Nach 27 Bundesliga-Spielen ist Schluss: Der 1. FC Köln hat sich von Trainer Lukas Kwasniok getrennt. Die Verantwortlichen setzen im Abstiegskampf auf einen neuen Impuls. Vorerst übernimmt Co-Trainer René Wagner.
Lukas Kwasniok hatte sich bis zum Schluss kämpferisch gezeigt. „Ich bin der richtige Mann am richtigen Ort mit der richtigen Mannschaft“, hatte der 44-Jährige am Samstagabend nach dem 3:3-Unentschieden im Derby gegen Borussia Mönchengladbach auf der anschließenden Pressekonferenz erklärt und die übliche sachliche Analyse des Spiels für den Sonntag angekündigt.
Dazu kam es jedoch nicht. Gegen kurz vor 11 Uhr kam Kwasniok am Sonntag am Geißbockheim an, fuhr keine 20 Minuten später mit seinem Dienstwagen jedoch schon wieder davon. Von einem intensiven Austausch mit den sportlich Verantwortlichen um Geschäftsführer Thomas Kessler keine Spur! Der Sportchef diskutierte stattdessen mit seinen Geschäftsführer-Kollegen sowie dem Vorstand und später auch dem Gemeinsamen Ausschuss über die Zukunft des Trainers.
Co-Trainer René Wagner übernimmt
Mit der Folge: Die letzten sieben Saisonspiele wird der 1. FC Köln nach GEISSBLOG-Informationen mit einem neuen Cheftrainer bestreiten. Nachdem sich externe Optionen schnell zerschlagen hatten, wird nun der bisherige Co-Trainer René Wagner hauptverantwortlich für die Mannschaft zuständig sein und versuchen, die Mannschaft zum Klassenerhalt zu führen. Wer Wagner künftig assistieren wird, ist derweil noch offen, denn auch Assistent Frank Kaspari wurde ebenso wie Kwasniok von seinen Aufgaben entbunden. Der Club selbst bestätigte die Trennung am Sonntagabend.
„Wir haben uns am Sonntag sehr intensiv mit unserer aktuellen Situation beschäftigt und sind zu der Entscheidung gekommen, für die letzte Phase der Saison auf der Cheftrainer-Position einen Impuls zu setzen“, sagt Kessler. „Lukas’ Fußballwissen und seine fachliche Expertise sind unbestritten. Er hat unsere Mannschaft mit großer Sorgfalt und hohem Engagement auf die Spiele vorbereitet. Trotz leidenschaftlicher und ordentlicher Auftritte war zuletzt ein klarer Abwärtstrend in unserer Entwicklung erkennbar. Wir haben zu wenige Punkte geholt – das ist die Realität. Vor diesem Hintergrund sind wir nach intensiver Analyse zu der Entscheidung gekommen, Lukas freizustellen. Wir danken ihm für seine Arbeit beim FC und wünschen ihm für seinen weiteren Weg alles Gute.“
Wir sind überzeugt, dass René gemeinsam mit unserem Trainerteam und der Mannschaft unser Ziel erreichen wird.
Thomas Kessler
Kwasniok selbst kam in der Mitteilung, die der 1. FC Köln am Sonntagabend veröffentlichte, nicht mehr zu Wort. Dafür sagte Kessler zur Entscheidung, Wagner interimsweise zum Cheftrainer zu befördern: „Wir sind überzeugt, dass René gemeinsam mit unserem Trainerteam und der Mannschaft unser Ziel erreichen wird. Dafür bringt unser Team die Qualität, die Mentalität und die notwendige Bereitschaft mit. René kennen und schätzen wir seit seinem ersten Engagement bei uns als Co-Trainer als ausgewiesenen Fußballfachmann. In der Zwischenzeit hat er beim Hamburger SV und Union Berlin, in seiner Rolle seit Saisonbeginn bei uns sowie durch den Erwerb der UEFA Pro Licence in England wertvolle Erfahrungen gesammelt. Er kennt die Mannschaft, hat einen guten Zugang zu den Spielern und wir trauen ihm absolut zu, die vorhandenen guten Leistungen nun auch wieder in positive Ergebnisse zu überführen.“
Das sagt Wagner zu seiner neuen Aufgabe
Wagner selbst sagt zu seiner ersten Aufgabe als Cheftrainer: „Die Verantwortung, die mir der FC übertragen hat, werde ich mit dem gleichen Engagement und der gleichen Hingabe angehen wie meine bisherigen Aufgaben. Gemeinsam mit der Mannschaft, meinen Trainerkollegen, unserem Staff und mit der Unterstützung des gesamten Vereins werde ich alles daransetzen, um in der Bundesliga zu bleiben.“
Damit endet das Kapitel zwischen dem 1. FC Köln und Lukas Kwansiok nach 27 Bundesliga-Spielen vorzeitig. Nach einem starken Saisonstart waren in den vergangenen Monaten zunehmend die Ergebnisse ausgeblieben. Nur zwei Siege stehen in den letzten 18 Partien zu Buche, zuletzt gab es sieben sieglose Spiele in Folge. Insgesamt kam Kwasniok auf einen Punkteschnitt von 0,96. Zu wenig, um die Hoffnung auf den Klassenerhalt in der bisherigen Konstellation am Leben zu erhalten. Am Montag um 15 Uhr werden die FC-Profis erstmals nach dem Kwasniok-Aus wieder auf dem Trainingsplatz stehen.








Hier kannst du über den 1. FC Köln diskutieren und dich mit anderen Usern austauschen. Bitte beachte dabei die Spielregeln in unserer Netiquette! Du findest sie hier und kannst sie jederzeit nachlesen. Viel Spaß!