Der 1. FC Köln muss weitere Ausfälle beklagen. Vor allem das Aus von Sebastian Sebulonsen wiegt schwer. Für den Norweger kommt die Verletzung zur Unzeit, da sie ihn im WM-Rennen zurückwirft. Was sagt Norwegens Trainer Stale Solbakken dazu?
Die Auswechslung kam einigermaßen überraschend, sah aber gar nicht dramatisch aus. Als Sebulonsen in der 69. Minute beim Stand von 2:2 des 1. FC Köln gegen die TSG Hoffenheim das Feld verließ, dachten die meisten an einen taktischen Wechsel. Dass Jahmai Simpson-Pusey, der eigentlich nur für den Notfall auf der Reservebank Platz genommen hatte, schon so früh nach seiner Muskelverletzung so viel Spielzeit erhielt, stimmte jedoch nachdenklich.
Die Hiobsbotschaft folgte am Sonntag: Nach einer MRT-Untersuchung muss „SebSeb“ aufgrund einer Muskelverletzung bis auf Weiteres pausieren. Auch die Kollegen Jan Thielmann und Joel Schmied hat es erwischt. Für Sebulonsen kommt die Verletzung jedoch zur absoluten Unzeit.
Solbakken: „Großartige Entwicklung in Köln“
Nach seinem Transfer für 2,5 Millionen Euro vom dänischen Hauptstadtklub Bröndby IF zum FC im vergangenen Sommer hat sich der Rechtsfuß vorbildlich integriert, war gleich eine feste Größe und stand in allen Spielen auf dem Feld, meist in der Startelf. Das blieb auch seinem Nationaltrainer nicht verborgen. „Sebastian hat in Köln eine großartige Entwicklung gemacht“, sagt Stale Solbakken, der in der Saison 2011/12 als Trainer des 1. FC Köln nach monatelangem Disput mit dem damaligen Sportchef Volker Finke wenig erfolgreich war. „Es freut mich sehr, seine Fortschritte zu sehen.“
Solbakken belohnte Sebulonsen im Oktober mit der erstmaligen Nominierung für seine Entwicklung. Gegen Neuseeland (1:1) kam der FC-Profi 26 Minuten zum Einsatz. Rund um die Ausnahmekönner Erling Haaland (Manchester City) und Martin Ödegaard (FC Arsenal) hat der Coach der norwegischen Nationalmannschaft als Erster eine funktionierende Mannschaft geformt und sich mit einem Rekordergebnis direkt für die Weltmeisterschaft qualifiziert.
Verpasst Sebulonsen Testspiel-Kracher?
Da fahren die Wikinger nicht ohne Ambitionen hin. Und so hatte sich „SebSeb” den 27. März sicher dick im Kalender angestrichen, denn an diesem Tag spielen die Nordeuropäer in der Johan-Cruyff-Arena in Amsterdam ein Freundschaftsspiel gegen die Niederlande. Sebulonsen hatte sicher auf eine weitere Nominierung in dieser Länderspielpause gehofft, um sich für den WM-Kader im Sommer zu empfehlen.
Nun wird er das Spiel wahrscheinlich verpassen. Immerhin schließt Stale Solbakken gegenüber dem GEISSBLOG die Tür für Sebulonsen ausdrücklich nicht, auch wenn er ihn im Gegensatz zu FC-Coach Lukas Kwasniok nicht im Abwehrzentrum sieht: „Für uns ist er nur eine Option als rechter Verteidiger. Julian Ryerson ist als Nummer eins gesetzt, doch dahinter ist es ein enges Rennen und Sebastian ist einer der Kandidaten“, sagt der 57-Jährige, der nach der geglückten Qualifikation seinen Vertrag bis zum EM-Jahr 2028 verlängert hat. „Die Zeit wird zeigen, wer da die Nase vorn hat.“
„SebSeb“ wird also alles tun, um schnellstmöglich wieder zurückzukehren. Das wäre wichtig für den 1. FC Köln im Abstiegskampf – und seine Chancen für die Weltmeisterschaft in Kanada, Mexiko und den USA.








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