Der 1. FC Köln hätte auch beim VfB Stuttgart wieder einen Elfmeter zugesprochen bekommen können. Erneut blieb der Pfiff aus. Lukas Kwasniok will sich damit nicht mehr abfinden.
Aus Stuttgart berichten Sonja Gauer und Marc L. Merten
In einer Statistik liegt der 1. FC Köln auf einem klaren Abstiegsrang: Nur eine Mannschaft hat in dieser Bundesliga-Saison weniger Elfmeter zugesprochen bekommen als der FC. Der 1. FC Heidenheim durfte sich noch kein einziges Mal über einen Elfmeterpfiff freuen, der FC und der FC Augsburg erst einmal. Zum Vergleich: Der FC Bayern bekam schon neun Strafstöße, FC-Konkurrenz Mainz 05 bereits acht, Erzrivale Gladbach, Freiburg und Dortmund schon sechs.
Der FC wartete auch am Samstagabend beim VfB Stuttgart wieder vergeblich auf einen Pfiff. Was war passiert? In der 7. Minute flankte Kristoffer Lund mit links in den Stuttgarter Strafraum. Ragnar Ache befand sich in bester Position vor seinem Gegenspieler Maximilian Mittelstädt und stieg zum Kopfball hoch. In diesem Moment bekam er von Mittelstädt einen Stoß in den Rücken, geriet aus dem Gleichgewicht und konnte den Ball nicht mehr erreichen.
Mittelstädt geht nur in Aches Rücken
Schiedsrichter Robert Hartmann zeigte auf Weiterspielen, Videoassistent Guido Winkmann überstimmte seinen Chef auf dem Rasen nicht. Der Elfmeter-Pfiff blieb aus. Der Stoß war nicht hart, Mittelstädts Arm ging jedoch klar in Aches Rücken. Der Stuttgarter hatte keine Chance den Ball zu spielen, sondern versuchte lediglich den Kölner im Sprung zu behindern. Das gelang ihm.
Für Lukas Kwasniok eine klare Sache: „Elfmeter!“, sagte der FC-Trainer hinterher. „Es war kein Muss-Elfmeter, aber wir kriegen einfach keine Kann-Elfmeter.“ Schon vor einer Woche gegen RB Leipzig hatte der FC einen Strafstoß nach einem Foul an Ache gefordert. „Das war letzte Woche noch viel klarer. Jetzt muss der VAR nicht eingreifen, aber für mich ist es ein zu heftiger Stoß. Reggie hat die klar bessere Position.“
Kwasniok sieht den FC klar benachteiligt
So sah es auch der FC-Stürmer, der später zwar zum 1:1 traf, die Niederlage aber nicht verhindern konnte. „Ich kriege einen Schubser von hinten, und wenn man gerade zum Kopfball hochgeht, ist man in 100 von 100 Fällen dann aus der Balance“, sagte Ache. „Wenn er das nicht macht, komme ich zum Ball. Das ist eine komische Diskussion, weil der Schiedsrichter das Foul außerhalb des Strafraums geben würde. Im Sechzehner gibt er es aber nicht.“
Häufig klagen Spieler über diese Unterscheidung zwischen einer Foul-Qualität außerhalb und innerhalb des Strafraums. Schiedsrichter messen in diesen Situationen mit unterschiedlichem Maß. Auch am Samstag in Stuttgart. Kwasniok machte jedoch klar, dass er sich damit nicht abfinden wolle. Er werde nun bei jeder Gelegenheit darauf hinweisen wollen, dass der FC schon häufiger benachteiligt wurde. „Ich werde so lange darüber erzählen, bis wir mal einen bekommen.“
FC bekam für ein harmloseres Foul Elfmeter
Kurios: Der eine Elfmeter, den der FC erhielt, war eine Konzessionsentscheidung im Derby gegen Gladbach. Nachdem die Borussia bereits zwei Elfmeter gegen den FC zugesprochen bekommen und mit 0:3 geführt hatte, bekam auch der FC noch einen Strafraum. Übrigens nach einem harmlosen Schubser gegen Ache im Strafraum. Ein harmloserer Schubser als am Samstagabend in Stuttgart.








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