Erleichterung pur beim 1. FC Köln! Die Geißböcke haben durch den 3:1 (1:0)-Sieg über Werder Bremen einen großen Schritt in Richtung Klassenerhalt gemacht. Trainer René Wagner erklärte hinterher, warum sich seine Spieler trotzdem phasenweise schwergetan haben.
Aus Müngersdorf berichten Sonja Gauer und Marc L. Merten
Die Steine, die am Sonntagnachmittag nach dem Schlusspfiff in Müngersdorf von den Herzen der Spieler des 1. FC Köln und den rund 45.000 rot-weißen Fans gefallen sind, waren im RheinEnergieStadion spürbar. Nach acht sieglosen Spielen in Folge und nur zwei Dreiern aus 19 Partien ist dem Bundesliga-Aufsteiger im Heimspiel gegen Werder Bremen endlich der erlösende Befreiungsschlag gelungen.
Mit Blick auf die übrigen Ergebnisse des Spieltags war der Sieg für die Kölner fast schon mehr als drei Punkte wert. Wolfsburg, St. Pauli, Borussia Mönchengladbach, Union Berlin und der Hamburger SV haben allesamt verloren. Der Vorsprung auf die Abstiegsränge ist durch den 3:1-Erfolg gegen den direkten Konkurrenten auf neun Punkte angewachsen, auf den kommenden Gegner vom Millerntor, der momentan auf dem Relegationsplatz liegt, immerhin auf fünf Zähler. Mönchengladbach und Bremen konnten zudem in der Tabelle überholt werden.
Einziges Manko: FC macht es nochmal spannend
Entsprechend erleichtert waren hinterher die Verantwortlichen des FC. „Es fühlt sich für uns super an“, sagte ein sichtbar gelöster René Wagner nach dem Sieg in seinem ersten Heimspiel als Cheftrainer. Dabei lenkte der 37-Jährige den Fokus einmal mehr auf den Gesamt-Erfolg. „Es geht gar nicht um mich, wir wollen als Verein in der Liga bleiben und da freue ich mich erstmal für die Mannschaft und alle anderen“, fuhr Wagner fort. „Ich habe schon vorher gesagt, dass wenn ich Erfolg haben möchte, auch alle um mich herum Erfolg haben. Ich bin überglücklich für die Spieler, die heute eine gute Leistung gebracht haben. Nur so geht es in meiner Welt, so möchte ich gerne arbeiten.“
Dass der FC in einer 60-minütigen Überzahl und mit einer zwischenzeitlichen 2:0-Führung im Rücken den Deckel nicht früher auf die Partie gemacht haben, war dabei das einzige Manko. Zeitweise wirkten die Kölner in der Offensive einmal mehr ideenlos. Wagner erklärte sich die zahlreichen Rückpässe auf Marvin Schwäbe, nach denen durchaus auch mal der ein oder andere Pfiff zu hören gewesen war, aber wie folgt: „Die Jungs hatten nicht die absolute Sicherheit, sich im letzten Drittel Chancen zu erarbeiten. Da wird das Stadion auch mal lauter, wenn der Pass dann zurückgeht.“
Saison-Bestwert für Wagner und den FC
Immerhin hatten die FC-Profis nach der langen Ergebniskrise gegen Bremen auch einiges zu verlieren. „Man kann verstehen, dass sie in der aktuellen Phase nicht so sicher sind. Vielleicht können wir dann auch nicht volles Brett auf das dritte Tor gehen“, merkte der FC-Trainer an. Speziell in der Schlussphase ließ der FC zahlreiche aussichtsreiche Kontersituationen fast schon fahrlässig liegen. Am Ende machte Isak Johannesson kurz vor Ende der Nachspielzeit den Deckel auf die Partie.
Ganz nebenbei hat Wagner beim FC durch den Sieg sogar einen Saison-Bestwert aufgestellt. Nach zuletzt drei Unentschieden sind die Kölner nun seit vier Spieltagen ungeschlagen. Solch eine Serie gab es in der bisherigen Spielzeit noch nicht. Lediglich an den ersten drei Partien der Saison waren die Kölner ohne Niederlage geblieben. „Wir sind vier Spiele ungeschlagen und haben uns jetzt den Sieg geholt. Das sollte der Mannschaft Selbstbewusst geben. Jetzt geht es an die nächsten Aufgaben.“ Und diese bringt am Freitag zunächst das nächste direkte Duell gegen den FC St. Pauli. Mit einem weiteren Sieg wäre der Klassenerhalt dabei fast schon eingetütet.







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