Training abgesagt: So geht es am Sonntag beim FC weiter

Thomas Kessler nach dem Schlusspfiff im Derby gegen Gladbach. (Foto: Bucco)
Thomas Kessler nach dem Schlusspfiff im Derby gegen Gladbach. (Foto: Bucco)

Zieht der 1. FC Köln die Reißleine oder vertrauen die Geißböcke weiter auf Cheftrainer Lukas Kwasniok? Am Sonntag könnte die Entscheidung fallen. Das Training der Profis wurde bereits abgesagt.

Als der 1. FC Köln am Samstagnachmittag mit einem 3:3 (2:2) gegen Borussia Mönchengladbach vom Rasen des RheinEnergieStadions ging, waren keine Pfiffe oder Rufe gegen Lukas Kwasniok zu hören. Die Fans richteten ihren Ärger gegen das Schiedsrichtergespann. Darüber hinaus hatten die Anhänger einen Kampf gesehen, welcher einem Derby würdig gewesen war.

Als sich so mancher Fan dann auf dem Nachhauseweg auf der FC-Website informieren wollte, wann das nächste Training der Mannschaft stattfinden würde, war dort noch zu lesen: „Sonntag, 10.30 Uhr, Geißbockheim“. Am Abend aber verschwand diese Information. „Frei“ stand nun für Sonntag dort. Der FC ließ auf Nachfrage mitteilen, dass Kwasniok selbst diese Entscheidung zeitnah nach Schlusspfiff getroffen haben soll.

Kessler vermeidet Bekenntnis zu Kwasniok

Die FC-Bosse waren es demnach nicht, die den Spielern den freien Tag gaben. Der 44-Jährige wollte damit offenbar die über weite Strecken gute Leistung der Mannschaft gegen Gladbach belohnen. Am Montag will Kwasniok mit seinen Spielern wieder zusammenkommen, um die Länderspielpause anzugehen, die ohne Testspiel geplant wurde. Die Frage nun aber lautet: Wird Kwasniok diese Länderspielpause überhaupt noch als FC-Trainer weiterarbeiten dürfen?

Sport-Geschäftsführer Thomas Kessler vermied am Samstag nach dem Spiel ein Bekenntnis zu seinem Coach. Vielmehr machte er deutlich, dass es eine umfassende Analyse bräuchte, der Punkt gegen die Borussia zu wenig sei und jeder die Tabelle lesen könne (der GEISSBLOG berichtete). Kurzum: Kwasniok steht beim 1. FC Köln kurz vor dem Rauswurf. Eine Trennung am Sonntag oder Montag gilt als wahrscheinlich.

Gemeinsamer Ausschuss einberufen?

Oder kommt Kessler bei der Analyse doch noch mal zu dem Schluss, dass Kwasniok weiter das Vertrauen genießt? Wie der Kölner Stadt-Anzeiger am Samstagabend berichtete, wurde für Sonntag der Gemeinsame Ausschuss aus Vorstand, Aufsichtsrats- und Beiratschef sowie den beiden Mitgliederrats-Vorsitzenden einberufen. Kessler will nach dem Derby-Remis nicht nur mit Kwasniok, sondern auch mit den FC-Bossen sprechen und entscheiden.

Diese FC-Bosse waren am Samstagabend auf der Kölschen SportNacht 2026 in der Flora eingeladen, jedoch erschienen nicht alle Verantwortlichen, die eigentlich ihr Kommen zugesagt hatten. Ein untrügliches Zeichen, dass noch am Abend die Aufarbeitung begonnen hatte. Und womöglich erste Gespräche mit potenziellen Nachfolgern geführt wurden.

Ruthenbeck kämpft um Finaleinzug

Der Name Dino Toppmöller geistert schon seit Wochen ums Geißbockheim, obwohl der Ex-Trainer von Eintracht Frankfurt eigentlich nach Höherem als dem Abstiegskampf in der Bundesliga strebt. Friedhelm Funkel ist die Allzweckwaffe, der wohl auch jetzt wieder bereit stehen würde, würde Kessler ihn fragen. Und dann wird das Tandem aus Co-Trainer René Wagner und U19-Trainer Stefan Ruthenbeck diskutiert. Letzterer hat am Sonntag aber noch etwas gänzlich anderes zu tun: das DFB-Pokal-Halbfinale seiner A-Junioren beim VfL Wolfsburg (ab 11 Uhr im GEISSBLOG-Liveticker).

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