Nach „Schicksalsschlägen“: Debütant überzeugt Weltmeister und gibt Kwasniok Kraft

Youssoupha Niang gegen Borussia Dortmund. (Foto:IMAGO / Mika Volkmann
Youssoupha Niang gegen Borussia Dortmund. (Foto:IMAGO / Mika Volkmann

Youssoupha Niang hat beim 1:2 gegen Borussia Dortmund überraschend sein Startelf-Debüt für den 1. FC Köln gefeiert. Der 19-jährige Stürmer verdiente sich mit einem erfrischenden Auftritt lobende Worte von Lukas Kwasniok und Weltmeister Lothar Matthäus.

Er hätte dem Abend im Müngersdorf frühzeitig eine andere Richtung geben können. Fünf Minuten waren im Top-Spiel zwischen dem 1. FC Köln und Borussia Dortmund vorüber, da schraubte sich Youssoupha Niang in die Höhe und prüfte BVB-Keeper Gregor Kobel mit einem Kopfball-Aufsetzer. Es fehlte nicht viel, und der Youngster hätte nach einer Flanke des ebenfalls erst 19-jährigen Said El Mala sein erstes Bundesliga-Tor erzielt.

Niang verzagte nach der Torchance nicht, sondern agierte wie beflügelt. Er warf sich ohne großen Respekt auf der völlig neu zusammengesetzten rechten Außenbahn mit Tom Krauß in den Kampf gegen den übermächtigen Gegner. Immer wieder war er anspielbar, versuchte, die BVB-Abwehr mit Flanken in Verlegenheit zu bringen und hatte auch in der zweiten Hälfte noch eine Torchance, nachdem Kobel Kaminskis Schuss vor seine Füße abgewehrt hatte. Diesmal verhinderte Ryersons Block eine Tor-Premiere.

Niang dank „Pferdelunge“ in der Startelf des 1. FC Köln

Unterm Strich aber stand die Erkenntnis, dass das junge Eigengewächs dem Spiel am Samstagabend deutlich mehr zu geben hatte als zuletzt die arrivierten Profis Luca Waldschmidt und Marius Bülter in Augsburg. Weltmeister Lothar Matthäus verlieh Niang quasi das Prädikat Bundesliga-Profi, als er bei Sky kommentierte: „Als Fremdkörper hat er sich nicht angefühlt. Ich glaube, er darf wiederkommen.“

Lukas Kwasniok wollte mit Niang auf Tempo und Fleiß setzen, der FC-Trainer erklärte noch vor Anpfiff: „Es ist einfach so, dass wir davon ausgehen, dass wir sehr viel laufen müssen. Yous ist ein sehr laufstarker Spieler, der sich leider schon zu Beginn der Saison verletzt hatte. Er hat eine Pferdelunge, kann in beide Richtungen sehr gut arbeiten, ist sehr schnell.“ 

Diese Niangs dieser Welt, das sind die Dinge, die mir Kraft geben.

Lukas Kwasniok

In der kompletten ersten Saisonhälfte von August bis Weihnachten 2025 hatte das Eigengewächs seine Qualitäten nicht einbringen können. Eine Schulterverletzung während der Sommervorbereitung und gleich darauf ein Muskelriss hatten ihn monatelang außer Gefecht gesetzt. Doch Niang ließ sich nicht von seinem Weg abbringen und imponierte Kwasniok dabei gewaltig.

„Diese Niangs dieser Welt, der so viele Schicksalsschläge in Bezug auf Verletzungen hinter sich gebracht hat, und jetzt in der Startelf steht und wirklich ein sehr gutes Spiel gemacht hat mit zwei Einschussmöglichkeiten – das sind die Dinge, die mir Kraft geben. Das ist ein gegenseitiges Geben und Nehmen, es befruchtet sich“, brachte der Trainer zum Ausdruck, wie wichtig und motivierend die Arbeit mit Talenten für ihn ist. Nicht umsonst setzte Kwasniok am Samstagabend mit einem Durchschnittsalter von 23,6 Jahren auf die jüngste Kölner Startelf seit fünf Jahren.

DAS KÖNNTE DICH AUCH INTERESSIEREN

DISKUTIER MIT!

Willkommen im Kommentarbereich des GEISSBLOG!
Hier kannst du über den 1. FC Köln diskutieren und dich mit anderen Usern austauschen. Bitte beachte dabei die Spielregeln in unserer Netiquette! Du findest sie hier und kannst sie jederzeit nachlesen. Viel Spaß!
Abonnieren
Benachrichtige mich bei
39 Kommentare
Neueste
Älteste Meistbewertete