Der 1. FC Köln hat gegen RB Leipzig einen großen Kampf abgeliefert, steht nach dem 1:2 am Sonntagnachmittag aber mit leeren Händen da – wegen des VAR und wegen individueller Patzer. Die Einzelkritik.
Aus dem RheinEnergieStadion berichten Alexander Haubrichs und Martin Zenge
Eigentlich sind sie die Garanten für Leistung im FC-Kader: Die verlässlichen Marvin Schwäbe und Eric Martel sind oft der Rückhalt der Mannschaft von Lukas Kwasniok. Am Sonntag jedoch waren sie bei den Gegentoren beteiligt. Das schlägt sich auch in der Einzelkritik nieder.
Tor & Abwehr
Marvin Schwäbe
Mangelhafte Strafraumbeherrschung beim 0:1 durch Baumgartner (29.). Da muss sich der FC-Kapitän früher entscheiden, ob er rausgeht oder auf der Linie wartet. Baumgartners zweiten Treffer bekam er in die kurze Ecke (56). Parierte einen Schuss von Diamonde gut.
GEISSBLOG-Note: 4,5
Sebastian Sebulonsen
Agierte taktisch flexibel. Der Norweger bleibt ein absoluter Leistungsträger, defensiv nahezu fehlerlos. Schade, dass er seinen toll eingeleiteten Angriff nicht selbst mit einem starken Abschluss krönte (69.).
GEISSBLOG-Note: 3,0
Eric Martel
Auch in der Innenverteidigung unsicher, was die Spieleröffnung angeht. Nach einer Ecke aussichtsreich per Kopf zur Stelle, bekam aber keinen Druck dahinter (28.). Verlor auf der Gegenseite dann das Duell mit dem beinahe zehn Zentimeter kleineren Baumgartner vor dem 0:1. Diomande ließ ihn kurz vor der Pause ganz schön alt aussehen.
GEISSBLOG-Note: 4,5
Cenk Özkacar
Machte im Defensivverbund kaum Fehler und spielte seinen Stiefel solide runter. Ließ sich von der Nervosität einiger Nebenleute nicht anstecken.
GEISSBLOG-Note: 3,5
Kristoffer Lund
Rettete innerhalb einer Minute gleich zweimal in allerhöchster Not, einmal auf der Linie, einmal vor Diomande (7.). War auch sonst sehr fleißig, wenn auch gerade nach dem Wechsel nicht ohne Fehler. Klärte den Ball vor dem neuerlichen Rückstand nicht konsequent genug.
GEISSBLOG-Note: 3,5
Mittelfeld
Tom Krauß
War der zentrale Organisator und sicherte nach hinten stets aufmerksam ab. Wie immer ein absolutes Vorbild in Sachen Einsatz und Leidenschaft. Auch gegen seinen Heimatclub eine Säule im FC-Spiel.
GEISSBLOG-Note: 3,0
Isak Johannesson
Der Isländer hatte anfangs Schwierigkeiten, ins Spiel zu finden. Fuhr mit Ache einen vielversprechenden Konter, der in einem Eckball endete (28.). Aber ansonsten in der ersten Halbzeit mit einem Auftritt zum Vergessen. Steigerte sich nach dem Wechsel etwas, mit ein paar guten Hereingaben und der Vorarbeit zum 1:1. Insgesamt aber ein schwacher Auftritt.
GEISSBLOG-Note: 4,0
Jan Thielmann
Die Personalnot spülte ihn in die Startelf. Stand lange auf verlorenem Posten. Nach 36 Minuten mit regelrechter Slapstick: Er verlor erst den Ball, verpasste dann das taktische Foul und brachte bei Leipzigs Konter auch noch Mitspieler Martel mit seinem Hechtsprung zu Fall. Nach der Pause leitete Thielmann unfreiwillig, aber genial den Konter zum 1:1 ein, indem er mit einer Körpertäuschung zwei Leipziger stehenließ. Dann fiel ihm das Leder im Strafraum vor die Füße – und er traf stark zum zwischenzeitlichen Ausgleich (51.).
GEISSBLOG-Note: 3,0
Jakub Kaminski
Traf wenig richtige Entscheidungen, auch seine Standards waren nicht wirklich zwingend. Hatte schon deutlich bessere Auftritte im FC-Trikot. Seine beste Szene war eine scharfe Flanke nach 36 Minuten, die aber Abnehmer El Mala nicht fand.
GEISSBLOG-Note: 4,0
Said El Mala
Von Ache in Szene gesetzt, war sein Abschluss kein Problem für Gulacsi (5.). Fasste sich nach einem Zweikampf mit Henrichs in die Bauchmuskelgegend und wurde immer wieder behandelt (10.). Nach einem Leipziger Aussetzer auch nach 23 Minuten mit einer aussichtsreichen Chance, doch mit links zielte er Zentimeter vorbei. Bis in die Schlussphase aktiv, aber nicht glücklich, übersah dabei auch schon mal den besser postierten Mitspieler.
GEISSBLOG-Note: 4,0
Luca Waldschmidt (ab 78.)
Für Kristoffer Lund in die Partie gekommen, vermochte es der Offensivspieler nicht, dem Spiel noch eine entscheidende Wendung zu geben.
GEISSBLOG-Note: keine Note
Felipe Chavez (ab 90.)
Erstmals eingewechselt (für Thielmann), konnte sich der Neuzugang vom FC Bayern München in der Schlussphase nicht mehr auszeichnen.
GEISSBLOG-Note: keine Note
Angriff
Ragnar Ache
Machte den Ball gut fest und wartete, ehe er El Mala auf die Reise schickte (5.). Wie immer fleißig, aber selten wirklich glücklich. Wäre nach 49 Minuten fast per Kopf zur Stelle gewesen. Verletzte sich kurz vor Schluss am Knie und musste gestützt von den Ärzten vom Feld.
GEISSBLOG-Note: 3,0
Marius Bülter (ab 68.)
War nach Einwechslung für Johannesson gleich mittendrin: Seine scharfe Hereingabe, die Ache verpasste und Sebulonsen nicht verwerten konnte, hätte ein Tor verdient gehabt (69.). Danach fleißig, aber nicht wirklich zwingend.
GEISSBLOG-Note: 4,0
Fynn Schenten (ab 90.)
Kam für Ache. Der Youngster von der U19 tut sich bei seinen Kurzeinsätzen noch schwer, sich in Szene zu setzen.
GEISSBLOG-Note: keine Note







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