„Dann hätte ich keine Haare mehr“: Kaminski schüttelt doppelten Frust ab

Jakub Kaminski mit dem Baby-Jubel in Frankfurt. (Foto: IMAGO / Jan Huebner)
Jakub Kaminski mit dem Baby-Jubel in Frankfurt. (Foto: IMAGO / Jan Huebner)

Jakub Kaminski erlebt in den letzten Tagen eine Achterbahn der Gefühle. Der Pole schießt den 1. FC Köln in Frankfurt zurück ins Spiel und hält anschließend einen flammenden Appell für den Klassenerhalt.

Wie wäre das Spiel des 1. FC Köln bei Eintracht Frankfurt wohl ausgegangen, wenn zwei Szenen in der ersten Halbzeit anders verlaufen wären? In der ersten Minute zog Jakub Kaminski von links in den Strafraum, schoss aufs Tor, SGE-Keeper Zetterer wehrte nur nach vorne ab und Ragnar Ache brachte den Ball aus fünf Metern nicht am Torhüter vorbei.

Vor allem aber raufte sich Kaminski in der 41. Minute die Haare. Nach einem Einwurf der aufgerückten Frankfurter konterte der FC, El Mala schickte im Zwei gegen Eins gegen Brown den kölschen Polen, sodass dieser eigentlich frei auf Zetterer zulaufen konnte. Doch Kaminski nahm den Ball so schlecht an, dass er zu weit weg sprang und Zetterer retten konnte.

Baby-Jubel des Musterprofis

„In der ersten Halbzeit hätte ich zu 100 Prozent ein Tor schießen müssen, aber so ist Fußball – wenn ich jedes Tor schieße, hätte ich vielleicht 20 Tore“, sagte Kaminski, halb zerknirscht, halb lachend nach dem Spiel. Immerhin: Mit seinem Blitz-Anschlusstor nur Sekunden nach dem zweiten Frankfurter Treffer holte der Außenstürmer die Geißböcke zurück in die Partie und sorgte somit doch noch für etwas Zählbares für den FC.

Besonders schön: Kaminski jubelte anschließend mit Daumen im Mund und Ball unter dem Trikot. Der Pole wird Vater, seine Frau Monika erwartet das erste gemeinsame Kind. „Uns erwartet eine tolle Zeit“, freute sich der 23-Jährige über die frohe Kunde von daheim. Eine Botschaft, die zu Kaminskis Woche des Auf und Ab passte: erst die verfehlte WM-Qualifikation nach der Niederlage gegen Schweden mit Polen, dann das sportliche Auf und Ab mit dem FC in Frankfurt, schließlich die wichtigste und schönste Botschaft des künftigen Papas.

Mit dieser Qualität, mit dieser tollen Mannschaft, mit diesem tollen Verein müssen wir alles geben. Der 1. FC Köln kann nicht in der 2. Bundesliga spielen

Jakub Kaminski

„Im Fußball kommen immer mal schwierige Momente. Das kenne ich schon. Ich muss das akzeptieren“, sagte Kaminski am Sonntag. „Wenn ich nach dem Spiel gegen Schweden eine Woche lang darüber nachgedacht hätte, hätte ich keine Haare mehr“, ergänzte er lachend. Und dann gab er einen Einblick in seine eigene Arbeitsmoral: „Ich bin zu 100 Prozent Profi. Ich bin nach Köln zurück, habe gut regeneriert und heute 90 Minuten gespielt. Das ist mein Ding. Ich mache alles für die Mannschaft.“

So sah es am Sonntag auch aus. Sieben der 14 Kölner Torschüsse gab Kaminski ab. Kein FC-Spieler lief mehr als Kaminski. Und am Ende hielt er sogar noch einen flammenden Appell für den Klassenerhalt. „Mit dieser Qualität, mit dieser tollen Mannschaft, mit diesem tollen Verein müssen wir alles geben. Der 1. FC Köln kann nicht in der 2. Bundesliga spielen.“ Sollten alle Spieler diesem Vorbild folgen, hat der FC im Saisonendspurt gute Karten.

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