Klatsche nach Skandal-Tor: FC geht in Hoffenheim unter

Adriana Achcinska im Zweikampf mit Marie Steiner (Foto: IMAGO / speedshot)
Adriana Achcinska im Zweikampf mit Marie Steiner (Foto: IMAGO / speedshot)

Die Frauen des 1. FC Köln waren nach der langen Bundesliga-Pause zum Wiederauftakt bei der TSG Hoffenheim zu Gast. Trainerin Britta Carlson und ihr Team mussten die Heimreise am Ende mit einer klaren 2:6-Niederlage im Gepäck antreten.

Klatsche im Kraichgau: Die Frauen des 1. FC Köln haben nach einmonatiger Pause den Wiederauftakt in der Bundesliga ordentlich vergeigt. Trainerin Britta Carlson und ihr Team mussten am Montag bei der TSG Hoffenheim eine 2:6-Niederlage hinnehmen.

Schon zur Halbzeit war die Messe im Hoffenheimer Dietmar-Hopp-Stadion gelesen: Mit dem Stand von 1:4 aus Kölner Sicht war es in die Kabinen gegangen. Im zweiten Durchgang schafften es die Kölnerinnen zwischenzeitlich, noch ein wenig Schadensbegrenzung zu betreiben, fingen sich dann aber noch das fünfte und das sechste Gegentor.

Der FC kassierte in Hoffenheim am Ende die elfte Saison-Niederlage und rangiert weiter auf Platz acht (28 Punkte). Hoffenheim um Trainerin Eva-Maria Virsinger wiederum bleibt Vierter (41 Zähler) und darf weiter von der Champions League träumen.

Tore

2. Minute: Es dauert gerade einmal 90 Sekunden – und schon liegt der FC zurück! Hoffenheims Dick spielt tief in der eigenen Hälfte einen langen Ball auf die schnelle Steiner, die mit dem ersten Torschuss der Gastgeberinnen eiskalt auf 0:1 aus Kölner Sicht stellt.

7. Minute: Und die TSG legt nach: FC-Stürmerin Bremer verdaddelt in der eigenen Hälfte den Ball, die Kugel kommt schließlich zu Ex-FC-Angreiferin Cerci, die souverän zum 0:2 einschießt. Allerdings stand die Hoffenheimerin zuvor mindestens einen Meter weit im Abseits. Das bleibt vom Schiedsrichterinnen-Gespann ungeahndet – aus Sicht der FC-Fans sicherlich eine skandalöse Entscheidung.

10. Minute: Der Anschluss für den FC! Stürmerin Andrade geht mit vollem Tempo einem Hoffenheimer Rückpass hinterher – und blockt den versuchten Abschlag der TSG-Keeperin Dick, die sich etwas zu viel Zeit lässt, direkt zum 1:2 ins Tor.

20. Minute: Und nun steht es 1:3 aus Kölner Sicht: Achcinska spielt aus der gegnerischen Hälfte einen Katastrophen-Ball in Richtung eigenes Tor. Cerci schnappt sich das Spielgerät und legt quer auf Offensiv-Kollegin van Dijk, die wuchtig abschließt. Köln-Keeperin Schmitz ist noch dran, kann den Einschlag aber nicht verhindern.

41. Minute: Der FC ist eigentlich im Vorwärtsgang, doch Vogt und Achcinska sind sich bei einer Bogenlampe im Mittelfeld uneinig. Die TSG schaltet daraufhin schnell um, Janssens überläuft auf rechts Wiankoswka und legt in die Mitte, wo Cerci nur noch einschieben muss. Der FC liegt damit schon vor der Pause mit 1:4 zurück.

50. Minute: Da ist das Tor für Köln nach Wiederbeginn! Vogts straffe Hereingabe nach Doppelpass mit Bremer kann TSG-Keeperin Dick nur in die Mitte abklatschen lassen. Torjägerin Jessen steht goldrichtig und schweißt das Spielgerät mit dem linken Fuß rechts oben in den Winkel. Sehenswerter Treffer! Und das 2:4 aus FC-Sicht.

90+1. Minute: Und wieder scheppert es im Kölner Tor: Cerci bekommt links den Ball, umkurvt die gesamte FC-Abwehr und schießt locker zum 2:5 ein. Für die Ex-Kölnerin ist es das 15. Saisontor. Und der endgültige Knock-out für den FC.

90.+6 Minute: Jetzt wird’s ganz, ganz bitter! Vogt verliert gegen die eingewechselte Grimm am eigenen Sechzehner den Ball, die Hoffenheimer Jokerin schließt dann platziert links unten ab. Und sorgt für den 2:6-Endstand.

Personal

So spielte der FC: Schmitz – Imping, Bohnen, Hegering (87. Degen), Wiankowska (45. Agrez) – Vogt, Achcinska (45. Stolze), Hasenauer (75. Zawistowska) – Bremer, Andrade (60. Zeller), Jessen

Zur Aufstellung: FC-Trainerin Carlson wechselte 30 Tage nach dem ärgerlichen 1:2 gegen Frankfurt viermal: Schmitz rückte für Fuchs zwischen die Pfosten, zudem starteten Bohnen, Hasenauer und Andrade für Gerhardt, Agrez und Stolze. Im ersten Durchgang ließ Carlson dabei mit einer offensiven Dreier-Reihe mit Jessen, Andrade und Bremer agieren. Im zweiten Durchgang stellte die Köln-Trainerin auf eine Fünferkette um, um den anstürmenden Hoffenheimerinnen standzuhalten. Das klappte allerdings auch nur bedingt.

Fazit

Der FC muss nach einmonatiger Pause einen richtig deftigen Rückschlag hinnehmen – und hat obendrein beim 0:2 auch noch riesiges Abseits-Pech. Doch auch so offenbarten die Kölnerinnen gegen eine offensivstarke TSG um die überragende Cerci in der Abwehr eklatante Schwächen. Carlson wird mit ihrer Truppe in den kommenden Tagen sicherlich das eine oder andere Defensiv-Thema abarbeiten müssen.

Immerhin: Der FC gab sich nicht auf, zeigte zu Beginn der zweiten Halbzeit eine Reaktion und erspielte sich Chancen. An diesem Abend allerdings wachten die Kölnerinnen viel zu spät auf. Weiter geht es für den FC am kommenden Samstag (13 Uhr) im RheinEnergieStadion mit dem Highlight-Heimspiel gegen Werder Bremen.

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