Kwasniok bleibt zuversichtlich: „Kommen unserem Gesamt-Ziel näher“

Eric Martel und Lukas Kwasniok nach dem Schlusspfiff gegen Mönchengladbach. (Foto: Bucco)
Eric Martel und Lukas Kwasniok nach dem Schlusspfiff gegen Mönchengladbach. (Foto: Bucco)

Der 1. FC Köln hat die Derby-Pleite gegen Borussia Mönchengladbach gerade noch abgewendet. Eric Martel trifft dabei zum Ausgleich und fliegt wenige Augenblicke später vom Platz. Was ist der Punkt am Ende auch für Lukas Kwasniok wert? Die Stimmen zum Spiel.

Aus Müngersdorf berichten Sonja Gauer, Martin Zenge und Marc L. Merten

Cenk Özkacar

„Wir wollten den Sieg unbedingt. Wir haben nach dem frühen Gegentor eine starke Reaktion gezeigt und das Spiel gedreht. Ich weiß, dass das Team alles gegeben hat, aber wir sind nicht happy mit dem einen Punkt. Es war mein erstes Derby in einem Heimspiel, es war sehr emotional. Als die Fans mit uns nach dem Aufwärmen gesprochen haben, war das sehr leidenschaftlich. Es tut mir leid, dass wir ihnen die drei Punkte nicht schenken konnten. Sie haben uns nach der Partie noch applaudiert – vielen Dank dafür. Jetzt wollen wir den Wind in die andere Richtung drehen. Es ist nicht an mir zu beurteilen, ob der Trainer noch der richtige für uns ist. Ich muss meine Leistung abrufen und das umsetzen, was der Trainer mir sagt. Ich denke nur über das nach, was ich auch beeinflussen kann. Was bei Erics zweiter Gelben Karte passiert ist, weiß ich nicht genau, weil eigentlich Abseits gepfiffen wurde. Am Ende hat der Schiedsrichter so entschieden, auch wenn ich es nicht verstanden habe.“

Eric Martel

„Ich gehe hoch zum Luft-Zweikampf und der Gladbacher springt in mich rein. Ich weiß nicht, was ich da machen soll, vielleicht schneide ich mir beim nächsten Mal die Arme ab. Zudem kommt der Schiedsrichter zu mir und sagt, dass es eine Abseitssituation war. Dann darf mir für die Aktion danach nicht Gelb-Rot geben. Das Momentum wäre ansonsten vielleicht zu uns rübergegangen. Nach dem Ausgleich mit dem Fans im Rücken hätten wir gute Chancen gehabt, das Spiel komplett zu drehen. So mussten wir noch ein bisschen zittern. Man hat der Mannschaft nie angemerkt, dass uns die Rückstände zurückgeworfen hat. Das zeigt den Charakter von dieser Mannschaft. Ich kann nur bewerten, was ich sehe. Wir trainieren echt gut, jeder reißt sich den Arsch auf. Auch wie wir spielen ist von den Leistungen her gut. Was uns fehlt, sind die Ergebnisse. Mit dem Punkt ist jeder im Zwiespalt, wie er sich fühlen soll. Die Reaktion von den Fans war echt okay nach dem Spiel, sie haben uns zugejubelt. Wir würden uns auch wünschen, dass wir drei Punkte holen. Für mich ist es trotzdem ein gewonnener Punkt hier.“

Thomas Kessler

„Es ist jetzt sehr emotional kurz nach so einem Spiel. Heute wurde hier viel geboten, leider keine drei Punkte für den 1. FC Köln. Wir werden in aller Ruhe, sehr rational und ergebnisoffen über die Themen sprechen. Wenn man zuhause drei Tore schießt, darf man in der Lage sein, so ein Spiel zu gewinnen. Es sind Kleinigkeiten und das begleitet uns die komplette Saison. Die Tabellensituation ist von Woche zu Woche prekärer und das Ziel ist klar: Den 1. FC Köln in der Bundesliga zu halten. Wir haben die Überzeugung, dass die Qualität vorhanden ist, die Klasse halten zu können. Aber es gibt natürlich Gründe, warum wir momentan nicht in der Lage sind, drei Punkte zu holen. Die müssen wir offen erörtern.“

Eugen Polanski

„Wir kommen überragend rein und schießen nach 30 Sekunden den Führungstreffer. Die nächsten beiden Tore müssen wir besser verteidigen, um auswärts etwas mitnehmen zu können. Trotzdem kommen wir nochmal zurück, schießen das 2:2 – und da waren wir erst in der 20. Minute. In der zweiten Halbzeit halten wir uns lange an den Plan und schießen ein Traumtor zum 3:2. Kurz vor Schluss kriegen wir dann das 3:3 durch einen Standard. Es war ein leistungsgerechtes Unentschieden. Es war viel Derby drin, für beide Trainer wahrscheinlich aber ein bisschen zu wenig Inhalt.“

Lukas Kwasniok

„Nach 90 Minuten war es ein leistungsgerechtes Unentschieden. Für uns ging es nicht ganz so gut los. Fußball-inhaltlich war es schwierig, da bin ich bei Eugen. Wir wollten vor allem den Gegner auf der letzten Linie stressen. Das haben wir beim ersten und zweiten Tor geschafft. Der linke Fuß von Johannesson und der tiefe Lauf von Said war so, wie wir uns das vorgestellt haben. Auch der Gegner hatte aber gute Ideen und ist immer wieder um unseren ersten Verteidigungsblock ausgewichen. Es war eine wilde Achterbahnfahrt. So ein Traumtor von Castrop verändert dann das Spiel. Was können sie von Menschen mehr erwarten, als am Limit zu agieren – und das tut diese Mannschaft. Die Menschen im Stadion respektieren das, ich spüre das. Der Applaus von den Rängen bei einem Unentschieden im Derby war wahrscheinlich nicht immer so da. Nach dem 3:3 hatten wir das Gefühl, vielleicht sogar einen Lucky Punch setzen zu können. Mit der Gelb-Roten Karte war es natürlich schwierig. So galt es, den Punkt über die Ziellinie zu retten. So kommen wir unserem Gesamt-Ziel Mitte Mai näher. Die Mannschaft und meine Wenigkeit glauben zu einhundert Prozent daran. Es bleibt ein Kampf bis zum Schluss.“

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