Verlieren verboten: Der Vorsprung des 1. FC Köln ist aufgebraucht, gegen den HSV und Gladbach benötigen die Geißböcke einen Umschwung. Die Serie von Lukas Kwasniok erinnert inzwischen an die letzte Abstiegssaison und Steffen Baumgart. Der FC-Trainer setzt nun auf einen kuriosen Vergleich.
Bei seinem Amtsantritt wurde Lukas Kwasniok oft mit Steffen Baumgart verglichen. Beide wechselten vom SC Paderborn zum 1. FC Köln, beide gelten als emotionale Typen und Freunde des attraktiven Fußballs. Doch schon bei seiner Antritts-Pressekonferenz gab Kwasniok zu Protokoll, nur wenige Parallelen zu seinem Vor-Vor-Vorgänger zu sehen. Nun gibt es eine, auf die er gewiss gerne verzichtet hätte.
Mit dem 1:2 gegen Borussia Dortmund hat sich die Durstrecke der Geißböcke, so engagiert die Leistung auch war, auf zwei Siege aus 16 Partien verlängert. Zehn Punkte holte Kwasniok mit dem FC in diesem Zeitraum – die schwächste Bilanz seit Baumgart und dessen Aus in der Abstiegssaison 2023/24.
Baumgart nach zehn Punkten aus 16 Spielen entlassen
Damals hatten die Kölner nach dem 16. Spieltag bei genau zehn Zählern gestanden. Nach einer 0:2-Niederlage bei Union Berlin gingen der FC und sein einstiger Erfolgstrainer Baumgart getrennte Wege. Timo Schultz übernahm, konnte den siebten Abstieg der Vereinshistorie aber nicht verhindern.
Nach der damaligen Erfolglos-Serie übergab Baumgart die Geißböcke auf Rang 17. Aktuell hingegen steht der FC auf Platz 14. Schließlich gehören zu dieser Saison nicht nur die vergangenen 16 Partien, sondern auch die ersten neun, aus denen Kwasniok mit seiner Mannschaft starke 14 Punkte geholt hat.
Dank dieser Ausbeute stand der FC noch kein einziges Mal auf einem der drei untersten Plätze. Das Polster allerdings ist seit dem vergangenen Herbst kontinuierlich kleiner geworden und nun nicht mehr existent. Vom punktgleichen FC St. Pauli auf dem Relegationsrang trennt die Kölner nur noch das bessere Torverhältnis.
Kwasniok zieht Tennis-Vergleich
Kwasniok will das erfolglose mittlere Saisondrittel hinter sich lassen und kämpft mit einem kuriosen Vergleich um seinen Job – er überträgt die Kölner Krise auf den Tennisplatz. „Den ersten Satz haben wir vielleicht 7:5 gewonnen“, sagt der FC-Trainer und meint das positive erste Drittel. Dann die Ernüchterung: „Den zweiten haben wir 1:6 verloren.“
Nun läuft der entscheidende Durchgang, und die Geißböcke mussten durch das 1:2 gegen Borussia Dortmund direkt ihren Aufschlag abgeben. „Wir hatten ein Aufschlagspiel und wurden gebreakt – ein Heimspiel ist ein Aufschlagspiel“, erklärt Kwasniok und schickt eine Kampfansage hinterher: „Wir sind im dritten Satz, es steht 0:1. Aber es geht bis sechs. Wir sind in der Lage, im dritten Satz zurückzuschlagen.“
Aktuell fühlt es sich bescheiden an, aber wir sind voll in der Verlosung. Der dritte Satz hat erst begonnen.
Lukas Kwasniok
Schon am Samstagabend (18.30 Uhr) beim HSV will der 44-Jährige das Rebreak schaffen. „Wir können in Hamburg zurückbreaken, das ist unser Ziel.“ Kwasniok glaubt nach wie vor daran, das Ruder nach Monaten wieder rumreißen zu können: „Aktuell fühlt es sich bescheiden an, aber wir sind voll in der Verlosung. Der dritte Satz hat erst begonnen.“
Dass die Kritik im Umfeld zunimmt, ist dem Trainer natürlich nicht entgangen. „Ich weiß, dass viele Menschen zu Hause sitzen, uns, die Situation und auch mich verfluchen, aber hier sitzt jemand, der diese Mannschaft voller Überzeugung wieder aufrichten wird. Wir werden in Hamburg wieder leidenschaftlich Fußball spielen“, lautet sein Versprechen vor dem Duell mit dem Mitaufsteiger, in dem sich weder der FC noch Kwasniok persönlich ein 0:2 leisten darf.






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