Steht Lukas Kwasniok beim 1. FC Köln vor dem Aus? Das 3:3 gegen Borussia Mönchengladbach war für den Trainer wohl zu wenig. Sportchef Thomas Kessler hat sich nach dem Derby nicht zu Kwasniok bekannt, sondern die Trainerfrage offengelassen.
Aus dem RheinEnergieStadion berichten Sonja Gauer, Marc L. Merten und Martin Zenge
Schon zahlreiche Trainer des 1. FC Köln mussten die üblichen Raus-Rufe über sich ergehen lassen. Lukas Kwasniok sah sich diesem Unmut von den Rängen am Samstagnachmittag nach dem 3:3 gegen Borussia Mönchengladbach nicht ausgesetzt. Die Worte von Sportchef Thomas Kessler allerdings lassen daran zweifeln, dass der 44-Jährige nach der Länderspielpause noch Chefcoach der Geißböcke ist.
„Ich glaube, wir müssen das jetzt einfach sachlich und rational analysieren. Wir haben eine Länderspielpause vor der Brust und haben heute eine große Enttäuschung erlebt, dass wir nur einen Punkt geholt haben“, sagte Kessler unmittelbar nach Abpfiff bei Sky. Er schob nach: „Die Erwartungshaltung waren klar drei Punkte. Wir werden uns jetzt Gedanken machen und ich werde ganz in Ruhe eine Nacht darüber schlafen.“
Kessler: „Wir können alle die Tabelle lesen“
Was der verpasste Sieg für Kwasnioks Zukunft bedeutet, ließ Kessler offen: „Es ist jetzt kurz nach dem Spiel. Ich glaube, wir alle haben Emotionen nach dem Derby. Wir haben uns drei Punkte erhofft und können alle die Tabelle lesen.“
Kein Bekenntnis zum seit Wochen in der Kritik stehenden Trainer – das blieb auch wenige Minuten später so, als Kessler in den Katakomben des RheinEnergieStadions zu den Kölner Medienvertretern sprach. „Ich habe Woche für Woche sehr offen gesprochen und gesagt, dass wir die Dinge analysieren. Das werden wir auch in dieser Woche tun“, erklärte der frühere Torhüter.
Klar ist, dass du an Stellschrauben drehen musst, um mal wieder ein Fußballspiel zu gewinnen.
Lukas Kwasniok
Man wisse, „wie schwierig die Aufgaben in den kommenden Wochen werden“. Ein Satz, der Kwasniok bangen lässt: „Klar ist, dass du an Stellschrauben drehen musst, um mal wieder ein Fußballspiel zu gewinnen.“ Gegen Gladbach gelang das zum wiederholten Male nicht. Nur zwei Siege aus den letzten 18 Bundesliga-Partien haben den FC aus der oberen Tabellenhälfte auf Platz 15 abstürzen lassen. Siegt St. Pauli am Sonntag gegen den SC Freiburg, landen die Geißböcke erstmals in dieser Saison auf dem Relegationsrang.
Auffällig: Den Spielern stärkte Kessler anders als Kwasniok den Rücken: „Am Ende muss man der Mannschaft ein Kompliment machen, dass sie nach dem Nackenschlag wieder zurückkommt. Es gibt keinen beim 1. FC Köln, der glaubt, dass die Mannschaft nicht die Qualität hat, um die Klasse zu halten.“ Nach der Länderspielpause, am Ostersonntag, geht der Kampf um den Klassenerhalt weiter – womöglich ohne Kwasniok.








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