da, wo ich bin, bin ich gut aufgehoben. Und das habe ich selber so gewählt.“

In den vergangenen Jahren fragten immer wieder Vereine an, und womöglich hatte auch Bremen den Kölner Erfolgscoach auf dem Schirm. Der Triumph im DFB-Pokal 2023 und die Deutsche Meisterschaft 2025 haben Ruthenbeck national noch einmal stärker in den Fokus gerückt. Auch der Erfolg in der Youth League zeigt, welche Arbeit der Fußballlehrer am Geißbockheim leistet. Doch Ruthenbeck machte am Mittwoch auch klar: Für ihn zählt nur der 1. FC Köln. Und weil die Wertschätzung gegenseitig ist, dürfte dies wohl auch noch länger so bleiben.

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