Nur Nummer 19: „Das bespreche ich mit Luca“ – Waldschmidt-Frage bleibt offen

Luca Waldschmidt nach seinem 1:1 auf St. Pauli. (Foto: IMAGO / DeFodi Images)
Luca Waldschmidt nach seinem 1:1 auf St. Pauli. (Foto: IMAGO / DeFodi Images)

Kein anderer Spieler des 1. FC Köln ist so effizient wie Luca Waldschmidt. Dennoch stellt der Torschütze des 1:1 gegen St. Pauli aktuell wohl keine Option für die Startelf dar. René Wagner spricht nicht über die Gründe, Waldschmidt selbst probiert sich an einer Erklärung.

Lange wurde über Said El Malas Rolle diskutiert. Weil er nach seinen Einwechslungen so gut funktionierte, zögerte Lukas Kwasniok damit, den Shootingstar von Beginn an spielen zu lassen. Doch auch jetzt, wo El Mala seinen festen Platz in der Startelf hat, verfügt der 1. FC Köln noch über einen Edeljoker: Luca Waldschmidt überzeugt regelmäßig von der Bank aus.

Das 1:1 gegen St. Pauli war der vierte Saisontreffer des Offensivspielers. Hinzu kommen drei Vorlagen. Mit seinen sieben Torbeteiligungen ist Waldschmidt immerhin der viertbeste Kölner Scorer nach El Mala, Jakub Kaminski und Ragnar Ache.

Weniger Einsatzminuten als der langzeitverletzte Hübers

Dabei hat er in dieser Bundesliga-Saison lediglich 554 Minuten bestritten. 18 (!) FC-Profis, darunter der erst im Winter verpflichtete Jahmai Simpson-Pusey und der seit dem neunten Spieltag verletzte Timo Hübers, standen länger auf dem Platz als Waldschmidt.

Im Schnitt ist der 29-Jährige alle 79 Bundesliga-Minuten an einem Tor beteiligt. Mit dieser Effizienz kann im Kölner Kader nur El Mala (alle 108 Minuten) ansatzweise mithalten. Ache (143 Minuten) und Kaminski (223 Minuten) folgen.

Dass ich gerne lange auf dem Platz stehe, ist kein Geheimnis, aber es geht hier um die Mannschaft und um den Verein.

Luca Waldschmidt

Warum er nicht häufiger von Beginn an ran darf? „Das kann ich nicht sagen, dafür sind andere zuständig“, erklärte Waldschmidt nach seinem Tor auf St. Pauli, wobei kein Frust mitschwang. „Das ist auch gerade nicht das Thema“, stellte der siebenfache Nationalspieler klar, denn: „In dieser Phase soll jeder seine Stärken ins Spiel bringen. Wenn die bei mir aktuell hinten raus sind, dann ist das so.“

Trainer René Wagner wollte die Frage, was Waldschmidt aktuell fehlt, um in die erste Elf zu rücken, indes nicht beantworten. Zumindest nicht öffentlich. „Das ist ein Thema, das ich mit Luca besprechen werde und nicht hier“, so Wagner bei der Pressekonferenz am Millerntor, wo er auch lobte: „Luca bringt jedes Mal seine Leistung und hat sich mit dem Tor belohnt.“

Sechsmal in der Startelf

Dennoch wartet Waldschmidt auch nach dem Aus von Lukas Kwasniok, zu dem er, wie sogar öffentlich durchklang, nicht den richtigen Draht hatte, auf seine erste Startelf-Chance seit Ende Februar. Überhaupt durfte er in dieser Saison erst sechsmal beginnen.

„Dass ich gerne lange auf dem Platz stehe, ist kein Geheimnis, aber es geht hier um die Mannschaft und um den Verein – darum, dass wir erfolgreich sind“, betonte Waldschmidt am Freitag. „Dazu trägt jeder seinen Teil bei. Ich probiere, Tag für Tag alles zu geben und bin ready.“

Der Kreativgeist wird sowohl von Wagner als auch von Sportchef Thomas Kessler für seine auffallend guten Trainingsleistungen gelobt und sagte selbst: „Ich fühle mich gut und bin mit René in einem guten, offenen Austausch. Ich spüre das Vertrauen, auch wenn ich nicht von Beginn an auf dem Platz stehe.“

Waldschmidt: „Viel Abarbeiten, viel Kampf“

Bei aller gegenseitigen Wertschätzung: Waldschmidts Qualitäten scheinen aktuell nicht jene zu sein, die zu Wagners Ideen für die erste Elf und den Anforderungen im Abstiegskampf passen. „Es war kein besonders schönes Fußballspiel“, sagte Waldschmidt nach dem 1:1 in Hamburg und schob nach: „Das gibt es ja selten gerade. Es ist viel Abarbeiten, viel Kampf. Vielleicht wird hintenraus ein bisschen mehr Fußball gespielt.“ Dann, wenn Wagner ihn bringt. „Es geht darum, hintenraus Akzente zu setzen.“

Der Ausfall von Ragnar Ache wird Waldschmidts Startelf-Chancen nicht zwangsläufig erhöhen. Im Angriff setzt Wagner auf die Kombination aus Körperlichkeit und dem schnellen El Mala. Erster Ersatz für Ache dürfte daher Marius Bülter sein. Einen Zehner wiederum gibt es im System des neuen FC-Trainers bislang nicht. Einen Edeljoker, den gibt es allerdings sehr wohl.

DAS KÖNNTE DICH AUCH INTERESSIEREN

DISKUTIER MIT!

Willkommen im Kommentarbereich des GEISSBLOG!
Hier kannst du über den 1. FC Köln diskutieren und dich mit anderen Usern austauschen. Bitte beachte dabei die Spielregeln in unserer Netiquette! Du findest sie hier und kannst sie jederzeit nachlesen. Viel Spaß!
Abonnieren
Benachrichtige mich bei
20 Kommentare
Neueste
Älteste Meistbewertete