Nicht der VAR ist das Problem: Die Bundesliga hat ein Schiri-Problem

Robert Hartmann macht es vor – und vergisst dabei die Regel. (Foto: IMAGO / Norbert Schmidt)
Robert Hartmann macht es vor – und vergisst dabei die Regel. (Foto: IMAGO / Norbert Schmidt)

Der 1. FC Köln fühlt sich gegen Bayer Leverkusen einmal mehr vom Schiedsrichter-Gespann im Stich gelassen. Verständlich, wenn man sieht, wie hanebüchen die Handspielregel ausgelegt wird. Das Problem dabei ist nicht der VAR.

Ein Kommentar von Marc L. Merten

Wir schreiben den 7. März 2026. Samstagabend, der 1. FC Köln liegt gegen Borussia Dortmund mit 1:2 hinten. In der Nachspielzeit will Linton Maina eine Flanke im Strafraum annehmen, doch Yan Couto lenkt den Ball zuvor mit seinem ausgestreckten Arm ab. Schiedsrichter Daniel Siebert pfeift nicht, VAR Benjamin Cortus greift nicht ein. Hinterher erklärt der DFB, es hätte Handelfmeter für den FC geben müssen.

Sieben Wochen später. Samstagnachmittag, der 1. FC Köln drängt gegen Bayer Leverkusen auf die Führung. Dann aber geht Eric Martel mit der Schulter und angelegtem Arm im Strafraum zum Ball. Schiedsrichter Robert Hartmann hat direkte, allerdings seitliche (nicht frontale) Sicht auf die Aktion, entscheidet sofort auf Elfmeter. VAR Guido Winkmann greift nicht ein. Hinterher erklärt erst Hartmann, nach Ansicht der Bilder hätte er den Elfmeter nicht geben dürfen. Später gibt auch der DFB zu: kein Elfer.

Was machen die Schiris im VAR-Keller?

Das bedeutet: Gegen Dortmund wurde dem FC ein klarer Handelfmeter, der für jeden an den TV-Bildern ersichtlich war, verweigert. Gegen Leverkusen hingegen kassierte der FC ein Handelfmeter, von dem der Schiedsrichter hinterher selbst sagte, es sei keiner gewesen. Die große Frage lautet in beiden Fällen: Warum griff der VAR nicht ein? In beiden Fällen kosteten die Fehlentscheidungen des Schiri-Gespanns den 1. FC Köln Punkte. In einem knappen Abstiegskampf können solche Szenen entscheidend sein.

Doch darum soll es hier nicht gehen. Stattdessen zeigen diese beiden Szenen: Nicht das System des VAR ist das Problem in der Bundesliga, sondern die Qualität der Schiedsrichter. Und zwar nicht der Schiris auf dem Rasen, die im Bruchteil einer Sekunde entscheiden müssen und dabei auch mal falsch liegen können. Das Problem ist, dass Cortus und Winkmann mit der Ruhe und den technischen Hilfsmitteln des VAR im Kölner Keller nicht zur richtigen Entscheidung kamen.

Der einzig zulässige Schluss: Sie können es nicht besser

Zumal die Klarstellung des Deutschen Fußball-Bundes am Sonntag in Martels Fall gegen Leverkusen sogar offenbarte, dass die Schiedsrichter ihre eigenen Regeln nicht kennen. Wenn Schiri-Sprecher Alex Feuerherdt sagt, dass ein Elfer nicht gegeben werden darf, wenn ein Spieler – wie Martel – alles versucht, um das Handspiel zu vermeiden und den Arm aus der Bahn zu nehmen, dann muss man fragen: Wo haben die Herren Winkmann und Co. in den Schulung gesessen, als es um diese Frage ging?

Bei Coutos Handspiel gab es ohnehin keine Grauzone. Das war ein blankes, einfach zu erkennendes Handspiel. Bei Martels Handspiel bestätigte der DFB selbst, dass das Regelwerk es anders sieht. Und bei vielen anderen Szenen in der Bundesliga ist es seit Monaten die Frage, warum Schiedsrichter spätestens im Kölner Keller nicht zum richtigen Ergebnis kommen können, obwohl ihnen alle Bilder vorliegen. Der einzige Schluss, der zulässig zu sein scheint, lautet: Sie können es offensichtlich nicht besser. Und das ist keine Frage des VAR, sondern schlichtweg der Qualität.

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