In Wien hat Philipp Hosiner unlängst seine Karriere beendet. Vor elf Jahren hätte sie in Köln beinahe ein jähes Ende gefunden. Ein Tumor wurde beim Medizincheck des 1. FC Köln entdeckt.
Nur 450 Zuschauer waren zugegen, als an Himmelfahrt in der Generali Arena in Wien eine bemerkenswerte Karriere zu Ende ging: Beim 1:2 gegen den SV Kapfenberg führte Philipp Hosiner die Young Violets von Austria Wien zum letzten Mal als Kapitän aufs Feld. Das i-Tüpfelchen an diesem Tag: Der frühere Angreifer des 1. FC Köln konnte noch einmal ein Tor für die Veilchen erzielen.
„Für mich ist nun der optimale Zeitpunkt, meine Karriere zu beenden und der nächsten Generation die Bühne zu überlassen“, sagte Hosiner, der künftig als Individualtrainer die Offensivspieler der Austria-Akademie coachen wird.
FC-Internist Udo Martin rettete Hosiners Karriere
Hosiner? Ja genau, denn der Stürmer hat eine ganz besondere Beziehung zum 1. FC Köln. Im Januar 2015 stand ich als Reporter vor der MediaPark-Klinik und wartete darauf, dass der Angreifer seinen obligatorischen Medizincheck absolviert hatte. Hosiner war voller Vorfreude, als er aus dem Auszug stieg, gab damals dem Express ein ausführliches Interview, das in der Frühausgabe auch in Druck ging.
Doch die Vorfreude auf eine Wiedervereinigung mit seinem früheren Austria-Trainer Peter Stöger war schnell Geschichte: Denn nach dem Gespräch hatte Hosiner noch einen Termin beim Internisten Dr. Udo Martin. Und bei dieser Untersuchung wurde ein Nierentumor festgestellt. Hosiners Wechsel zum 1. FC Köln war geplatzt, stattdessen musste er sich in einer Operation eine Niere entfernen lassen. Doch in der Reha in Herzheim kämpfte er sich zurück.
Wechsel zum 1. FC Köln im zweiten Anlauf
Immerhin: Es gab ein Happy End. Im Sommer 2015 hatte sich Hosiner zurückgekämpft, bestand den Check und wurde auf Leihbasis von Stade Rennes verpflichtet. Gleich im ersten Spiel gelang ihm der erste Treffer, beim 2:1 gegen den Hamburger SV erzielte er den wichtigen 1:1-Ausgleich.
Es sollte in 15 Bundesliga-Spielen sein einziges Tor für den 1. FC Köln bleiben, danach wechselte er zu Union Berlin. Und trotzdem: Seine Karriere konnte noch zehn Jahre weitergehen. Ohne das Interesse des FC, ohne den Check im MediaPark – wer weiß, ob es nun diesen Moment vor 450 Zuschauern im Generali Park in Wien je gegeben hätte.








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