Der 1. FC Köln hat auch gegen Borussia Dortmund verloren und ist nun seit fünf Spielen in der Bundesliga sieglos. Die Geißböcke kassierten eine 1:2 (0:1)-Niederlage. Erst sah Jahmai Simpson-Pusey die Rote Karte, dann verweigerte der VAR dem FC einen Handelfmeter.
Aus dem RheinEnergieStadion berichten Sonja Gauer, Marc L. Merten und Alexander Haubrichs
Nach dem sieglosen Februar begann für den 1. FC Köln am Samstag gegen Borussia Dortmund der Abstiegskampf von Neuem. Die 50.000 Fans wollten einen mutigen Auftritt der Geißböcke sehen, schließlich kam der BVB mit eigenen Problemen nach Müngersdorf. Top-Spiel-Fluch hin, Top-Team-Fluch her: Am Samstagabend brauchte der FC gegen Dortmund etwas Zählbares. Doch einmal mehr wurde nichts draus.
Tore und Highlights
16. Minute: Der FC begann stürmisch. El Mala schaltete bei einem Einwurf schnell, sodass Kaminski frei auf Johannesson passen konnte. Dieser wurde am Fünfmeterraum abgeblockt. Nur vier Minuten später flankte El Mala auf Niang, dessen Kopfball Kobel zur Ecke abwehrte. Doch dann kam mal wieder ein Standard, weil Johannesson den Ball in der Abwehrreihe unnötig verlor. Die erste Flanke wehrte der FC noch ab, doch dann hob Simpson-Pusey das Abseits gegen Guirassy auf, und der Ex-Kölner konnte frei vor Schwäbe zum 0:1 einschieben.
34. Minute: Der BVB übernahm anschließend die Spielkontrolle, ohne zu nennenswerten Chancen zu kommen. Der FC zeigte sich fortan verunsichert und zog sich zurück, ehe Kaminski mit einer scharfen Flanke El Mala in Position brachte, der aber aus spitzem Winkel zu überhastet abschloss (34.). Zwei Minuten später verpasste Kaminski eine Niang-Flanke nur knapp (37.). Wieder nur eine Minute später ging ein Niang-Kopfball über das BVB-Tor (38.). Auf der anderen Seite legte Lund ungewollt für Guirassy auf, der Schwäbe zu einer Glanzparade zwang (40.).
43. Minute: Dann kam die spielentscheidende Szene – und wieder einmal gab es Kopfschütteln über den VAR. Simpson-Pusey kam gegen Beier zu spät und traf den BVB-Stürmer in der Hacke. Zunächst gab Schiedsrichter Siebert Gelb. Doch nach über zwei Minuten (!) Behandlungspause schaltete sich der VAR ein und rief Siebert zum Bildschirm. Die Gelbe Karte wurde annulliert, Simpson-Pusey sah glatt Rot. Der FC fortan nicht nur in Rückstand, sondern in Unterzahl.
60. Minute: Das Spiel hätte noch einmal eine andere Wendung nehmen können, als Kaminski mit einem Schlenzer aus 14 Metern Kobel zur Glanztat zwang und Niang den Nachschuss nicht im Tor unterbringen konnte. Dann aber machte der BVB ernst, kombinierte sich über die rechte Kölner Abwehrseite ins Zentrum. Ein Pass in die Tiefe fand Beier und dieser schob alleine vor Schwäbe zum 0:2 ein – die Entscheidung?
67. Minute: Danach schien es bitter zu werden – doch ausnahmsweise war der VAR diesmal auf Seiten der Kölner. Schwäbe wehrte einen Schuss von Fabio Silva ab, der Ball kam zum Dortmunder zurück. Özkacar und der BVB-Stürmer gingen beide zum Ball, Silva schien zuerst dran. Es gab Elfmeter, der dann aber wieder einkassiert wurde, weil Özkacar eben doch eher den Ball gespielt hatte als der Dortmunder.
87. Minute: Das Spiel war eigentlich gelaufen, da atmete der FC plötzlich noch einmal. Nach einer Flanke von der linken Seite gewann der gerade eingewechselte Debütant Cenny Neumann sein Kopfballduell im Strafraum. Jakub Kaminski nahm sich die Kugel, zog in die Mitte und schloss mit rechts ab. Der Ball wurde abgefälscht und landete so für Kobel unhaltbar im Eck zum 1:2.
90+4. Minute: Der FC warf noch einmal alles nach vorne. Nach einer Flanke sprang Yan Couto der Ball an den Arm, doch Siebert pfiff nicht und der VAR griff nicht ein. Lothar Matthäus äußerte bei Sky sofort: „Für mich ein Handspiel!“ Doch erneut waren die Geißböcke nicht vom Glück verfolgt – und so ging das Spiel mit 1:2 verloren.
Personal
So spielte der FC: Schwäbe – Krauß (86. Heintz), van den Berg, Simpson-Pusey, Lund – Johannesson (46. Özkacar), Martel – Niang (75. Maina), Kaminski, El Mala (86. Neumann) – Ache (86. Bülter)
Zur Aufstellung: Eigentlich hätte Castro-Montes beginnen sollen, doch der Belgier meldete sich nach dem Abschlusstraining erneut angeschlagen ab. Dafür begann der FC im 4-2-3-1 mit Krauß als Rechtsverteidiger und Kaminski als Spielmacher auf der Zehn. Dazu feierte Niang sein Startelf-Debüt für die Geißböcke und sollte über die rechte Seite für Tempo und Gefahr sorgen.
Fazit
Einerseits ist es immer dieselbe Leier: Der 1. FC Köln hat sich erneut um den Lohn einer guten Arbeit gebracht. Die Geißböcke begannen stark und waren die bessere Mannschaft, ehe Johannesson der Blackout vor dem Eckball zum 0:1 unterlief. Dann zog die Rote Karte den Geißböcken kurz vor der Pause den Stecker. Im Endergebnis stehen null Punkte, der FC strauchelt weiter in Richtung Tabellenkeller. Und das, obwohl einmal mehr gegen einen Großen mehr drin gewesen wäre.
Andererseits war der FC einmal mehr nicht vom Glück verfolgt. Wieder einmal gab es einen Kann-Elfmeter nicht. Dass sich Siebert die Szene in der Nachspielzeit nicht am Videomonitor anschaute, war nicht zu erklären. Die Geißböcke dürfen sich erneut mit zweierlei Maß behandelt fühlen. Umso ärgerlicher, dass ihnen so die Chance auf den späten Ausgleich genommen wurde.







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