Mal wieder Schiedsrichter-Wirbel im RheinEnergieStadion: Nach den ausgebliebenen Elfmeterpfiffen der vergangenen Wochen war es nun das zwischenzeitliche 1:2 der TSG Hoffenheim, das für Zweifel sorgte. Ist der 1. FC Köln am Samstagnachmittag irregulär in Rückstand geraten?
Erst vor einer Woche, nach der 1:3-Niederlage in Stuttgart, hatte Lukas Kwasniok beklagt, dass die berühmten 50:50-Entscheidungen der Schiedsrichter aktuell selten für den 1. FC Köln gepfiffen würden. Dem Trainer ging es dabei insbesondere um Elfmeter, die den Geißböcken verwehrt geblieben waren. Beim 2:2 gegen die TSG Hoffenheim war es nun ein Einwurf, der für Diskussionen sorgte.
Nach einer Stunde musste der FC fürchten, die dritte Pleite in Folge zu kassieren: Nachdem Touré noch an der Latte gescheitert war, brachte Andrej Kramaric die TSG mit 2:1 in Führung. Marvin Schwäbe hechtete zwar noch nach dem Kopfball des Kroaten und erreichte diesen auch – allerdings minimal hinter der Linie, wie die Torlinientechnik offenbarte.
Das sagen Kwasniok und Schröder
Was folgte, waren vehemente Beschwerden des Kölner Keepers. Jedoch nicht, weil Schwäbe an der Technik zweifelte, sondern weil er die Ausführung eines Einwurfs im Vorfeld des Treffers monierte. Unmittelbar vor dem 1:2 hatte Albian Hajdari den Ball nicht stehend, sondern im Laufen wieder ins Spiel gebracht. Schwäbe ging zu Schiedsrichter Robert Schröder, zeigte auf die Seitenlinie und stellte den nicht ganz sauberen Einwurf noch einmal nach.
„Ganz einfach“, gab es für Trainer Kwasniok nach Abpfiff im Interview mit dem ZDF-Sportstudio keine zwei Meinungen: „Du musst mit beiden Beinen auf dem Boden stehen. Das war nicht der Fall, er ist gelaufen. Dann ist es einfach ein Regelverstoß und das gilt es, zu unterbinden.“
Schiedsrichter Robert Schröder sah es etwas anders: „Die Ausführung ist zwar in der Bewegung, ist ein bisschen dynamisch. Das ist aber erst mal kein Problem, das ist eine reguläre Ausführung. Die beiden Füße müssen den Boden berühren, das ist aus meiner Sicht der Fall gewesen.“ Ein Fuß habe auf dem Rasen gestanden, einer den Boden geschliffen – für Schröder „alles okay“.
VAR greift bei Einwürfen nicht ein
Der von Kwasniok verabscheute Videobeweis schied als Hilfestellung definitiv aus. „Entscheidungen zur Spielfortsetzung“, wie es in den Regularien heißt und wozu Einwürfe zu zählen sind, fallen nicht in den Zuständigkeitsbereich des VAR – weder was das Zustandekommen noch was die Ausführung angeht.
Wie ein Einwurf auszuführen ist, wird in den Fußball-Regeln des DFB wiederum wie folgt beschrieben: „Beim Einwurf muss der einwerfende Spieler stehen und das Gesicht dem Spielfeld zuwenden, mit einem Teil jedes Fußes die Seitenlinie oder den Boden außerhalb der Seitenlinie berühren, den Ball mit beiden Händen von hinten über den Kopf an der Stelle einwerfen, an der der Ball das Spielfeld verlassen hat.“
Die Interpretationen des Wortes „stehen“ und die Wahrnehmung, ob Hajdari – der, nachdem der Ball seine Hände verlassen hatte, definitiv weiterlief – im Moment der Ausführung wirklich mit beiden Füßen den Rasen berührte, gingen bei Kwasniok und Schiedsrichter Schröder auseinander. Was blieb, war das Gefühl, erneut kein Glück bei einer strittigen Entscheidung des Unparteiischen gehabt zu haben.








Hier kannst du über den 1. FC Köln diskutieren und dich mit anderen Usern austauschen. Bitte beachte dabei die Spielregeln in unserer Netiquette! Du findest sie hier und kannst sie jederzeit nachlesen. Viel Spaß!